GFF – Großeltern For Future!


Teilen wir die Welt in drei Gruppen auf, so haben zwei davon nicht mehr viel Zeit: Die Großeltern, weil ihre Uhr tickt. Die Jugend, weil die Uhr ihres Planeten tickt. Es ist die Uhr der Enkelkinder. Und da ein gemeinsamer Feind (die heutige Erwachsenen-Generation) vereint, ist dies ein Aufruf an alle Großeltern dieser Welt!

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„Großeltern (engl.: Grandparents) – Ihr erinnert Euch an diesen magischen Moment, als Ihr das erste Mal Euren Enkel in den Armen halten durftet? Ein neues Leben. Ein Wunder! Doch Eure Kinder rauben diesen kleinen Würmchen ihre Welt, vergiften sie, verbrennen ihre Wälder, überziehen sie mit Angst und Hoffnungslosigkeit. Ob mit rücksichtsloser Absicht, oder aus blinder Ahnungslosigkeit – Eurem Enkel ist das herzlich wurst. Euren Kindern ist es wurst. Und Euch?

Seid nicht wütend auf Eure dummen Kinder. Seid nicht wütend, denn Wut und Tadel haben noch keinen einzigen Baum in dieser Welt gepflanzt. Oder seid wütend. Denn Wut, wenn sie berechtigt ist, ist eine mächtige Energie. Steht also auf und kämpft. Kämpft vereint für eine Welt, in der Eure Enkelkinder leben können! Sollen sie nicht selbst einmal ein Enkelkind in ihren Armen halten, im kühlenden Schatten eines Baumes?

Doch der Gegner ist stark und rücksichtslos. Die Gier, der Mammon, die elende Gewinnmaximierung. Euch treibt dieser Gegner in die Armut und die Einsamkeit – einige wenige macht er reich. Und doch wird es Euren Enkelkindern noch viel schlimmer ergehen. Denn dieser Gegner, diese selbstgerechte Unmenschlichkeit der heutigen Wirtschaft – mehr! mehr! mehr! – hat Euch das Glück geraubt. Euren Kindern raubt sie den Planeten. Und wenn ich in der Schule aufgepasst habe, dann stimmt es wirklich: Wir haben nur diesen einen Planeten. Dieses einzige Geschenk.

Wollen wir einmal ehrlich sein. Ist es wirklich der Sinn des Daseins, zwischen Frühstücksfernsehen und Kaffeklatsch auf das unvermeidliche Ende zu warten? Ist es wirklich ein guter Ausklang eines langen Lebens, in der Bunte die Wäsche fremder Menschen durchzublättern? Leblos den Herbst des Lebens vorbei ziehen zu lassen – wie totes Laub im Wind? Ist es der Sinn des Lebens, einer Welt beim Sterben zuzusehen?

Es sind Eure Jahre. Es ist Eure Entscheidung. Es ist die Zukunft Eurer Enkelkinder. Also steht auf! Vernetzt Euch! Steht Euren Enkelkindern bei!

Es ist nicht mehr viel Zeit…“

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Über das Loslassen


Raffen, halten, Stabilität sind grundlegende Tugenden in unserer kapitalistischen Welt. Gewinnmaximierung als Leitbild: „Was ich habe, das behalte ich.“ So wird es schwierig mit dem Loslassen. Überhaupt: Ist Loslassen nicht irgendwie 19. Jahrhundert?

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Loslassen… wozu?

Zweckdienlich ist das Halten in der äußeren Welt. Arbeiten, um das Einkommen zu halten, macht ebenso Sinn, wie das Kind beim Überqueren einer Kreuzung an der Hand zu halten. Halten – ob bewusst oder unbewusst – ist ein aktiver Prozess. Und wie es aktive Prozesse so an sich haben, dient dieser Prozess einem vorher definierten Ziel: Erhalt des Einkommens, Erhalt des Kinderlebens. Und genau hier unterscheiden sich Halten und Loslassen sehr deutlich.

Das Halten dient einem Ziel. Es ist also möglichst darauf ausgerichtet, keine Überraschungen zuzulassen. Halten ist starr. Durch die Fixierung auf das Ziel werden mögliche Alternativen ausgeschlossen. Im Falle der Eltern, die das Kind sicher über die Kreuzung geleiten möchten, ist dieses Ziel sehr viel wert und das Halten (der Kinderhand) der richtige Weg. Doch leider ist das Halten in unserer Gesellschaft weit über das gesunde Maß hinaus pervertiert (Raffgier, Egoismus, Dogma). Schon einem Fremden die Antwort auf eine unverhoffte Frage zu geben („Wo geht es denn zum Theater?“), fällt vielen Leuten schwer. Geben ist seliger als nehmen: Auf die heutige Zeit kaum anwendbar. Denn: Nehmen ist erfolgreicher denn geben.

Es gibt einen Menschen, der mit 100-prozentiger Sicherheit ein Leben lang bei Dir ist: Du selbst. Willst Du diesen Menschen kennen lernen, so lerne, in ihn einzutauchen. Und dafür ist das Loslassen eine Grundkompetenz.

Wir sind es gewohnt, unser Selbstbild an äußerlichen Dingen festzumachen, zu halten: Status, Schönheit, Likes, Erfolg. Donald Trump hält sich für einen „großen Mann“, weil er äußerlich erfolgreich ist. Doch wer steckt hinter der Fassade? Wer ist diese sogenannte Tiefenperson, wenn die Rationale Person zur Seite tritt? Um diese Person kennen zu lernen – im Grunde Dich selbst – so ist ein erster Schritt, von den Äußerlichkeiten los zu lassen. Bettler oder Kaiserin? Es ist egal. Das Loslassen der Fassade führt dich automatisch zu dir selbst.

Loslassen – aber wie?

Festhalten ist Energieaufwand. Loslassen bedeutet, diese Energie frei zu geben. Hier ein einfaches Beispiel:

Du sitzt in einem Boot auf dem Meer, die Wellen streichen unter dem Boot entlang. Leichtes, angenehmes Schaukeln. In Deiner Hand liegt ein schwerer Stein. Du hältst ihn, deine Hand ist fest um den Stein geschlossen. Nun streckst Du Deine Hand über den Rand des Bootes hinaus. Die Hand mit dem Stein schwebt über dem Wasser. Muskelkraft hält den Stein. Wie genau schaffst Du es nun, den Stein im Meer zu versenken?

Durch Loslassen entlässt Du die Energie (die Muskelkraft, die den Stein hält) aus Deiner Hand. Du löst den unbewussten Prozess des Haltens, indem Du Dir den dahinter steckenden Energieaufwand ins Bewusstsein rufst. Dann lässt Du nicht den Stein los, sondern die Muskelkraft in Deiner Hand. Ganz automatisch, gezogen von der Schwerkraft, entgleitet der Stein und sinkt ins Meer. Dieser Stein könnte eine Last sein: Eine alte Beziehung, an der Du festhältst, ein unsinniges Dogma, ein Verhalten, das längst nicht mehr nützlich ist. Festhalten kostet Energie (z.B. die Arbeitszeit, um das Einkommen festzuhalten), egal ob wir im Guten oder im Schlechten an Menschen oder Dingen festhalten.

Loslassen gibt Energie frei. Loslassen (in der Regel von rational durchdachten Dingen) gibt den Instinkten und der Intuition mehr Freiraum. Ein Freiraum, der in unserer Welt sowieso schon viel zu eng gefasst ist: Die Freiheit der Tiefenperson.

Mein letzter Gedanke

Und das führt mich zu folgendem Gedanken: Wie oft steht der zwanghafte Erwachsene dem Kind gegenüber und ist traurig darüber, diese kindliche Freiheit verloren zu haben. Nur der Dumme sagt dazu: „Na, Kinder müssen halt nicht so viel.“ So ein Quatsch. Kinder müssen ins Bett, wenn es die Eltern bestimmen, Kinder müssen sich anziehen, was ihnen die Erwachsenen kaufen, Kindern wird die Schule vorgeschrieben, Kinder können sich kein Sabbatical nehmen. Und so weiter, und so fort. Die Freiheit des Kindes liegt nicht in den Lebensumständen, sondern im Umgang mit diesen: Eine Haltung, die wenig vordefinierte Ziele beinhaltet. Sondern loslässt vom scheinbaren Zwang. Und was kommt dabei heraus? Reines, spürbares Leben.

Einen tiefen Zugang zu Deinen kindliche Anteilen findest Du in meinem Herbstprogramm 2019: dwm-coachings.de/events

Dein nächster Gedanke

Auch Du hältst unnötigerweise an der ein oder anderen Sache, an dem ein oder anderen Gedanken, an dem ein oder anderen Menschen fest. Geh in Dich…

Kleine Helferlein

Humor: Das Loslassen von Logik, Vernunft und Ernsthaftigkeit.

Fokussierung / Konzentration: Das Loslassen von vielen Sinnes-Eindrücken (Umgebung) zugunsten eines Fokus (z.B. Kerzenflamme, Punkt an der Wand).

Anspannung: Bewusstes Anspannen erleichtert das bewusste Loslassen (Anlauf nehmen).

Wahrnehmen: Entweder werten wir die Welt (festhalten an inneren Vorstellungen) oder wir nehmen die Welt war (loslassen der inneren Vorstellungen).

Verzicht: Der bewusste Verzicht ist eine ideale Übung für die Fähigkeit loszulassen.

Zen: Im Zen-Buddhismus ist das Loslassen ein Kernelement und daher dementsprechend tief verstanden.

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Sprechen über Zen – es geht, was nicht geht! – und die Geschichte vom Mädchen, das einen Apfel essen wollte


Zen-Buddhismus bietet nichts – und alles. Ihn als Religion zu beschreiben ist schon zu viel hinein gelegt, denn es wird nichts angebetet (auch nicht die eigene Seele), es gibt keinen Mythos und keine starren Regeln orthodoxer Religionsformen. Zen wirft dich zurück auf dich selbst. Alles und nichts. Und es heißt, es wäre schon ein Paradoxon, über Zen zu sprechen.

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Denn Zen ist nicht rational, sondern führt in (oder ist?) ein Weg des Fühlens und Empfindens, der Wahrnehmung der Welt und sich selbst. Und da ist der Zen-Buddhismus sehr gut vereinbar mit moderner Wahrnehmungsforschung und Neuroligie: So sehr wir das Bewusstsein und die Wahrnehmung erklären und analysieren können, es ist doch wie mit der Hand, die nach dem Fruchtfleisch eines Apfels greift: Ist der Apfel komplett, so rutschen wir stets an seiner Schale ab und berühren sonst nichts. Um an das Fruchtfleisch zu kommen, müssten wir den Apfel zerreißen oder zerschneiden. Dann ist er kaputt.

Zen ist das Fruchtfleisch. Zen ist die Wahrnehmung. Zen ist mit dem rationalen Griff nicht zu berühren.

Oft wird gesagt (und auch schon sehr lange, hier werde ich mich gegen eine alte Tradition stellen), dass man Zen mit Worten nicht beschreiben kann. Denn Worte sind von Vernunft geprägt, eine nüchterne Beschreibung der Welt. Doch Zen steht jenseits der Vernunft und ist durch die Vernunft der Worte nicht ausrückbar. Diese altehrwürdige Aussage (im Zen existiert die Ehre übrigens nicht, denn Ehre ist eine Bewertung) halte ich für schlichtweg falsch. Falsch in der Form, dass hier möglicherweise nur eine schlechte Übersetzung vorliegt. Und wie uns solch traurige Blüten wie Zen für Manager zeigen, scheint das ganze Konzept des Zen in unserer Kultur schnell missverstanden zu werden – oder eben schlecht übersetzt. „Zen für Manager“ ist ähnlich dumm wie George Orwells „Krieg ist Frieden – Freiheit ist Sklaverei“. Orwell hatte es zumindest ironisch gemeint.

1. Worte sind nicht nur Vernunft

Das einzelne Wort dient der Bezeichnung der Dinge. Die Bezeichnung einer Sache steht dem Erleben der Sache gegenüber. Entweder ich bade im Fluss oder ich spreche über ihn. Mache den Versuch: Bade im Fluss und spreche dabei über ihn. Du wirst merken, dass durch das Sprechen darüber die Konzentration auf das Empfinden schwindet. Und umgekehrt. Hierauf bezieht sich der Gedanke, dass man Zen nicht beschreiben kann. Auch das Empfinden, im Fluss zu baden, ist nicht durch eine Beschreibung desselben zu ersetzen.

Doch neben der sachlichen Beschreibung kann Sprache durchaus mehr. Nehmen wir das Om. Auch wenn es keine einfache Beschreibung ist, so steht es (im Hinduismus) für den göttlichen Klang. So wie das Wort „Apfel“ für jene leckere Baumfrucht steht. Der Klang ist es aber, was das Om dem Zen so unendlich nahe bringt. Tatsächlich kann der menschliche Sprechapparat keinen Laut erzeugen, der eine höhere Vibration im Körper erzeugt, als das Om. Dies ist übrigens ein leicht erklärbarer, physikalischer Effekt. Und trotz der nüchternen Erklärbarkeit dieser Körpervibration durch das Om, erzeugt jene Vibration ein Gefühl: Du spürst deinen Körper intensiv. Denke an ein Festival, du tanzt, die Anlage ist bestens eingestellt, der Beat vibriert in deinem Körper… Physik, die dich deinen Körper spüren lässt. So, wie er ist. Im hier und jetzt. Ein Zen-Erlebnis durch ein Wort: Om.

Auch Worte, die weniger Vibration im Körper erzeugen, können dich auf dich selbst zurück werfen:

  • Spüre deinen Atem!
  • Spüre die Schwere deines Körpers!
  • Schließt du deine Augen, so führt der Blick nach innen, in dich selbst, um 180° gedreht. Schließe nun deine Augen, eine Geschichte erwartet dich!

2. Die Geschichte vom Mädchen, das einen Apfel essen wollte

Es war einmal ein junges Mädchen, das steifte durch die Länder. Da bekam es Hunger und wollte einen Apfel essen. Es setzte sich auf einen Felsen, sah sich um, doch konnte es bei aller Mühe keinen Apfelbaum erkennen. Dabei war es doch beste Apfelzeit. So kramte das Mädchen in seiner Tasche, fand eine Landkarte, entfaltete diese auf dem Felsen in der Sonne und fuhr mit dem Blick darüber, wie mit zwei suchenden Fingern. Da entdeckte das Mädchen eine Apfelplantage, nicht weit von hier, aber hinter einem Hügel, so dass sie diese Plantage von ihrem Platze aus nicht sehen konnte.

Freudig biss das Mädchen in die Apfelbäume, die auf der Karte verzeichnet waren. Doch anstatt des saftigen Fleisches, hatte sie nun ein Stück der Karte im Mund und etwas Blut, denn sie brach sich einen Zahn am Felsen ab. „Oh nein! Oh weh!“ rief das Mädchen und sprang dreimal um den Fels herum.

Da kam eine Kuh vorbei und fragte unser Mädchen: „Was ist, mein Kind? Was hast du nur?“ Das Mädchen aber jammerte, dass es sich einen Apfel einverleiben wollte, weil es solchen Hunger hatte. Und da, auf der Karte, seien doch ganz viele Äpfel! Da lachte die Kuh so sehr, das ihr ein kleines Wölkchen entfuhr, und entgegnete schließlich und endlich: „Mein liebes Kind, die Karte weißt dir deinen Weg. Sie beschreibt das Land, so ist die Karte ein sehr nützliches Werkzeug, das dich Hungernde an dein Ziel führen kann. Aber vergiss nicht: Die Karte zeigt dir das Land, doch es ist das Land selbst, in dem du lebst.“

Und so machte sich das Mädchen auf, dankte der Kuh, folgte der Karte und fand einen so saftigen und so großen Apfel in der Plantage, dass sie noch heute davon essen kann.

Und daher sage ich:

Die Vernunft ist eine Landkarte – sie beschreibt das Land sehr gut. Doch willst du du leben, nicht in Theorie verenden, willst du wahrnehmen, was auf der Karte verzeichnet ist, so musst du die Vernunft, die Ratio, die Landkarte zurück in deine Hosentasche stecken und dich auf das Land einlassen. Die Karte ist leblos, doch um das Land zu beschreiben, in dem du dich bewegst, ist sie gerade recht. Und so ist es mit den Worten, die auch Zen beschreiben können – denn beschreiben und ersetzen sind zwei grundverschiedene Dinge im Universum.

Ein Workshop zum Thema.

 

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Psychologie des Windrades


Bekanntlich sind es die emotional eingeschränkten Geister – von AfD bis Reichsbürer – die in den Windrädern ein arges Problem sehen, das es auszumerzen gilt. Die (vorgeschobenen) Gründe sind vielfältig, die emotionale Reife der Windradgegner scheint durchgehend gering – oftmals an der Grenze zur psychischen Krankheit. Doch warum arbeiten sich diese Leute an etwas so Profanem wie dem Windrad ab?

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Mal heißt es, die Windräder würden unsere Landschaft verschandeln. Tatsächlich aber retten sie diese Landschaft durch die emissionsfreie Erzeugung von Energie. Dann heißt es, Windräder seien laut. Sicherlich ist selbst das Windrad nicht vollkommen geräuscharm (∅ < 45dB), wer aber wegen der Lautstärke von Windrädern auf die Barrikaden geht, der hat wohl vergessen, dass er in einer Welt der Flugzeuge und Autobahnen lebt. Dann wird doch tatsächlich noch behauptet, die Windräder würden gar kein Strom produzieren und sie würden abgeschaltet, wenn keiner hinsieht. Wenn keiner hinsieht? Wie soll das denn bitte funktionieren? Und überhaupt: Warum? Am besten illustriert folgende Aussage aus dem Internet diesen totalen Argumentations-Irrsinn:

„Windräder laufen gar nicht, wenn keiner hinschaut. Das ist Betrug! Ich hab’s selbst gesehen!“

Das Windrad ist zuerst einmal sehr groß und kaum zu übersehen. Wegschauen funktioniert nicht, es dreht und dreht sich in der Höhe eines fünfstöckigen Hochhauses. Diese rein optische Dominanz kann natürlich penetrant wirken, darüber gibt es keine zwei Meinungen. In meinem Fall wirkt sie penetrant angenehm, was mich einst auf die Idee brachte, einmal auf der Wiese vor einem Windpark zu meditieren. Und durch die folgende intensive Beobachtung und Analyse der psychologischen Wirkung des Windrades, kam ich auf den nun folgenden Gedanken.

Windrad und Gehirnwellen

Die Gehirnwellen werden schematisch in mehrere Bereiche unterteilt (Delta, Theta, Alpha, Beta, Gamma), wobei die Alphawellen einen Entspannungszustand darstellen, deren „übernächster Schritt“ mit den Thetawellen in einer tiefen Meditation oder hypnotischen Trance liegt. Die Richtung Delta>Gamma ist also grob gesagt die Richtung Stress>Ruhe. Es ist hinlänglich bekannt, dass der Blick auf eine stetige, vorhersehbare Bewegung das Gehirn vom normalen Wachmodus (Beta-Wellen) zur Entspannung (Alpha-Wellen) tendieren lässt. Mit der Tendenz, sich dem Stress abzuwenden und der Entspannung zuzuwenden, führt die Fokussierung des Bewusstseins ganz automatisch von der (alarm- und handlungsbereiten) Beobachtung der Umwelt hin zur Innenschau. Ein Effekt, der übrigens auch für akustische (Uhrenticken, Metronom), haptische (Kraueln, Streicheln) und imaginative (Schäfchen zählen) Reize gilt und in Hypnose, Mentalem Training, Meditation usw. reichhaltig genutzt wird. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Konzentration auf das stetige Auf und Ab der eigenen Atmung.

Eine elementare Eigenschaft des Windrades ist genau so eine stetige, vorhersehbare Wiederholung einer sanften Bewegung (Drehbewegung), wobei neben dem direkten Blick auf das sich drehende Rad auch der Schattenwurf zu beachten ist. Kurz gesagt: Der Blick auf ein sich drehendes Windrad löst einen Prozess der Entspannung aus und fördert damit deutlich die Selbstwahrnehmung. Bei der Größe eines Windrades ist es tatsächlich schwer, sich diesem Sog zu entziehen, hat man erstmal für ein paar Augenblicke hingesehen. Stell Dir ein windradgroßes Pendel vor, das in der Landschaft stetig schwingt, und wir haben einen vergleichbaren Effekt.

Entspannung ist gut, Selbstwahrnehmung ist besser – wo ist das Problem?

Die Angst ist ein Teil der menschlichen Psyche. In einer gesunden Psyche erfüllt sie eine wichtige Funktion, indem sie uns vor Gefahren halt machen lässt, durch Adrenalin den Körper für Kampf oder Flucht aktiviert, und so weiter. Nun gibt es aber Menschen, die man umgangssprachlich als „angstgesteuert“ bezeichnet. Hier hat die Angst die Kontrolle übernommen und stürzt sich auf alles, was zu finden ist. Um nun etwas zu oberflächlich einen feingliedrigen Aspekt über einen groben Kamm zu scheren: Diese Dauerangst hat eine wichtige Funktion, indem sie von inneren (also im Zustand der Entspannung fühlbaren) Problemen ablenkt.  Übrigens ist dieser Kamm so grob, dass auch Personen in diese Kategorie fallen, die mitnichten angstgesteuert sind, trotzdem aber die Innenschau scheuen wie der Teufel das Weihwasser: Narzissmus, Borderline und so manch weitere Störung der Selbstwahrnehmung seien hier genannt. Eine gestörte Selbstwahrnehmung führt übrigens ganz automatisch zu einem gestörten Selbst – denn was ich nicht richtig wahrnehme, das kann ich auch nicht richtig bearbeiten.

Und genau hier liegt das Problem. Windräder sind keine Entspannungs-Videos auf Youtube, die man einfach wegklicken kann. Windräder sind überall und kilometerweit zu sehen. Für die Wirkung auf Gehirn und Psyche ist es dabei irrelevant, ob Windräder oder oben erwähnte windradgroße Pendel in der Landschaft stehen. Beides drängt die Psyche in einen Zustand der Selbstwahrnehmung. Doch ist das Selbst schwer beschädigt, dann gehört es paradoxerweise zum Selbstschutz, sich selbst eben nicht wahrzunehmen – das oftmals hysterische Verhalten der Windradgegner zeigt den deutlichen Versuch, sich von sich selbst möglichst dauerhaft abzulenken. Die ablehnende und teils aggressive Haltung innerlich kaputter Menschen zu den Windrädern, lässt sich also sehr schön mit einem verwursteten Zitat der Band „Ton , Steine, Scherben“ beschreiben:

„Macht kaputt, was euch entspannt!“

PS: Dies soll kein Aufruf gegen die Windräder und dadurch für den Schutz solch selbstwahrnehmungsgestörter Personen sein. Ganz im Gegenteil: Die Lösung liegt nicht im Schutz des Gestörten – sondern in dessen Heilung. Und ganz am Rande sei gesagt: Subjektiv ist die Selbstwahrnehmung schon in ihrer Grundstruktur. Bei jedem Menschen also latent gestört.

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Notre Dame & die Dummheit einer Debatte


Der Gipfel der Dummheit sind die üblichen Reflexe, der Brand von Notre Dame wäre ein terroristischer Anschlag, ein Inside-Job oder das Werk der Impf-Mafia. Dies sind Reflexe, wie auch ein oder zwei Schafe furzen müssen, wenn der Blitz einschlägt. Doch die größte Debatte – sind die Spenden okay oder asozial? – ist das typischste Beispiel für die dauernden Denkfehler des Homo Digitalis.

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Was ist passiert?

Am späten Abend des 15. April 2019 ist der Dachstuhl eines Gebäudes niedergebrannt. Eines historisch bedeutsamen und zudem noch wunderschönen Gebäudes, das Frankreichs Geschichte und große Architektur verbindet. Notre Dame, die „liebe Frau von Paris“, liegt schwer verletzt im Krankenhaus. Die Welt ist geschockt – kaum 24 Stunden später war eine halbe Millarde Euro an Spendengeldern eingetrieben, mittlerweile schleichen wir auf die Millarde zu. Soweit, so bekannt.

Die Debatte

A: „Das ist sooo toll, dass sooo viele Menschen sooo viel Geld für sooo ein großartiges Gebäude spenden!“

B: „Das ist doch perveeers! Sooo viel Geld, mit dem man sooo viele sooo gute Sachen tun könnte!“

A: „Ja, heilig’s Crossaint, Du blöder Neider! Lass doch jeden mit seinem Geld machen, was er will!“

B: „Und dabei schön zuschauen, wie alle fünf Minuten ein Kind verhungert, du Trüffelhirn!? Geht’s noch!?“

Jeder möchte die eigene Überzeugung in die Suppe hinein rühren. Die Argumente sind gesetzt und ihnen ist kaum zu widersprechen: Jeder darf spenden, wofür er möchte. Trotzdem wird das Geld anderswo dringender gebraucht. Hier ist keine Einigung möglich, denn es gibt kein argumentatorisches „richtig“ oder „falsch“, es gibt verschiedene Meinungen davon, was „richtig“ und was „falsch“ eigentlich ist. Und damit wird sich die Debatte im Kreis drehen, bis alle ihre Meinung dreimal gepostet haben und sich die Tarte wieder beruhigt. Dann kommt der nächste Meinungsscheider – und ewig grüßt das Internet…

Die Alternative zur Debatte

Ich persönlich sehe die Alternative zur Debatte in der Analyse. Dass den Reichen eine Kirche wichtiger ist als Menschenleben, das ist ja zum einen sowieso bekannt und zum anderen durch einen Spendenvergleich deutlich darstellbar. Dass auch ein Großteil der weniger Reichen dazu tendiert, lieber für ein Gebäude zu spenden, das einer billionenschweren Vereinigung gehört (Frankreich, in dem Fall nicht die Katholische Kirche), ist ebenso offensichtlich und nachprüfbar. Gähnend langweilig ist hier die aus jedem Flämmchen scheindende Frage nach dem „richtig“ oder „falsch“ daran. Viel interessant wäre die Frage: Warum ist das eigentlich so?

Ein Beispiel: Friedrich „Freddy“ Merz

Nehmen wir als Beispiel unseren innig geliebten Friedrich „Freddy“ Merz, der in einem Tweet zur Brandkatastrophe schrieb: „Wir sollten eine Bürgerinitiative ins Leben rufen, die im ganzen Land Spenden sammelt für den Wiederaufbau dieses überragenden europäischen Kulturguts. …“ Für das Ehrengebäude des Nachbarstaates will Merz also Spenden sammeln, für die Mutti und den Vati in der Sozialstation eher nicht. Aber warum? Was treibt einen Merz zu solch einer Haltung – ganz unabhängig davon, ob diese nun „richtig“ oder „falsch“ ist, oder gar im Einhornkot dazwischen liegt. Schauen wir also genauer hin…

Freddy Merz ist ja ein klassischer (Wirtschafts-)Konservativer. Ein Grundelement des Konservativen des „Typs Freddy“ ist es, im Kopf wenig flexibel zu sein. Neuerungen nur, wenn es nicht anders geht und ansonsten bitte nichts Unkontrollierbares. Nun ist ein Sozialverbund sehr ambivalent und im ständigen Wandel begriffen, im Grunde unkontrollierbar. Je mehr „Soziales“ wir zulassen, desto „wilder“ wird es eben auch. Das widerspricht dem, was einem „Typ Freddy“ gut tut. (Aufgemerkt: Das ist die EMOTIONALE Ebene.) So versucht er, das Sozialgefüge in möglichst starre und auf Ausrechenbarkeit ausgelegte Regeln zu pressen. Bzw. ganz, ganz billig: Es einfach zu unterdrücken, egal wie. Dies ist sein Kampf dagegen.

Nun zu Notre Dame, dem Kampf dafür: Was kann starrer und unbeweglicher – für Herrn Freddy also befriedigender und beruhigender – sein, als ein Teil aus Stein, das sich seit knapp 800 Jahren nicht bewegt hat? Notre Dame ist für die Glatze mit der eng sitzenden Krawatte ein Abbild der eigenen inneren Starre – und das in Form von etwas blendend Großartigem. Da sollte es keine zwei Meinungen geben: Notre Dame ist großartig! „Die liebe Frau von Paris“ gibt seiner inneren Starre also einen sehr hohen künstlerischen, religiösen und geschichtlichen Wert, quasi eine mehrgleisige Absolution und Aufwertung. Auch wenn Notre Dame auf Freddy scheißt, scheißt Freddy darauf, dass Notre Dame auf Freddy scheißt. Das heißt: Friedrich Merz ist einer der Abermillionen, die Notre Dame emotional kidnappen und einen gefühlsmäßigen Bezug herstellen, der gar nicht existiert – zum Glück hat Notre Dame weder Wahrnehmungsorgane, noch eine eigene Meinung, noch Gefühle, und interessiert sich nicht dafür.

Freddy will also den Stillstand, Bewegung liegt ihm nicht. Ein Grundgefühl also, das in einer geschichtlich relevanten Kirche bestens verweigt ist. Bis das Feuer kam und Bewegung in die Sache brachte. Es ist das ultimative Böse, es bringt eine Veränderung in rasender Geschwindigkeit, gegen die der Mensch nahezu wehrlos ist. Denn was verbrennt, verbrennt sehr schnell, und was verbrannt ist, ist verbrannt. Nicht umsonst ist die christliche Hölle ein ewig währendes Bad aus Feuer, davor liegt – wen überrscht’s – das Fegefeuer. Freddy M. will nun durch Spenden das Feuer ungeschehen machen. Und durch den Wiederaufbau Notre Dames wäre genau das erreicht: Der 15. April hat nie stattgefunden. Der größtmögliche Stillstand.

Weitere Denkanstöße

Frei nach Kant, bediene Dich Deines eigenen Verstandes. Und mit etwas Glück und Hartnäckigkeit findest auch Du in den Trümmern Notre Dames ein paar tiefere Höhlen und sprudelndere Quellen als das allgemeine mediale Moral-Gewichse. Und falls nicht, es gibt ja noch youtube (übrigens genauso schützenswert wie Notre Dame, wenn man den aktuellen Debatten glauben darf):

 

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Die Kunst des Liebens


Hier findest Du ein paar Gedanken zu dem, was Erich Fromm in seinem Klassiker „Die Kunst des Liebens“ als ebensolche bezeichnet hat: Eine Kunst. Zu seinem Ende hin schlägt der Artikel die Brücke zur Hypnose, die ich in Form einer Veranstaltung mit Fromms Gedanken fühlbar zusammenführen möchte.

KunstDesLiebens II

Die Liebe ist so leicht. Die Liebe ist so schwer. Die Liebe macht glücklich. Die Liebe tut weh. So kann man sicherlich behaupten, dass es die Liebe ist, die am tiefsten in der Psyche gräbt. Und schön ist es, wenn sie dort einen Samen hinterlässt, aus dem ein Pflänzchen wächst, das sich eines Tages zum fest verwurzelten Baum entwickelt. Und doch kann sie auch ein Biest sein, ein gefräßiges Raubtier. Sind wir ihr hilflos ausgeliefert, wenn sie doch so unglaublich stark ist und so tief in unsere Gefühle greift? Nein, das sind wir mitnichten.

Liebe wahrnehmen

Verliebtheit ist noch keine Liebe und sexuelle Lust ist sie erstrecht nicht. Wie schön und kraftvoll diese beiden Elemente auch sein können, sie sind keine Liebe. Wie aber wahrnehmen, ob es eine echte Liebe ist, was du spürst? Dazu gehen wir erstmal einen Schritt zurück. Denn ohne zu wissen, was sie ist, hilft die Wahrnehmung relativ wenig, um sie sicher einordnen zu können.

Was ist Liebe?

Nach Erich Fromm ist Liebe eine Haltung. Und diese Haltung lässt sich sehr vielfältig zu den verschiedensten „Objekten meiner Liebe“ einnehmen. So unterscheiden wir Selbstliebe, Partnerschaft, Familie, Nächstenliebe, Objekt- bzw. Ideenliebe (z.B. Liebe zur Natur), Gottesliebe (die ich persönlich der Ideenliebe zuordnen würde) und die sexuelle Liebe. Diese Unterscheidungen sind klar und richtig, trotzdem haben sie mit der Liebe einen gemeinsamen Kern. Sehr gut zu sehen ist das, wenn ein Haustier das Kind ersetzt: Die familiäre Liebe kann sich nicht Bahn brechen und weicht auf die Tierliebe aus – was übrigens eine gute Sache sein kann und nicht automatisch als „verschroben“ abgetan werden muss. Auch Kinder, die ihr Kuscheltier lieben, „als wäre es lebendig“, wenden die Liebe (Familienliebe? Beziehungsliebe?) auf einen Gegenstand an. Ein Verhalten, das letztlich auch nicht vor Erwachsenen haltmacht. Wir sehen in all diesen Beispielen, dass die Liebe zwar eine Hinwendung darstellt, dabei jedoch nicht völlig frei vom eigenen Nutzen sein muss. Oder sogar kann?

Liebe und Eigennutz

Viele Beziehungen beruhen auf dem Prinzip des Ausgleichs. Dabei füllt der Partner eine Lücke, die man alleine nicht füllen kann (mangelnder Selbstwert, Ansehen, etc.), das meist in gegenseitiger Abhängigkeit. Hier wird die Liebe mit einer Befriedigung verwechselt, die mehr ein Geschäft darstellt, als eine Zuwendung. „Liebe ist selbstlos“ heißt es. Ich würde entgegnen: „Natürlich nicht! Und trotzdem ist ihr Kern wichtiger als das eigene Selbst. Sie ist nicht selbstlos, doch sie steht über dem Selbst.“ Denn – ganz nüchtern gesagt – Ursprung und Zweck von Liebesgefühlen sind Fortpflanzung und Arterhaltung (die Partnerschaft tendiert zur Familiengründung, die Familienliebe erhält die Familie, die Nächstenliebe fördert den sozialen Schutz, die Objektliebe reagiert andere Liebesformen ab). So unromantisch das klingt, darf man nicht vergessen, dass die Fortpflanzung und Arterhaltung in der Natur meistens ohne eine Form der Liebe auskommt: Liebesgefühle sind rein neurobiologisch bei den meisten Tier- und allen Pflanzenarten nicht möglich. Die Fortpflanzung funktioniert trotzdem. Und kann man beim Kuckuck denn von elterlicher Liebe sprechen? Sicher nicht. Die Säugetiere (denen ich auch im Wissen um ihr Verhalten und ihre Hirnstruktur Liebe ganz klar zugestehe) und der Mensch haben sich weit entwickelt. Das Träumen und die Liebe sind hierbei weiterhin ungelöste Rätsel. Wahre Liebe muss zwar nicht selbstlos sein, doch selbst folgender Gedanke ist nicht frei von einem persönlichen Vorteil: „Ich liebe dich so sehr, deshalb lasse ich dich gehen, wenn du gehen möchtest.“ Dieser Gedanke ist nicht zerstörend, sondern erhaltend. Er schränkt nicht ein, er öffnet. Das kann sehr schmerzhaft sein (und ist es oft wohl auch), doch es lässt das Objekt meiner Liebe reifen und gedeihen. Und das ist doch ganz im Sinne des Liebenden – im Gegensatz zum Goldenen Käfig.

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Nächster Versuch: Liebe wahrnehmen

Liebe kann rational umrissen werden, doch sie spielt sich auf der Ebene der Gefühle ab. Die Ratio kann beim Wahrnehmen und Einordnen der Liebe gute Dienste tun, doch stellt sie nur einen Umweg dar, der uns letztlich zu einer Antwort auf der Gefühlsebene führt. Ein Beispiel für die Partnerschaft in Form eines kleinen Fragenkatalogs:

  • Welchen (faktischen) Vorteil habe ich durch meinen Partner? Wäre dieser Vorteil fort, würden sich meine Liebesgefühle verändern?
  • Welchen (emotionalen) Vorteil habe ich durch meinen Partner? Wäre dieser Vorteil fort, würden sich meine Liebesgefühle verändern?
  • Habe ich aus einem konkreten Grund einen Partner gesucht (z.B. Kinderwunsch)? Ist mein Partner „nur“ die beste Wahl aus einem begrenzten Angebot?
  • Mein Partner verhält sich schlecht. Wende ich mich zu oder wende ich mich ab?
  • Warum bin ich (heute!) mit meinem Partner zusammen? Unter welchen Umständen würde ich mich abwenden?
  • Welchen Einfluss haben soziale, politische, ideologische Gedanken auf unsere Partnerschaft?

Man kann diese Liste nahezu beliebig fortsetzen. Und sei nicht gleich in Deinen Grundfesten erschüttert, wenn Dir eine Antwort nicht gefällt. Denn die Liebe hat verschiedene Phasen und Elemente (Verliebtheit, Verständnis, Vertrauen, Freiheit, Rückhalt…), die mal mehr und mal weniger relevant sind. Daher sei noch eine Frage angehängt:

  • Meine Liebe zu ________ befindet sich aktuell in welcher Phase? Welche Phase(n) hat sie schon durchschritten?

Dies sind Gedankengänge, in die Du Dich einfühlen kannst. Wichtig dabei ist: Stelle Dir z.B. etwas vor, was Dir an Deinem Partner nicht gefällt. Was macht diese Vorstellung mit Dir? Wie fühlt sie sich an.

Hypnose nach Erich Fromm – Die Kunst des Liebens

Sowohl das Haben oder Sein, als auch die Liebe spielen ihr Spiel vorallem im Unbewussten. Die akut fühlbare Liebe ist nur die Spitze des Wattebergs. Von unbewusst wahrgenommenen hormonellen Botenstoffen, über die Prägung durch die Eltern, vorherige Liebeserfahrungen bis hin zur eigenen Moralvorstellung schwingt vieles mit, was uns nicht gänzlich bewusst ist. Und das ist nicht weiter schlimm, wir wollen ja im Fluss der Liebe treiben und ihn nicht analysieren, bis er ausgetrocknet ist. Hier schlägt sich die Brücke zu besagter Veranstaltung.

Die Hypnose ist ein traumähnlicher Zustand. Neuronal sind beide sehr verschieden, doch sie spielen sich auf derselben psychischen Ebene ab: dem Unbewussten. Wie auch im Traum können wir in einer hypnotischen Trance ganz bildhaft durch unser Unbewusstes reisen. Im Gegensatz zum Traum: Wir können es gezielt. Und so ist gerade die Hypnose in Form einer bildhaften Reise eine ideale Möglichkeit, die eigene Liebesfähigkeit, die gelebte Liebe, die Selbstliebe und viele weitere Aspekte zu erforschen. Und das ohne der Liebe durch zu nackte Analyse ihren Zauber zu nehmen. Ganz im Gegenteil, in einer gut geführten Hypnose zum Thema Liebe tauchst Du tief ein in ihren Zauber.

Selbstliebe

Zurück zu Erich Fromm, den jeder mal gelesen haben sollte. Nach Fromm ist die Liebe eine Haltung zu etwas oder zu jemandem. Eine seiner Kernthesen ist folgende:

„Nicht nur die anderen, sondern auch wir selbst sind das „Objekt“ unserer Gefühle und Haltungen. Zwischen der Einstellung zu uns selbst und der Einstellung anderen gegenüber besteht kein Widerspruch, sondern ein fundamentaler Zusammenhang. In bezug auf unser Problem heißt das: Liebe zu anderen und Liebe zu uns selbst ist keine Alternative. Vielmehr wird man eine sich selbst gegenüber liebevolle Haltung bei denjenigen feststellen, die zur Liebe zu anderen fähig sind.“ (Erich Fromm – Die Kunst des Liebens)

Und dieser Gedanke ist schlüssig. Denn wenn ich mich selbst lieben kann (nicht verehren, wohlgemerkt), dann kann ich den Menschen lieben, dessen dunkelsten Geheimnisse ich am besten kenne. Dessen Fehler mir am nähesten stehen. Und diesen Menschen zu lieben stellt eine Nähe dar, die näher nicht sein kann. Aus dieser Sicherheit heraus – ich habe ja jemand Geliebten immer bei mir – ist es viel leichter, sich auch der Außenwelt in Liebe zuzuwenden. Es ist wie mit der inneren Stärke: Nur wenn Du selbst stark bist, kannst Du auch für andere stark sein. Nur wenn Du Dich selbst liebst, kannst Du auch andere Lieben. Und so will ich mit einem weiteren fromschen Zitat enden und Dich frei lassen. Auf dass Du die Liebe in Dir trägst…

„Liebe ist eine Macht, die Liebe erzeugt.“ (Erich Fromm – Die Kunst des Liebens)

 

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Haben oder sein?


Dieser Artikel ist offensichtlich von Erich Fromms gleichnamigen Buch „Haben oder Sein“ inspiriert. Gerade in unserem heutigen turbokapitalistischen Wertesystem ist sein dortiger Gedankengang wichtiger denn je. Beisteuern möchte ich nun ein paar eigene Gedanken zur Grundthese Fromms: „Sind wir, was wir sind? Oder sind wir, was wir haben?“ Begleitend zum zugehörigen Event.

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Geist oder Materie

Was macht glücklich? Was gibt Zufriedenheit? Was gibt Sicherheit? Beginnen wir mit der Sicherheit, so stoßen wir schnell auf materielle wie auch auf nicht-materielle Dinge: Eine starke, nicht infrage stehende Liebesbeziehung gibt dem Menschen Sicherheit. Ebenso verhält es sich mit einem eigenen Nest – dem Haus, dessen Raten mittlerweile abbezahlt sind: „Hier bin ich zuhause, hier kann ich sein.“ Wer möchte auf das zwischenmenschliche Heim der Liebesbeziehung verzichten? Wer auf das Wohnhaus, das ihm gehört?

In beidem – dem Haus und der Liebesbeziehung – liegt jedoch ein gleichartiges Problem. Es ist ein großer Unterschied, ob ich meine Beziehung und mein Haus genieße, oder ob ich sie brauche, um mein Leben zu genießen. Braucht man eine Person oder eine Sache, um das eigene Leben genießen zu können, dann hat man sich in eine Abhängigkeit begeben. Eine Abhängigkeit von materiellen und nicht-materiellen Dingen. Doch vielleicht wendet sich meine Geliebte von mir ab. Vielleicht brennt mein Haus nieder. Und dann? Wer bleibt von mir übrig? Was immer übrigbleibt bist Du selbst, egal ob Du Dich von den „großen“ oder den „kleinen“ Dingen trennst.

Halten oder genießen

Der Mensch ist sehr ambivalent. So hat er neben all seiner Neugierde und seinem Forschungsdrang auch einen Hang zum Konservatismus. Konservativ stammt vom lateinischen conservare, was so viel bedeutet wie „bewahren“ oder „erhalten“. Wir kennen dies sehr gut von der Konservendose, die den eingefüllten Status Quo möglichst lange erhält. Frei von Veränderung – das ist für unsere Betrachtung der relevante Aspekt. Wie aber soll ich etwas genießen, wenn ich ihm (der Sache, der Person, der Beziehung) die Veränderung vorenthalte? Auch Wachstum ist eine Form der Veränderung. Dieser intensive Moment, sich beim besten Sex in die Augen zu sehen, ist nicht bis zum nächsten Nachmittag konservierbar. Und das ist gut so, der Wandel gibt diesem Moment erst seine wahre Tiefe. Auf der anderen Seite: Ist es nicht gut, wenn mein Haus fertig ist und ich weiß, woran ich bin? Ist beim Eigenheim die stetige Veränderung nicht auch störend? Und ist es nicht schön, sich beim Sex für lange Zeit in die Augen zu blicken? Je nachdem. Die stetigen Veränderungen der Jahreszeiten geht das Eigenheim mit – was doch sehr angenehm ist. Mal wird der blühende Garten gepflegt, mal werden die Innenräume mit Weihnachtsschmuck dekoriert. Mal wird die Stellung gewechselt und die Augen sind aus dem Spiel. Wir sollten also nicht den Fehler machen, in Absolutheiten zu denken. Das Leben, das Universum und der ganze Rest, sie alle sind nicht absolut. Gesund ist eben eine Mischung aus halten und genießen: Halte die Verliebtheit aufrecht und genieße das Vertrauen, dass sich (positiv) verändert, nämlich vefestigt. Sei froh, dass die Wände deines Heimes unverrückbar und verlässlich bestehen, und genieße die vielen kleinen Veränderungen in Einrichtung und Dekoration, die Dein Leben begleiten. So ambivalent der Mensch an sich ist, so ambilvalent sollte auch die Lebensgestaltung sein.

Loslassen

Hier nun kommt unsere heutige Welt ins Spiel. Sehr laut schreit sie uns an: „Je mehr Du besitzt, desto besser geht es Dir!“ Das ist natürlich ausgemachter Quatsch, trotzdem haben viele Menschen diese Ansicht verinnerlicht und ihr Verhalten in fast manischer Art und Weise darauf abgestimmt: Das Konto wird gefüllt und gefüllt, im Keller stapeln sich die unbenutzten Dinge. Und wer wirklich „groß“ ist – nach kapitalistischem Maßsstab – sammelt leerstehende Häuser wie andere die Ü-Ei-Figuren. Natürlich ist es ganz nett, ein paar Milliönchen auf dem Konto zu haben. Aber was ist „ganz nett“ im Vergleich zu den unendlich vielen Erlebnissen, die man sich dafür „kaufen“ kann? Eine Weltreise zum Beispiel. Oder das glückliche Gesicht einer ums Überleben kämpfenden Mutter, wenn sie plötzlich ein Eigenheim geschenkt bekommt. Doch um diese Erlebnisse zu haben, muss man loslassen können.

Und Du selbst?

Nun sind wir beileibe nicht alle in der schönen Situation, von ein paar Hunderttausend Euro oder ein paar Häusern loslassen zu können. Dieser Überfluss ist sehr einfach zu betrachten. Doch wie ist es beim Normalverbraucher? Wie entscheide ich, was mich belastet? Woran erkenne ich, was ich halten sollte? Und wie lasse ich los? Da führen viele Wege nach Rom. Ein erster Schritt: Denke im Zen. Der Zen-Buddhismus kennt kein Klammern an Besitz. Ganz im Gegenteil, hier hat jedes Ding seinen Raum für Erfahrung, es darf sein, auch intensiv. Aber es wird nicht besessen. Einen weiteren Schritt (oder Weg) will ich Dir aufzeigen, er führt direkt durch das Unbewusste, wo die Bindungen an all die schönen und weniger schönen Dinge verankert sind:

Hypnose nach Erich Fromm #1 – „Haben oder Sein“

Samstag 20. April 2019 ab 18:00 Uhr im Yogarausch (Anna-Kuhnow-Str. 16 in Leipzig)

Link zum Event

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