Humor, Probleme und Hypnose


Oftmals werden Hypnosen, Coachings, Selbstfindungs-Seminare und Konsorten mit einem heiligen Ernst verkauft. Man solle die Psyche, die Seele und das Universum so ernst nehmen, wie es nur eben geht. Immerhin ist der Grund der Teilnahme an solcherlei Maßnahmen meist ein „Problem“. Überhaupt sollte ja jeder Mensch ernst genommen werden. Ob so viel Ernsthaftigkeit dem ernst genommenen Klienten nun gut tut, sei dahingestellt. Und überhaupt – schließt der heilige Ernst nicht einen elementaren Aspekt des Menschseins aus?

lachen

„Lachen ist gesund!“ Das wusste schon unsere Großmutter – sofern sie denn gesund war. (Ich möchte hier nicht über körperliche Gesundheit reden, sondern über emotionale Gesundheit – dies vorneweg.) Was genau beinhaltet nun dieser lockere Spruch im Detail?

  • Lachen entspannt das Gehirn. Ist das Gehirn mit Informationen überflutet, dann sucht es nach einer Möglichkeit, zu verarbeiten. Der Input soll sich „setzen“, das heißt: Die Informationen werden je nach Relevanz in verschiedene Bereiche des Erinnerungsvermögens verschoben. Was präsent bleiben soll, bleibt sehr am oder gar im Bewusstsein. Unwichtige Informationen werden fallen gelassen. Informationen, die später wichtig werden können, verschieben sich ins Langzeitgedächntis. Für eine solche Sortierung nach ca. 20 Minuten Input benötigt das Gehirn knapp 5 Minuten Ruhe. Was nun sehr erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass einmal herzlich lachen den selben Effekt hervorruft, wie 5 Minuten gezielte Entspannung. Kurz gesagt: Lachen ist Doping für ein ausgelasteten Gehirns. Der einzigen Nebeneffekte dabei sind die damit einher gehende gute Laune und Entspannung.
  • Humor ist der gegenteilige Blickwinkel. Habe ich ein Problem, so betrachte ich das Problem instinktiv aus einer negativen Position heraus. Schaden, Stress und Folgeschäden liegen in meinem Fokus. Schaue ich wieder und wieder und wieder auf diese Aspekte, so ist die Gefahr groß, dass ich mir dadurch eine Art negative Echobox baue. Eine Negativität entsteht, die auf Bereiche meines Lebens abstrahlen kann, die an sich mit meinem ursächlichen Problem nichts zu tun haben. Über das eigene Problem nun zu lachen, bedeutet keineswegs, es zu verharmlosen. Humor ist hier vielmehr als eine Art Advocatus Diaboli zu verstehen – also eine Umkehr der Sichtweise um 180 Grad. Es ist bekannt, dass wir armen, leidgeprüften Bewohner eines der wohlhabendsten Länder der Welt gerne aus der Mücke einen Elefanten machen. Und zwar nur aus der negativen Mücke. Humor gibt uns die Möglichkeit, die Sicht wieder umzukehren. Und je vielfältiger die Blickwinkel auf ein Problem sind, desto klarer ist der Gesamteindruck. Dass ein möglichst klarer Gesamteindruck bei der Problemlösung sehr förderlich ist, versteht sich ja von selbst.
  • Humor untergräbt Denkverbote. Viele emotionale Probleme entstehen dadurch, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Wer es sich verbietet, moralisch fragwürdige Gedanken zu hegen, der verschiebt diese Gedanken ins Unbewusste. Dort, in der Welt der Gefühle, gedeihen sie nun ungesehen und treiben die wildesten Blüten. Was zu Anfang vielleicht noch lösbar gewesen wäre, entläd sich mit der Zeit auf gnadenlose Art und Weise. Humor gibt uns die Möglichkeit, Gedanken (und Gefühle) auszuleben, die z.B. dem gesellschaftlichen Kodex widersprechen. Ob gerechtfertigt oder nicht, der Hass auf eine Person sucht nach Entladung. Sich diese Entladung aus moralischen Gründen durch eine Negierung der Hassgedanken zu verwehren, kann zu sehr viel Schlimmeren führen. Eine Möglichkeit der schadlosen Entladung ist die Kreativität. Kreativprozesse werden von der psychologischen Forschung vornehmlich als Verarbeitungsprozesse angesehen – unabhängig davon, ob ein negatives oder ein positives Erlebnis verarbeitet werden möchte. Ebenso wirkt aber auch Humor als ein entladender Prozess zur Verarbeitung inneren Drucks. Und gerade bei Leidensdruck (zu dem auch unausgelebte Hassgefühle gehören) ist Humor sehr effektiv. Und der ideale Nebeneffekt ist der, dass Humor zwar eine ebenso scharfe Klinge wie ein Küchenmesser haben kann: Der Schaden hält sich im Gegensatz zur Entladung durch das Küchenmesser doch deutlich in Grenzen.
  • Schräger Humor fördert assoziatives Denken. Eine einfachere Beschreibung für das assoziative Denken ist die Kombinationsgabe. Eine Besonderheit, die wir uns auf der Welt nur mit ein paar Primaten, den Krähen, Oktopoden und wenigen anderen Lebewesen teilen. Ohne diese Gabe wäre der Mensch evolutionär auf der Strecke geblieben. Denn diese Gabe lässt uns aus Tierfell Kleidung machen, aus Steinen Werkzeug, aus Höhlen eine Behausung und so weiter. Selbst heute sind wir ohne eine gesunde Fähigkeit zur Assoziation nahezu Nichts. Schon der Gedanke, mit einem Schraubenzieher eine Farbdose zu öffnen, ist komplett assoziativ: Es werden zwei voneinander unabhängige Dinge zu einem passenden Gesamtbild verbunden. Gerade der schräge oder absurde Humor fördert diese Gabe intensiv. So ziemlich jeder gute Witz von Monty Python beinhaltet einen assoziativen Faktor. Es ist also keineswegs nur seichte Unterhaltung, wenn wir zwischen Monty Python und der Nackten Kanone hin und her schalten. Es ist in manchen Szenen reinstes Training für das Gehirn.

 

Natürlichn sind dies nicht alle positiven Aspekte des Humors. Trotzdem möchte ich nun zum Thema „Humor und Hypnose“ übergehen.

Wie wir schon gesehen haben, dient Humor der Entspannung. Kann ich über das Problem lachen, das mich mit akuter Anspannung beschenkt, so werde ich durchs „drüber lachen“ diese Anspannung für kurze Zeit los. Das Problem tritt in den Hintergrund, ich kann mich auf mich selbst und das Jetzt konzentrieren. Und genau damit arbeitet die Hypnose-Induktion: Mit der Konzentration auf das Jetzt und auf sich selbst in diesem Jetzt. Nun dient das befreite Lachen sowohl einer emotionalen, wie auch einer physischen Entspannung. Und da die Hypnose-Induktion genau das darstellt, eine emotionale wie physische Entspannung, kann ein gewisser Humor zu Beginn einer Hypnose-Sitzung sehr förderlich sein. Allerdings ist die körperliche Entspannung eine Folge des Lachens – es ist also nicht möglich, sich in eine Hypnose hinein zu lachen. Die Hypnose sollte also nicht während, sondern nach einem entspannenden Gelächter eingeleitet werden. Und wie mit allen Dingen im Leben: Das Maß macht die Musik!

Humor fördert das assoziative Denken. Dies nicht nur langfristig, auch auf momentane Sicht ist dieser Effekt bemerkbar. Erlauben wir es uns, über einen absurden oder hintersinnigen Witz zu lachen, so erlauben wir es uns ebenfalls, „unlogische“ Suggestionen aufzunehmen. Hält also das Vorgespräch einer Hypnose hier und da eine kleine Albernheit parat, so lässt sich der Hypnotisand bei der Induktion der Hypnose auch gerne solcherlei Beschreibungen unterjubeln: „Sie schwimmen immer weiter aufs Meer hinaus, werden dabei immer schwerer und schwimmen bergab.“ So absurd der Gedanke auf der rationalen Ebene auch sein mag, so wirkungsvoll ist er auf der emotionalen Ebene. (Hier sei daran erinnert, dass die Rationalität und das damit eng verbundene Bewusstsein einer Nussschale auf dem Ozean des Unbewussten gleicht.)

Es sich zu erlauben, herzlich und ungebremst zu lachen, hängt sehr eng mit der Fähigkeit „sich fallen zu lassen“ zusammen. Beim schamlosen Gelächter spricht man auch gerne davon, „sich gehen lassen“. Ein Ausdruck, der fast eins zu eins durch „sich fallen lassen“ ersetzt werden kann. Ganz unabhängig vom Lachen ist die Fähigkeit, sich fallen zu lassen, für einen mittleren bis tiefen hypnotischen Zustand unabdingbar: Der Hypnotisand lässt die Logik fahren und „fällt“ in sich selbst. Auch hier ist Humor natürlich nicht zwingend nötig – im Vorfeld förderlich ist er allemal. Je absurder der Humor, desto instiktiver verstehen wir ihn. Wie auch bei der Wirkungsweise einer Hypnose-Induktion tritt bei einer wirkungsvollen Albernheit die rationale Logik in den Hintergund. Sowohl bei einem guten Witz, als auch bei einer Blitz-Induktion der Hypnose wird die Ratio überrumpelt. Ein Aspekt, bei dem es sich wohl lohnen mag, genauer hinzusehen (wenngleich hier der Raum dafür fehlt).

An dieser Stelle nun soll der Artikel lose enden. Mit einer einfachen Fragestellung: Willst Du bei einer solch tief in Deine Seele führenden Sache wie der Hypnose nicht als der Mensch wahrgenommen werden, der Du wirklich bist? Und ist Dein Humor denn kein Teil von Dir? Wieviel mehr hinter einem einfachen Scherzchen stecken kann, beschreibt dieser kleine aber feine Film sehr anschaulich:

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Hypnose & HTML-Code


Hypnose ist ein Feld voller Individualität. Wie schon jeder Hypnotisand seine persönliche psychosomatische Konstitution mitbringt, seine Bildsprache und so weiter, wendet auch jeder Hypnotiseur seine eigene Technik an. Dies ist absolut zu begrüßen, denn bekanntlich handelt es sich beim Menschen und seinem seelischen Empfinden nicht um ein Fließbandprodukt.

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Nun werden allerdings viele individuelle Hernaghenesweisen großspurig als besonderer „Code“, „Script“ oder „Protocol“ oder mit ähnlichen Bezeichnungen verkündet. Im Subtext: „Es ist die Lösung für alle Hypnotiseure.“ Und schon geht der Weg in die Irre: Es entsteht der Eindruck, eine komplexe Codierung nach mathematisch genauen Mustern ist die ideale Variante für jeden Hypnotiseur. Wer den „Code“, das „Script“ oder das „Protocol“ beherrscht, kann kaum noch Fehler machen – leicht erlernbar und doch das, worauf die Menschheit gewartet hat.* Fühlst Du Dich jetzt schon an den Da-Vinci-Code erinnert?

Als kleines Beispiel, wie wichtig man daherkommen kann, ohne viel mehr als eine persönlich sinnvolle Herangehensweise gefunden zu haben, möchte ich Euch nun an meinem eigenen Beispiel vorstellen:

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HTML-Protocol

HTML ist die Programmiersprache des Internets. Neben Erweiterungen wie XHTML, Javascript und einigen mehr, ist HTML seit den Anfängen des WorldWideWeb die Grundlage aller Webseitenprogrammierung. Und HTML beruht auf einer einfachen Logik, die auch in der Hypnose zum Einsatz kommt: Wenn Du einen Befehl geöffnet hast, so schließe ihn auch wieder.

In HTML: Dieses eine Wort ist <b>fett</b>. Die anderen nicht.

In der Darstellung im Netz: Dieses eine Wort ist fett. Die anderen nicht.

Der öffnende Befehl ist <b> (für „bold“, engl. „fett“). Ab diesem sogenannten Tag (engl. „Markierung“) sind alle folgenden Zeichen in fett geschrieben. Bis ich den Tag wieder schließe: </b>. Da ich mich nun auf eine Programmiersprache berufe, ist der Begriff „Protocol“ zumindest angebracht. Den Anfängerfehler, das ganze System „HTML-Script“ zu nennen, habe ich natürlich nicht gemacht. Warum? Recherchiere selbst…

Nun wollen wir das HTML-Protocol auf die Hypnose anwenden.

Eine einfache Übung und gerne gemachte Präsentation der Wirkung von Hypnose ist die Levitation. Dieses schöne Fremdwort (von lat. „levitas“ = Leichtigkeit) beschreibt einen eindrucksvollen Effekt: Durch gezielte Suggestion wird z.B. der Arm des Hypnotisanden so leicht gemacht, dass er wie von alleine zu schweben scheint. In sehr deutlichen Fällen ist es einer dritten Person nur mit großem Kraftaufwand möglich, den Arm des Hypnotisanden herunter zu drücken. Der Ablauf nun wie oben dargestellt:

Suggestion: Dein Arm wird ganz <leicht>.

Hiermit ist der Tag nun geöffnet, der Arm des Hypnotisanden wird mit jeder Wiederholung der Suggestion leichter und leichter – gefühlt ganz außerhalb der Kontrolle des Hypnotisanden. Das Problem an der Sache ist die posthypnotische Wirkung: Auch nach der Hypnose wird der Arm leicht bleiben, was für den Hypnotisanden ganz schön problematisch sein kann. (Stellen wir uns nur vor, es sei der rechte Arm, den der arme Hypnotisand ungewollt nach oben gestreckt die Innenstadt trägt… da freut sich höchstens ein „Bernd“ Höcke.)

Rücknahme: Dein Arm ist nun wieder <so schwer wie zu Beginn>.

Daher ist es wichtig, dass der Hypnotiseur die Suggestion wieder zurücknimmt, so wie der Programmierer den Tag an der richtigen Stelle schließt. Natürlich muss nicht jeder Tag geschlossen und nicht jede Suggestion zurück genommen werden („Du fühlst Dich gut und ausgeglichen,“ kann auch nach der Hypnose bestehen bleiben). Doch gerne werden „nebensächliche“ Suggestionen vergessen – die Folgen können immens sein. Mit dem großartigen HTML-Protocol passiert das nicht mehr, denn es schärft das Bewusstsein für komplexe und verschachtelte Folgeeffekte. Ein großartiges Tool, lerne es in nur einem Kurs (2 Tage, 480,- €)**.

Im Grunde handelt es sich durch die regelmäßige Beschäftigung mit HTML (oder einer beliebigen anderen Programmiersprache) um nicht mehr und nicht weniger als ein rudimentäres Training zum Verstehen und Anwenden von logischen Wenn-Dann-Ketten. Es kann also in der Welt der Hypnose nicht nur das HTML-Protocol teuer verkauft  und als Rettung aller hilflosen Hypnotiseure vermarktet werden (in Form von Kursen), sondern mit dem selben Gedanken und dem gleichen Effekt:

  • der Turbo-Pascal-Code
  • das CNC-Protocol
  • das BASIC-System
  • das Java-Script

Großes Kino, nicht wahr?

*) Eine solche Methode kann sehr gut und wirkungsvoll sein. Es ist nur eben keine Lösung für alle, sondern eine individuelle Herangehensweise. Diese kann gerne geschult werden – doch bitte als das, was sie ist: Eine von vielen Möglichkeiten. Meine Kritik richtet sich hier gegen diese oft zu sehende Elfenbeinturm-Mentalität. Die Technik an sich kann sehr gut sein und ist von der Kritik ausdrücklich ausgespart.

**) Das war ein Witz.

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bewusst / unterbewusst / unbewusst (Bewusstsein 4 Beginners)


Es ist wirklich sehr traurig, wie wenig Wissen – oder besser: Grundwissen – im Schulalltag vermittelt wird. Durch eine Schule muss nun mal ein jeder gehen, da gehörten solche Themen hin. Ich wäre dankbar, wäre dieser Blogartikel unnötig. Doch er ist es nicht. Denn die meisten Menschen (selbst viele Therapeuten) unterscheiden zwischen bewusst und unterbewusst. Doch, um ein Lieblingszitat zu verwenden: „So einfach ist es nicht!“

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Unsere Bewusstseinsstufen sind nicht in zwei, sondern in drei Ebenen zu gliedern. Aber eines nach dem anderen, beginnen wir mit dem:

I. Bewusstsein

Das Bewusstsein umfasst vornehmlich konkrete Inhalte, die sich im Jetzt befinden, oder zumindest dem Jetzt relativ nahe sind: Sinneserfahrungen (wovon die meisten jedoch unterbewusst bleiben), die durch unsere Konzentration darauf (z.B. auf den Geschmack eines Essens oder das Gefühl eines Kusses) oder die ungewöhnliche Plötzlichkeit (z.B. ein lauter Knall) die Schranke des Unter- oder Vorbewusstseins passieren. Im Grunde sind auch die plötzlich eintretenden Dinge wie der laute Knall etwas, worauf sich unser neurologisches System konzentriert und es in unser Bewusstsein vordringen lässt. Bewusstsein geht also immer mit einer gewissen Form der Konzentration einher. Wobei mit Konzentration eine Art Auslese gemeint ist: Irrelevante Sinnesreize (wie z.B. die stetig gleich bleibende Temperatur in einem geschlossenen Raum) werden aus dem Bewusstsein ausgeschlossen – sie landen im Unterbewusstsein. Relevante Reize, wie eben besagter Knall oder der intensive Kuss mit all seinen schönen Reizen, dringen zu uns durch. Zum größten Teil geschieht dies automatisch, zum kleineren Teil steuern wir die Prozesse des Bewusstwerdens.

Auch Erinnerungen und Fähigkeiten können in unser Bewusstsein dringen. „Wo hab ich gleich wieder die Urlaubsbilder abgespeichert?“ Im Unterbewusstsein verschwunden, können solche Informationen mit der richtigen Technik leicht hervor geholt werden. Meist macht man sich darüber keine Gedanken – der Besuch sitzt am Kaffeetisch, die Bilder werden einfach am Tablet aufgerufen. Ohne vorher darüber nachzudenken, in welchem Ordner man sie abgespeichert hatte. Ebenso ist es mit Fähigkeiten, wobei es gerade in diesem Bereich sehr viele Anteile gibt, die weder bewusst noch unterbewusst ablaufen, sondern unbewusst. Und damit niemals (oder nur mit der allergrößten Mühe) ins Bewusstsein treten können. Oder sind Sie sich all jener durch Ihre Motorik gesteuerten physikalischen Dinge bewusst, die z.B. beim Fahrradfahren passieren?

 

II. Unterbewusstsein / Vorbewusstsein

Wie sieht eigentlich eine Schildkröte von unten aus? … Und schon haben Sie etwas aus Ihrem Unterbewusstsein in Ihr Bewusstsein hervor geholt. Sie wussten schon vorher, wie eine Schildkröte von unten aussieht, doch es war nicht wichtig. Sie hatten bis eben mit dieser Thematik nichts zu tun, ebenso hat Sie Ihnen niemand aufgedrängt. Dieses Aufdrängen habe ich nun nachgeholt. Und was konnten Sie dagegen tun? Genau: Nichts! Sie hatten keine Chance, die Schildkröte ist nun da und wird erst in ein paar Minuten wieder ins Meer des Unterbewussten absinken. (Beim Unterbewussten spricht man in der Forschung auch vom Vorbewussten – beide Bezeichnungen haben eine gute, wenngleich etwas verschiedene Aussagekraft.)

Aber halt – schlechte Metapher! Wollen wir die Metapher etwas besser machen: Das Bewusstsein ist ein Boot auf dem pazifischen Ozean. Alles, was sich auf diesem Boot befindet, ist Ihnen bewusst. Die Schildkröte (und ihre Unterseite) befindet sich zum Beispiel dort. Was noch? Das wissen nur Sie selbst, denn meine Verantwortung für die Fracht auf Ihrem Boot hat sich mit der Schildkröte erschöpft. Na gut, packen wir noch ein Kamel mit drei Höckern dazu – damit ist aber auch gut. Das Unterbewusstsein ist in dieser Metapher eine sehr flache Schicht dieses Ozeans, auf dem Ihr Bewusstseins-Boot schwimmt. Es ist die oberste Schicht, sie beinhaltet all dies, was Sie vom Boot aus angeln können (gezieltes Bewusstmachen) und all jenes, was aus Versehen auf Ihr Boot springen kann (unerwartetes Bewusstwerden). Allerdings reicht so eine Angelschnur nicht allzu weit in die Tiefe. Ebenso springen Meerestiere nur dann aus dem Wasser, wenn sie sich sowieso schon recht nahe an der Oberfläche befinden. Doch der Ozean ist bekanntlich sehr viel tiefer…

 

III. Unbewusstes Material

Das Unbewusstsein ist als Begriff nicht gebräuchlich. Etwas verkompliziert wird hier vom unbewussten Material gesprochen. Dieses Material lässt sich, im Gegensatz zum unterbewussten Material, nicht so einfach ins Bewusstsein holen – teilweise ist es gänzlich unmöglich. Fast alle Körperfunktionen werden über unser Gehirn gesteuert. Nehmen wir das Haar- und Nagelwachstum einmal heraus, bleibt nicht mehr viel übrig, was gänzlich autonom und vom Gehirn unabhängig in unserem Körper geschieht. Gewisse Anteile der Atmung sind dem Unterbewusstsein zuzuordnen, denn sie können sehr einfach ins Bewusstsein geholt und von ihm kontrolliert werden. Dazu eine kleine Aufgabe: Atmen sie vier mal schnell und flach und anschließend vier mal langsam und tief. Sie sehen, die Atmung zu steuern ist in gewissen Grenzen kein Problem. Unbewusst sind z.B. die Nierenfunktionen. Auch dazu eine kleine Aufgabe: Erhöhen Sie nun bitte den Cortisonausschuss Ihrer Nebenniere. … Ganz klar, mit der Atemkontrolle haben Sie keine Probleme. Doch wie zur Hölle wollen Sie Ihre Nebenniere kontrollieren – bewusst kontrollieren? Hier haben wir also ein gutes Beispiel für unbewusste Prozesse.

Neben dem allergößten Teil körperlicher Prozesse sind auch die meisten psychischen Prozesse dem Angler auf dem Boot Ihres Bewusstseins verwehrt. Verdrängte Traumata, die Erinnerung an so manch prägende Kindheitserfahrung, die Ursachen triebgesteuerten Verhaltens, um nur einen Bruchteil zu nennen. Und hier möchte ich wieder zu dem Bild mit dem Boot auf dem Ozean zurück kommen – genauer gesagt, die Dimensionen dieser Metapher gerade richten: Unser Bewusstsein ist eine Feder, die auf dem Ozean schwimmt, unser Unterbewusstsein ist ein ganzer Eimer Wasser dieses Ozeans – und der Ozean selbst, das ist das unbewusste Material. Für immer verborgen..? Mitnichten!

Interessiert an einer Möglichkeit, in den Ozean des Unbewussten abzutauchen? Dies hier ist der Königsweg: dwm-coachings.de/hypnose

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Sei achtsam… aber nicht zu sehr!


Achtsamkeit ist eines dieser Worte, an denen sich die Geister scheiden. Gerne und höchst humorfrei wird es im Personal-Coaching verwendet, frei von unnötigen Anglizismen also in der Persönlichkeits-Förderung. „Sei achtsam!“ heißt es da schnell. Und gemeint ist vor allem: „Sei achtsam Dir selbst gegenüber!“ Und sicherlich, in einer Wettbewerbs-Gesellschaft kommt die Selbst-Achtsamkeit viel zu kurz. Burnout- und Depressionszahlen zeigen es in alarmierender Deutlichkeit. Also können wir die Sache doch abkürzen: Sei achtsam! Und wer das nicht verstanden hat, belege bitte schleunigst ein Achtsamkeits-Seminar? Nein, ganz so einfach ist es nicht.

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I. Achtsamkeit wird gerne mit stetiger Ruhe und Gelassenheit gleichgesetzt.

Und schon haben wir den ersten kapitalen Fehler begangen. Sicherlich sollten wir die meiste Zeit ruhig und gelassen sein. Auch ist es wünschenswert, diese Ruhe und Gelassenheit beizubehalten, wenn wir in eine stressigere Situation geraten. Ein immer wieder gern gewähltes Beispiel ist der Stau: Der eine Fahrer dreht im wahrsten Sinne am Rad, der andere schaltet das Radio an und entspannt. Unser Menschsein ist tatsächlich darauf ausgelegt, den Großteil der Zeit in Ruhe zu verbringen. Das heißt aber auch, dass ein gelegentlicher, wohldosierter Adrenalinausstoß ist wichtig. Es ist medizinisch bekannt, dass ein stetiges Level an Adrenalin extrem schädlich ist, gelegentliche Spitzen allerdings sehr gesund sind. Einer permanenten Ruhe fehlen solche Spitzen, die für unsere Physis ein wichtiges Training darstellen. Es wird die Motorik trainiert, die körperliche Spannkraft, die Reaktionsfähigkeit und vieles mehr. Nicht zuletzt braucht auch die Resilienz immer mal wieder einen Stress-Trigger, um möglichst gut funktionieren zu können. Es ist ähnlich wie mit dem Immunsystem: Je weniger Training unter Stressbedingungen, desto schwächer. Gar kein Stress und Dauerstress sind hingegen höchst problematisch. Achtsamkeit heißt also auch, darauf zu achten, dass eben jene gelegentlichen Stresmomente ihren Raum bekommen. Sie sind Teil des Lebens – und auf das Leben ist der lebendige Organismus samt seiner Psyche ausgelegt.

 

II. Achtsamkeit wird gerne als „zudeckende Methode“ verwendet.

Was heißt das nun für uns? Es gibt „zudeckende“ und „aufdeckende“ Methoden im Umgang mit Allerlei. Nehmen wir als Beispiel die herunter gefallene Pizza: Einen Teppich über die Pizza zu legen ist eine zudeckende Methode – das Problem wird unsichtbar gemacht. Was meistens wenig sinnvoll ist, denn dadurch vergrößert sich ein Problem im Regelfall. Zumindest aber verschiebt es sich, aus Stress wird Konzentrationsschwäche, aus Konzentrationsschwäche wird Kopfschmerz, und so weiter. Wenn es nun nach mehreren Wochen in der Küche furchtbar stinkt, dann wäre eine weitere zudeckende Methode der leidige Raumlufterfrischer. Er überdeckt den Gestank. Eine aufdeckende Methode wäre es, den Teppich weg zu nehmen, um nachzusehen, was da so stinkt. Der Nachteil der aufdeckenden Methoden liegt auf der Hand: Man muss der Ursache in die Augen sehen – um die Ursache zu entfernen, sich oftmals die Hände schmutzig machen.

Nun ist gerade die oben erwähnte permanente Ruhe und (pseudo-)Entspannung eine stark zudeckende Methode: „Ich sehe kein Problem! Da ist kein Problem! Alles ist gut!“ Nun zeigen Sie mir den Menschen, bei dem wirklich alles gut ist. Sie werden ihn nicht finden, es gibt ihn nicht. Bin ich aber wirklich achtsam mir selbst gegenüber, dann ist es so, wie auf die Küche zu achten: Der Teppich wird beiseite genommen, das Problem erkannt und bestenfalls gelöst. Ja, richtig, es ist der schwierige Weg. Doch genau dafür gibt es Handschuhe.

 

III. Achtsamkeit als Ideologie

Das Wesen der Achtsamkeit ist mit dem Wesen der Ideologie nicht wirklich zu vereinen. Achtsamkeit ist in höchstem Maße individuell: Was für den einen gut ist, ist für den anderen schlecht. Achtsamkeit heißt, auf sich selbst zu hören. Auf das Bauchgefühl, auf Instinkt und Intuition. Vielleicht ist es in genau diesem Moment richtig, etwas nicht zu tun, doch nur fünf Minuten später ist es richtig, es doch zu tun. Achtsamkeit benötigt zu ihrer vollen Entfaltung also ein Höchstmaß an Flexibilität. Genau das Gegenteil von Individualität und Flexibilität verkörpert aber die Ideologie. Sie ist für eine möglichst gleich geschaltete Masse gemacht, da hat die Achtsamkeit wenig Platz.

Trotzdem – und hier kommen wir wieder zum zudeckenden Mechanismus – wird Achtsamkeit oftmals ideologisch propagiert. Die verwendeten Methoden sind dann meist die Suche nach der oben schon erwähnten permanenten Ruhe. Es geht hier nicht um Achtsamkeit, sondern um das schnelle Geld. Und für schnelles Geld sind die zudeckenden Methoden natürlich erste Wahl: Sie tun nicht weh und wirken sofort. Nur eben nicht lange – man denke dabei an den Teppich über der Pizza oder einen Großteil der Produkte der Pharma-Industrie. Die aber wirklich entspannten Menschen, haben sich ihren Problemen gestellt. Und – genau da liegt ein großes Missverständnis – auch diese haben manchmal Stress. Sie wissen um das, was wir „Leben“ nennen.

 

IV. Sei achtsam… aber nicht zu sehr

Achtsamkeit ist gesund. Es ist die Grundhaltung, in sich hinein zu fühlen. Auf sich selbst acht zu geben. Innere Prozesse, psychische, somatische und psychosomatische Prozesse zu erkennen, zu verstehen und sich ihren Ursachen zu stellen. Doch wie eine Mutter ihr Kind überbehüten kann (eine Kindheit ohne aufgeschürfte Knie ist eben keine Kindheit), so kann man es auch bei sich selbst mit der Achtsamkeit übertreiben. Es sollte nicht vergessen werden, dass die Achtsamkeit „nur“ ein Mittel zum Zweck ist. Und der Zweck ist eben kein möglichst behütetes, sondern ein möglichst lebenswertes Leben.

Und wenn Sie trotz aller Achtsamkeit einmal nicht weiter wissen, haben Sie keine Scheu: dwm-coachings.de

 

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Das Gute am Bösen – Sexualität


Konrad Lorenz postulierte einst das „sogenannte Böse“¹ und meinte damit – vereinfacht gesagt – folgendes: So schrecklich die Taten und Gedanken der Menschen sein mögen, sind sie doch Folgen unseres triebgesteuerten Seins. Auch wenn eine Tat zu Recht als abgrundtief böse bezeichnet werden darf, so ist der dahinter stehende Handlungsimpuls doch etwas Anderes. Er hat einen triebhaften Drang zur Grundlage, welchen der Täter nicht unter Kontrolle bringen konnte. So wie das wehrlose Opfer, hatte also auch der Täter ab einem gewissen Punkt keine Chance mehr. Und manchmal ist das sogar gut so…

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Wollen wir das Böse zuerst in zwei sehr unterschiedliche Teilbereiche gliedern. Von Vollständigkeit kann in einem Blogartikel zu einem so weitgreifenden Thema natürlich keine Rede sein.

Gewalt gilt als böse, wobei die körperliche Gewalt oftmals mit einem größeren Vorwurf behandelt wird, als die psychische Gewalt. Gerade im Rahmen von sogenannten gewaltfreien Szenen, herrscht oftmals ein Übermaß an psychischer Gewalt – verschleiert und geduldet. Psychische Gewalt ist meist weniger greifbar als körperliche, denn sie hinterlässt kaum sichtbare Spuren. Ein Schuss in den Bauch hinterlässt eine klaffende Wunde, ein – im übertragenen Sinne – Stich ins Herzen hinterlässt nicht mehr als einen schwer zu deutenden Blick. Gewalt also, egal in welcher Form, fällt, wenn man sie denn moralisch werten möchte, unter den Begriff des Bösen.

Ein gänzlich anders gelagertes Böses als die Gewalt stellt die Sexualität dar. Der sexualfeindliche Einfluss eines gewissen Paulus² auf die christliche Lehre war immens. Die Sexualität galt fast zweitausend Jahre lang als schmutzig, verdorben und – böse. Der Teufel höchstselbst, sowie seine vornehmlich weiblich-sinnlichen Anhänger/innen (z.B. die mittelalterlichen Hexen) sind allesamt sehr sinnliche, freizügige Wesen. Doch wird ihre lustvolle Art nicht positiv gewertet, wie es eigentlich sein sollte, sondern als Mittel zur Verführung zum Bösen. Und wie das Ziel des Werkzeugs ist auch das Werkzeug selbst ein Teil des Bösen. Kurz gesagt: Die Sexualität ist böse, denn sie ist des Teufels. Unzählige christliche Darstellungen belegen diese Sichtweise, wie zum Beispiel folgende von John Roddam Spencer Stanhope:

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Um die Daumenschraube der Pikanterie nun weiter anzuziehen, möchte ich nun Sexualität und Gewalt verbinden.

Beginnen wir mit der psychischen Gewalt. Hierzu gibt es tatsächlich wenig Gutes zu sagen. Psychische Gewalt ist ein erschreckend weit verbreitetes Mittel, um Menschen sexuell gefügig zu machen. Sei es durch eine hierarchische Stellung (man denke nur an solche Typen wie Harvey Weinstein oder Jimmy Savile), sei es durch subtile Beeinflussung, wie sie beispielsweise in der oft zu Unrecht glorifizierten „Kommune 1“ Gang und Gäbe war (der Spruch „Wer zweimal mit derselben pennt, gehört schon zum Establishment“ spricht Bände). Nicht zuletzt die Jahrtausende alte Unterdrückung der Frau ist eine – perverser Weise institutionalisierte und vergesellschaftlichte – Form der psychischen, sexualisierten Gewalt.

Etwas positiver zu sehen ist natürlich die Master/Slave-Symbiose im BDSM: Der Sklave will gedemüdigt und unterworfen werden, oftmals das Gegenteil zu seinem Alltag. Der Master hingegen steht auf die Kontrolle, die er oder sie über den hörigen Sklaven ausüben kann. Insofern alle Beteiligten sich ihrer Rolle einig sind, gibt es dagegen nicht viel einzuwenden. Doch haben wir es hier mit einer Sonderfrom der Sexualität zu tun, die im Allgemeinen wenig Relevanz besitzt. Bis auf Exoten der Sexualität ist die psychische Gewalt in Verbindung mit der Sexualität folglich klar und deutlich abzulehnen.

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Nun wollen wir zur körperlichen Gewalt im Rahmen der Sexualität übergehen. Hier sind – wie schon bei der psychischen Gewalt – zwei Seiten scharf zu trennen: 1. Gewalt gegen den Willen einer oder mehrerer Personen. 2. Beide Beteiligten wünschen sich die Gewalt als luststeigerndes Element. Dass wir die erste Seite sowohl moralisch als auch kriminologisch deutlich abzulehnen haben, liegt wohl auf der Hand. Niemand darf durch irgend eine Form der Gewalt zu etwas gezwungen werden, was sie oder er nicht wünscht. Gewalt gegen den Willen einer Person ist nicht weniger als Missbrauch.

Wie sieht es nun mit der zweiten Variante aus? Die Gewalt ist gewünscht, sie intensiviert die Lust und wird durch körperliche Grobheiten und passendes Spielzeug gefördert. Selten ist der sogenannte Lustschmerz der zentrale Punkt, der allerdings auch in der „normalen“ Sexualität (was bitte ist normal?) eine Rolle spielt. Sicherlich können Schmerzen erregend wirken: Sie zwingen die Konzentration auf das Körpergefühl und verstärken somit auch die erotischen Gefühle. Des Weiteren erzeugt ein plötzlicher Schmerzreiz etwas ganz Ähnliches, wie es die Desinformation³ in der Kommunikation vermag: Der Mensch möchte heraus aus den Schmerzen – bei Lustschmerz allerdings ambivalent – und nutzt daher jede sich bietende „Ausfahrt“ mit Vollgas. Ist diese Ausfahrt erotischer Natur, so lässt sich leicht ausmalen, wohin die Reise gehen kann.

Ein entscheidendes Element bei lustvoller Gewalt ist die Mischpoke aus Macht, Kontrolle, Ohnmacht und Fallenlassen. Nehmen wir das Fesselspiel als Beispiel. Im Entführer-Entführten-Verhältnis ein rein egoistisches Machtinstrument, an welchem das Opfer sicherlich keine Freude hat, lohnt sich im Rahmen der Sexualität ein genauerer Blick auf das „Opfer“ – das ja keines ist, da es sich diese Rolle wünscht.

Eine relativ normale Vorform des Fesselspiels ist es, einen Partner oder (meistens) eine Partnerin fest am Haar im Nacken zu halten, so dass er oder sie das Gefühl hat, der – wohlgemerkt angenehmen – Situation nicht mehr entrinnen zu können. Trotz des festen, unnachgiebigen Griffs ist die liebevolle Zärtlichkeit dabei nicht ausgeschlossen. Um beim klassischen Bild zu bleiben: Der Mann zeigt der Frau seine Kraft – die Frau möchte von diesem kraftvollen Männerkörper, der ihr absolut überlegen ist, auch kräftig geliebt werden. Der Mann überwältigt und gibt, die Frau lässt sich fallen und nimmt.

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Unterwerfung ist nicht mit Unterdrückung zu verwechseln. Wer als Mann eine Frau unterdrückt (dies gilt übrigens auch anders herum), der zeigt vor allem seine Schwäche im Umgang und seine Angst vor dem weiblichen Geschlecht. Dies ist nicht gerade selten, und sei es nur als ungelebte Phantasie, denn für die meisten Männer sind Frauen unergründliche, dunkle Wesen, die ihn ängstigen. Der arme Mann wird von unserer Gesellschaft zum Herrscher stilisiert, doch viele können – und wollen in ihrem unbewussten Kern! – diese Rolle nicht erfüllen. Kompensationen in diesem Spannungsfeld können die absurdesten Blüten tragen: Jeden Tag tötet in Deutschland ein Mann seine Frau. Sicherlich aus verschiedenen Gründen, oftmals aber mag der Keim im eben skizzierten Dunstkreis liegen.

Nun aber zurück zum Fesselspiel. Nur ein verschwindend geringer Bruchteil an Personen unserer westlichen, vielleicht sogar der gesamten Welt, ist dazu in der Lage, im Alltag loszulassen. Die Dinge laufen zu lassen, ohne sie zu kontrollieren. Mann und Frau müssen in ständiger Selbstkontrolle ihr Leben meistern, oft ist der Partner oder die Partnerin auch ein Teil dessen, was es zu managen gilt. Der Mensch strebt nach Ausgleich, je schwerer das Gewicht auf der einen Seite, desto stärker schlagen natürlich die Spitzen auf der anderen Seite aus. Eine gewaltvolle Unterwerfung kann hier lustvolle Kompensation sein. Fallenlassen und Kontrolle abgeben in extremer Form.

Doch wo bleiben hier die natürlichen Unterschiede zwischen Mann und Frau? Warum sehen sich gerade Frauen nach einem Mann, der sie „anpackt“ – ohne dabei unterdrückt oder gebrochen zu werden? Warum sind unterwürfige Männer ungleich weicher und weinerlicher in ihrer Kontrollhergabe (stichwort: Pampern)? Und wo liegt die Grenze zwischen Lust und Schaden, wo die zwischen Normalität und Perversion? Wo bleibt der Vater, wo die Mutter – und ihre Folgen? Und was ist mit all den Spielarten, die bisher nicht zu Wort gekommen sind?

Fragen, die nur ein Buchwerk und das Leben, nicht aber ein Blogartikel beantworten kann…

 

 

¹) Konrad Lorenz „Das sogenannte Böse“ 1963

²) Paulus von Tarsus, christlicher Apostel, 10-60 n.Chr.

³) siehe Paul Watzlawick „Wie wirklich ist die Wirklichkeit?“ (1976)

 

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Hypnose und Grenzbereiche


Untersucht werden in diesem Artikel verschiedene parapsychologische Grenzbereiche in Verbindung mit Hypnose. Es soll dabei nicht der Eindruck entstehen, die Hypnose selbst wäre ein parapsychologisches Phänomen. Ganz im Gegenteil dient sie uns hier als Maßstab für die Bewertung (angeblicher) parapsychologischer Erfahrungen.

Lange Zeit galt die Hypnose als ein magisches (Schamanismus, Heilzauber), göttliches (Orakel, Tempelschlaf) oder okkultes (Alchemie, schwarze Messen) Werkzeug. Selbst die heutzutage wissenschaftlich erforschte Hypnose als Coaching- und Therapiewerkzeug hat ihre Anfänge im Grenzbereich zwischen Wissenschaft und Phantasterei. Der sog. „Mesmerismus“ wollte die Wirkung auf eine magnetische Kraft hin deuten, die vom Hypnotiseur ausging. Also der Hypnotiseur als Allmächtiger, dessen Bann der Hypnotisand willenlos ausgeliefert ist: bis heute ein weit verbreitetes Missverständnis. Benannt nach seinem Entdecker Franz Anton Mesmer (1734-1815) wurde die Hypnose damals von offizieller Seite abgelehnt – weniger der unbestreitbaren Erfolge wegen, sondern mehr aufgrund der scheinwissenschaftlichen Erklärungen Mesmers. Dass durch die ursächliche Fehleinschätzung Mesmers methodisch einiges falsch gemacht wurde, liegt natürlich auf der Hand.

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Die roboterhafte Art in Bewegung und Sprache, die scheinbaren Wechsel verschiedener Persönlichkeiten in einem Leib, sowie einige weitere damals unerklärliche Phänomene der Hypnose stützten ihren okkulten, teils gar dämonischen Ruf. Ein Echo des Unwissens, das bis heute nachhallt. Gerade deshalb ist es wichtig, die Grenzbereiche der Wissenschaften im Allgemeinen zu erforschen, und der Hypnose im Speziellen. Tauchen Phänomene auf, sollten sie nicht leichtfertig abgetan werden – schließlich war auch der Blitz einst magisch gedeutet, wurden Sichtungen des Riesenkalmars bis ins 19. Jahrhundert hinein als Spinnerei abgetan, haben wir heute in der Quantenphysik Phänomene, die erwiesen sind und trotzdem unserem Verständnis von Logik und Vernuft zuwider gehen. Und so weiter und so fort. Als interessanten Forscher im Spannungsfeld zwischen Hypnose, Wissenschaft und Parapsychologie soll hier Milan Rýzl (1928-2011) erwähnt werden. Rýzl gilt als einer der seriösesten Forscher wissenschaftlicher Grenzbereiche – wobei auch bei ihm hin und wieder der Wille zur Entdeckung den Blick für die Methodik vernebelte. Als das „Kluge-Hans-Trauma“ ist die Aufdeckung scheinbarer Telepathie bei einem Pferd (dem klugen Hans) im Jahre 1904 bekannt. Auch wenn es sich hierbei nicht um Hypnose handelte, ist dieser Fall durchaus eine Erwähnung wert. Es wurden in dieser Sache feinste Nuancen menschlicher Gemütsregungen von den Forschern übersehen, die dem klugen Hans jedoch nicht entgangen waren. Dies führte zu eben jenem folgenschweren Irrtum, das Pferd könne Gedanken lesen. Da auch die Hypnose sehr eng mit den Gemütsregungen eines Menschen verknüpft ist, sollen gerade in der Erfoschung von Grenzbereichen via Hypnose solcherlei Fehler ausgeschlossen werden. Der Kluge Hans als mahnendes Beispiel.

Nun aber wollen wir zu einigen Beispielen übergehen, die eine Schnittmenge aus Hypnose und wissenschaftlichen Grenzbereichen beinhalten:

Rückführung in frühere Leben

Die Rückführung in frühere Leben ist für Hypnotiseure ein gutes Geschäft. Viele Menschen erfreuen sich an einer scheinbaren Bestätigung ihrer gewünschten Größe – nicht zufällig landen Rückführungen regelmäßig bei solch geschichtlichen Schwergewichten wie Cäsar, Jesus, Gandhi und Konsorten. Es ist ganz erstaunlich, wieviele Reinkarnationen ein und derselben historischen Persönlichkeit heute vermeintlich existieren. Hier sind wohl vielmehr Wunschtraum und mangelndes Selbstbewusstsein die Triebfeder solcher Ergebnisse, denn eine tatsächliche x-fache Wiedergeburt. Wer nun Wünsche erfüllt, der kann dafür ein gutes Honorar verlangen – in diesem Fall der Hypnotiseur. Dass also jenes diffuse Gefühl „Ich bin die Wiedergeburt der Johanna von Orleans!“ von manch fadenscheinigem Hypnotiseur gerne (und nur scheinbar!) bestätigt wird, ist somit kaum verwunderlich.

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Auf der anderen Seite hat noch kein Mensch hinter den Ereignishorizont des Todes blicken können. Wir glauben an gutmütige Götter (trotz des Elends auf der Welt), an Engel, Geister, Hölle, Paradies und eben auch an die Wiedergeburt. Nichts davon kann bewiesen werden und nichts davon wird wohl jemals widerlegt. Es heißt eben nicht umsonst Glauben und nicht Wissen. Auch hier wollen wir der Forschung genüge tun – indem wir von vornherein weder etwas ausschließen noch etwas festlegen. Die Herangehensweise ist dabei klar, Rückführungen in geschichtlich unbekannte Persönlichkleiten geben die Möglichkeit zum Test: Hat diese Person wirklich existiert? Gibt es Aufzeichnungen über Erlebnisse, die in der hypnotischen Rückführung ebenfalls erinnert werden? Oder – bei geschichtlich relevanten Personen – deckt sich die hypnotische Erinnerung mit den erforschten Daten? Ein spannendes Thema, spielerisch von uns beforscht.

Telepathie

Wir wollen für unseren Gedankengang davon ausgehen, dass die Existenz telepathischer Phänomene theoretisch möglich ist. Natürlich ist es ein schwaches Argument, darauf hinzuweisen, dass Telepathie bisher nicht widerlegt wurde. Wenden wir allerdings die Theorie der Einstein-Rosen-Brücke auf nonverbale Kommunikation an, so sind wir der Telepathie schon beängstigend nahe. Interessant sind hierbei die Forschungen von Milan Rýzl (s.o.), welche irgendwo zwischen der statistischen Bestätigung telepathischer Fähigkeiten und dem Klugen-Hans-Phänomen (s.o.) anzusiedeln sind. Die Hypnose wurde von Rýzl jedoch nur nebenbei genutzt. Interessant wäre eine Forschung, die sich konkret dem Werkzeug der Hypnose bedient, um telepathische Fähigkeiten aus dem Menschen heraus zu kitzeln. Denn wer kennt diesen Moment nicht, wenn es irgendwo im Hinterkopf klingelt – und diese Person, an die man so plötzlich denkt, ruft kaum eine Minute später an. Nach Jahren, kann das Zufall sein?

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Ja, es kann Zufall sein. Doch es fühlt sich nicht nach Zufall an. Die Hypnose ist erwiesener Maßen dazu in der Lage, ganz erstaunliche Leistungen und Fähigkeiten zu wecken, weshalb sie z.B. im Leistungssport erfolgreich angewandt wird. Auch sollten wir nicht vergessen, dass der Blitz, das Feuer oder die Geburt einstmals als unerklärliche, magische Elemente unseres Universums betrachtet wurden. Es bleibt also tatsächlich die Möglichkeit der Existenz von Telepathie bestehen. Dies soll keinesfalls die Existenz von Telepathie postulieren. Da wir jedoch neugierige Geister sind, möchten wir auch dieses Feld nicht völlig aussparen. Oder, um ein Zitat des Schweizer Politologen und Gesundheitsökonomen Dr. Gerhard Kocher zu bemühen: „Forschung ist gefährlich: man könnte etwas Neues entdecken.“

Besessenheit

Der Dämonenglaube ist weitgehend erforscht und mit großer Sicherheit durch religiösen Wahn zu erklären. Psychische Erkrankungen und Ausnahmezustände wie die Schizophrenie rufen diesen Wahn durch eine gefährliche Melange aus Unwissen und religiösem Dogma schließlich auf den Plan. Heute wissen wir, dass eine hypnotische Bearbeitung von Schizophrenie stark kontraproduktiv ist und die Leiden eher verschlimmert, denn verbessert. Das ganze Setting eines Exorzismus ist einer spontanen Hypnose sehr zuträglich (gedämpftes Licht, Fixierung der Finger oder des Kruzifix, monotone Litanei des Priesters). Dass die Trance im Exorzismus eine große Rolle spielt, liegt in der Natur der Sache. Kommt es nun zu dieser Situation, so werden die Worte des Priesters als Suggestionen betrachtet – schließlich sind sie klare Handlungsanweisungen an eine bestimmte Region der Psyche des Patienten: „Verlasse diesen Körper, Dämon!“ In diesem Stadium ist eine Trotzreaktion der angesprochenen Region mehr als nur wahrscheinlich: Der angebliche Dämon wehrt sich gegen den Exorzisten, in Wahrheit wehrt sich die Psyche gegen einen unsachgemäßen Eingriff! Im angewandten Exorzisums sehen wir also ein Beispiel des wohl schädlichsten Fehlverhaltens, wie es im Rahmen der Hypnose nur möglich ist. In wenigen Fällen überwindet der Betroffene durch diese intensive Krise sein eigentliches Problem und wird geheilt. In den meisten Fällen jedoch zerbricht er an der Behandlung – die gar keine Behandlung darstellt, sondern eine Misshandlung.

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Nehmen wir nun hypothetisch an, es gäbe tatsächlich dämonische Besessenheit. Die Besessenheit ist in ihrer Theorie ja eine Besitzergreifung der Seele, letztlich also der Gehirnfunktionen. Der hypothetische Dämon stellt einen bösartiger Charakter dar, damit ist er in seiner Persönlichkeitsstruktur wohl ganz anders aufgebaut als sein Opfer. In dessen plötzlich und völlig andersartigem Verhalten ist dieser Aspekt klar erkennbar. Da der Dämon über magische, wenngleich bösartige Kräfte verfügt, wäre er wahrscheinlich immun gegen solch unmagische Waffen, wie sie die klassische Medizin und Pharmazie hergeben. Als wirksames Werkzeug zur Austreibung käme dann wieder die Hypnose auf den Plan, da sie den Weg über das Irrationale geht – so unmagisch sie selber ist, spricht sie doch die Sprache der Magie. An diesem Punkt beißt sich die Katze selbst in den Schwanz: Es bleibt dabei, der Dämon ist eine missverstandene psychische Ausnahmesituation, durch kontraproduktiv angewandte Hypnose wird diese Situation verstärkt. Der nach religiösen Mustern als Beweis für die Besessenheit gewertete Effekt des Sich-Wehrens ist im Grunde nur ein Beweis für die fehlerhafte psychologische Ausbildung des Exorzisten. Und wie so oft: Zum Leidwesen seines „Patienten“.

Probanden und Erlebnisse

Du hast selbst solcherlei – nennen wir sie: parapsychologische – Erfahrungen gemacht, oder machst sie gar regelmäßig? Du bist in keiner langfristigen psychologischen Behandlung, hast weder ein Trauma, noch nimmst Du harte Drogen? Dann bist Du uns als Proband sehr willkommen! Es ist nicht unsere Absicht, Deine Meinung oder Deutung zu bestätigen oder zu widerlegen. Wir wollen vielmehr nach möglichst gesicherter Methodik nach der Wahrheit forschen, den Hintergründen und den daraus folgenden Erkenntnissen.

Schreibe uns eine Mail mit einer kurzen Beschreibung Deiner Sache an: dominic[AT]dwm-coachings.de. Auf schlechte Tricks fallen wir übrigens nicht herein.

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Der Sinn menschlicher Aggression


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Dass Aggression – sei sie physischer oder psychischer Natur – eines der größten Probleme der Menschheit ist, darüber lässt sich kaum streiten. Und doch ist es falsch, so zu tun, als wäre der moderne, aufgeklärte Mensch dazu in der Lage, seine Aggressionen gänzlich zu überwinden. Auch wenn der von Konrad Lorenz postulierte Aggressionstrieb als singulärer Trieb nahezu ausgeschlossen werden kann, so sind es doch viele verschiedene Einflüsse, die uns zu aggressivem Verhalten treiben können. Und sie tun es – seit es Leben auf der Erde gibt. Doch was ist es, das uns zu solch aggressiven Wesen macht?

Der Hauptaspekt aggressiven Verhaltens liegt im Selbstschutz. Im Strafrecht spricht man z.B. von Selbstverteidigung, doch auch die nach der Ausbeutung fremder Ressourcen strebenden Angriffskriege sind von der Sorge motiviert, weniger mächtig zu sein, im Endeffekt: weniger schutzlos. Hier begegnet uns nun das Sprichwort „Angriff ist die beste Verteidigung“. Eine Mutter würde ihr Kind mit allen verfügbaren Waffen verteidigen, was jedem gesunden Menschen sinnvoll erscheinen wird. Selbst der Löwe, der eine Gazelle reißt, beschützt sich dadurch vor dem Hungertod. Selbstschutz ist schließlich ein elementarer Bestandteil der Selbsterhaltung.

Auf der Stufe des Individuums ist Aggression also meist durch den Selbsterhaltungstrieb getriggert, auf Stufe der Gruppe ist es die Erhaltung der Gruppe. Der Familie, der sozialen und/oder ideologischen Gruppe (Nation, Religion, Fußballverein, etc.), nicht zuletzt der eigenen Art. Wir kennen die auf Ideologien basierenden Gewaltexzesse der Geschichte: Kreuzzüge, Genozid, sogenannte Befreiungskriege. Wenn sich Gruppenaggressionen verselbstständigen, so passiert dies stets auf der Basis einer Ideologie. Der sogenannte „Heilige Krieg“ ist dabei ein Paradebeispiel.

Der elementarste Kern des Überlebens liegt in der Sexualität. Wer würde nicht für seine Kinder sterben, wenn es die Situation erfordert? Wer würde nicht für seine Kinder töten? Es ist der Aggressionsforschung bekannt, dass gerade sexuelle Frustration zu starken aggressiven Ausbrüchen führt. Diese reichen sehr weit, Gewalt gegen einen Nebenbuhler kann ebenso eine Folge sexueller Frustration sein, wie auch häusliche Gewalt und Vergewaltigung – was so nahe liegend wie erschreckend ist. Und selbst hier sehen wir Aspekte des Selbstschutzes am wirken: Der Schutz des eigenen Erbgutes vor drohender Ausrottung (durch einenen frustrierenden Mangel an Sexualpartnern, wobei man ja auch sagen könnte: „Selber schuld!“)

Können wir unser Aggressionspotential überwinden? Die Antwort ist einfach: Nein. Doch wir können es in den Griff bekommen. Jedes Lebewesen auf unserem Planeten – vom Einzeller bis zum Säugetier – zeigt aggressive Verhaltensweisen. Es wäre vermessen zu behaupten, wir könnten unsere Aggressionen gänzlich ablegen. Seien sie nach außen oder nach innen gerichtet (Aggression, Autoaggression), Aggressionen sind ein Teil unserer Natur.

Die Existenz aggressiven Verhaltens bei sich selbst zu akzeptieren ist der erste Schritt, sie zu beherrschen. Aggressionen entspringen oft einem Impuls, der schneller ist als das Nachdenken. Auch hier hilft uns eine Redewendung, dies besser einzuordnen: „Ihm ist die Hand ausgerutscht“. Somit liegt ein weiterer Schritt auf dem Weg zu positivem Verhalten in schwierigen Situationen in der sogenannten Impulskontrolle. Wir kennen es von Kleinkindern (und manch Erwachsenem), sie lassen ihre Gefühle stark impulsiv heraus. Manchmal auch aggressiv: Schreien, Beißen, Kratzen, Treten, Zappeln. Erst mit der Zeit lernen Kinder, ihre Impulse zu kontrollieren. Zu kanalysieren – womit wir ein weiteres Werkzeug gegen den Ausbruch von Aggressionen gefunden haben: das Ventil. Wen stört es, wenn eine Person auf einen Boxsack einschlägt? Im Gegensatz zur Gewalt gegen einen Menschen mag die Gewalt gegen Dinge im gewissen Rahmen sehr dazu geeignet sein, aggressive Potentiale zu entladen. Auch Sport ist ein solches Ventil, ebenso wie die Kreativität. Der Vorteil der Kreativität: Sie hinterlässt ein Werk, an dem sich die Ursachen der Aggression ablesen lassen. Und der Königsweg bei der Lösung jeglicher Probleme ist natürlich, ihre Ursache zu beheben.

Nun kann dieser Artikel nicht mehr sein, als ein leichtes Kratzen an der Oberfläche. Und deshalb möchte ich ihn hiermit (und unvollendet) abschließen. Nehme Sie die Fäden auf, die Ihnen sinnvoll erscheinen, und spinnen Sie selbst weiter. Es würde mich sehr freuen, Ihnen den ein oder anderen Impuls mit auf Ihren Weg gegeben zu haben, der auch bei Ihnen zur Entspannung aggressiver Elemente führt.

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