Zu Tode behütet – Warum Leben auch mal weh tun darf


Dass wir unsere Kinder behüten, ist ein klarer Fall von „Die Zukunft erhalten“. Und schon bei diesen unfertigen, behütenswerten kleinen Menschlein lässt sich das Behüten übertreiben: Man denke nur an die Helikoptereltern, die ihrem Spross jegliche Möglichkeit zur Selbstentfaltung verbauen. Trial-and-Error ohne Trial und ohne Error. Wirklich spannend wird die Sache mit dem Behüten, wenn wir unseren Fokus auf die Welt der Erwachsenen lenken.

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„Machet sie Euch Untertan!“ hat vor mehreren tausend Jahren ein Autor geschrieben, offensichtlich emotional verwirrt, und dabei den Planeten Erde gemeint. Und wir haben ihn erhört und haben sie uns Untertan gemacht. Die größeren Raubtiere sind nahezu ausgerottet, die kleineren sind domestiziert. Der Mensch hat sich über alles erhoben, was ihn auf dieser Welt umgibt – ein absoluter Siegertyp! Nun hat dieser Siegertyp, der nicht anders kann als um den Sieg zu käpfen, keine Gegner mehr. Es wäre ja schön, wenn uns die bösen Außerirdischen endlich einen Besuch abstatten würden, so könnten wir unser irres Waffenarsenal endlich verwenden. Auch ein weltweiter Stromausfall einen ganzen Winter hinweg wäre mehr gut als schlecht, er würde unseren Leibern, die für das Leben in der Steppe gemacht sind, die verweichlichte Komponente austreiben. Doch leider beglücken uns weder der Stromausfall noch die aggressiven Aliens. Der Kampf gegen die Umstände fällt also aus (insofern wir den Klimawandel ausklammern).

Also bleibt uns nur eines: Wir müssen mit uns selbst vorlieb nehmen. Und das geht dann so: Bei 25° Celsius sitzen wir im ergonomischen Sessel und reiben unsere Kampfeslust passiv an Filmcharakteren oder aktiv an virtuellen Dummies, deren sehr beeindruckende Nahkampfwaffen unserem so schützenswerten Leib kein Härchen zu krümmen vermögen: Wenn mir bei Counter-Strike ein Gegner ins Gesicht schießt, bleibt mein Gesicht heil. Die reelle Gefahr ist null, der Körper lernt das und beginnt zu verfetten.

Der latente Zynismus in meinen Zeilen ist nicht zu übersehen. Will ich Dir damit also sagen: Der Leib (und die Seele gleich mit) ist gar nicht schützenswert? „Jein“ ist die klare Antwort. Und da Dir ein einfaches „Jein“ nicht weiterhilft, will ich Dir nun zwei Aspekte nahebringen, die am Menschen zu behüten sind:

1. Dauerhafte Unversehrtheit

Eine kleine Wunde hat noch niemandem geschadet. Man zerkratzt sich die Hände, man stößt sich das Knie, man wird verarscht, das gehört zum Leben dazu. Und es ist wichtig, denn die kleinen Schupser und Verletzungen lehren den Körper wie auch den Geist, gut zu funktionieren. Ein anschauliches Beispiel: Handwerker sind physisch sehr robuste Typen, einfach weil ihnen schon mehr als einmal das Werkstück aus der Hand gerutscht und auf den nackten Fuß gepoltert ist. Diese Versehrtheit ist aber kurzfristig – das ist der elementare Unterschied, ein gebrochener Finger ist kein gebrochenes Rückgrat. Zu behüten ist auf jeden Fall die dauerhafte Unversehrtheit in dem Sinne, dass ein Mensch – körperlich wie emotional – nicht nachhaltig zu schädigen ist. Man hat Menschen nicht vorsätzlich in solcherlei Situationen zu bringen, deren schädliche Folgen lange anhalten. Hierin unterscheidet sich die Ohrfeige vom Krieg.¹ Aber Achtung: Was man ertragen kann, dazu soll nicht automatisch aufgerufen sein. Also Finger Weg von der Ohrfeige, so harmlos sie auch klatschen mag!

2. Physische und psychische Resilienz

Nicht nur die Unversehrtheit ist schützenswert, auch die Resilienz. Zum Verständnis will ich Resilienz salopp mit Widerstandskraft übersetzen – auch wenn das nicht ganz richtig ist.² Das heißt, es ist eine schützenswerte Fähigkeit, Stress, Wunden (körperlich wie emotional), Schläge (heutzutage vor allem emotional), Belastungen und so weiter nicht nur zu überstehen, sondern gestärkt daraus hervor zu gehen. „Was uns nicht umbringt macht und stark!“ ist da natürlich der falsche Ansatz und eher für solche Doofköppe wie Bernd „Björn“ Höcke geeignet. Die machen sich damit Mut und fühlen sich hart, weil sie ja notorisch hart mit stark verwechseln. Falsch ist der Ansatz schon deshalb, weil ein Rückgratbruch mich zwar nicht umbringt: Stark macht der aber sicherlich nicht, sondern höchstens querschnittsgelähmt. Resilienz – das ist bekannt – braucht Training. Und Training, sei es physischer oder psychischer Natur, kommt ohne Muskelkater und blaue Flecken nicht aus. Wo wir wieder beim gebrochenen Finger wären, denn auch der fällt unter die Kategorie „Ruhig bleiben, das geht vorüber“.

Flirten kann auch schief gehen, wir brauchen uns deshalb nicht vor der Situation des Flirtens behüten. Eine heiße Liebesnacht kann auch mal mit Müdigkeit und „unrundem Laufen“ am Folgetag enden, trotzdem brauchen wir uns nicht vor der heißen Liebesnacht behüten. Klare Kante zeigen kann auch mal anecken, wir brauchen uns deshalb nicht davor behüten, auch mal klare Kante zu zeigen. Jede zwischenmenschliche Situation kann ein gekrümmtes Haar oder ein beleidigtes Gegenüber hinterlassen, wir brauchen uns deshalb nicht vor zwischenmenschlichen Situationen behüten. In unserer westlichen Welt aus Luxus und Sicherheit, in der wir selbst noch das Frühstück in die beheizte Wohnung bestellen können, ist es vielmehr die Resilienz, die wir behüten sollten. Behüten heißt erhalten – und die Resilienz erhalten wir durch Training. Die Angst steht dem Training entgegen, sie hält uns davon ab, kleine Wehwehchen in Kauf zu nehmen. Doch Angst ist ein schlechter Ratgeber und kleine Wehwehchen sind gesund – insofern sie nicht bewusst gesucht oder als an-sich-gut propagiert werden (hier soll es um die Folgen gehen). Erfreust Du Dich daran, mit Beulen, Ohrfeigen und blauen Flecken locker umgehen zu können, so wird Dir auch der gebrochene Finger keine allzu großen Sorgen machen. Und wenn das Schicksal mal wirklich schlimm um die Ecke kommt – was passieren wird – dann bist Du darauf vorbereitet.

Hart oder Stark?

Wer hart ist, hat eine Mauer um sein Inneres gebaut. Eine harte Wand, die nichts durchdringt. Wirklich nichts? Falsch! Der Boden, auf dem eine jede innere Mauer steht, ist weich und durchlässig – es sind die ausgewiesener Maßen harten Charaktere, die nur weinen, wenn sie alleine sind.³ Eine Mauer ist immer auch ein Gefängnis. Stärke hingegen bedeutet Offenheit: Ich lasse die Dinge, die auf mich einprasseln, in mein Seelenleben hinein. Wer stark ist, kann mit den Schwierigkeiten des Seins gut umgehen, indem er sie in sein Leben integriert. Nicht umsonst sagt man: „Stark ist, wer Schwäche zeigt.“ Denn Schwächen haben wir alle – die Frage ist: Sind wir stark genug, mit ihnen umzugehen?

Um noch einmal auf die Verfettung einzugehen, die auch metaphorisch für eine Verfettung des „psychischen Körpers“ stehen kann, hier eine wunderbare (preisgekrönte!) Folge aus der Serie „Southpark“, die einem hier und da durchaus etwas abverlangt. Verlange auch Du Dir hin und wieder etwas ab. Um es mit „Southpark“ zu sagen: Nur so gelangst Du an Das Schwert der Tausend Wahrheiten.

Ganze Folge hier kostenlos ansehen: http://www.southpark.de/alle-episoden/s10e08-make-love-not-warcraft

 

¹) Eine einfache Ohrfeige ist nicht mehr als ein körperlich fühlbares Stoppschild. Schön ist es nicht, auch nicht empfehlenswert, viel zu oft auch niederträchtig. Doch das sollte man abkönnen.

²) Streng genommen bedeutet die Resilienz die Fähigkeit, negativen Input möglichst schadfrei zu verarbeiten. Widerstandskraft heißt ja, dass ich etwas überstehe, bis es vorbei ist. Die Verarbeitung kommt hinterher, also die eigentliche Resilienz: Wie gehe ich hinterher damit um, was ich erlebt habe? Resilienz hat also durchaus einiges mit erlernbaren Verarbeitungs-Taktiken zu tun. Für unsere Betrachtung über das Behüten ist diese Unterscheidung jedoch vernachlässigbar.

³) Ich erinnere mich an einen Abend, als ein harter Harley-Fahrer anno 1999 in meinen damals noch sehr jungen Armen lag und geweint hat, wie ein kleines Kind. Seine Frau hatte ihn verlassen und die harten Jungs an der Theke der MC-Vereinskneipe waren ihm wohl keine große Hilfe gewesen. Da war der harte Mann ganz weich geworden – und siehe da, es ging ihm anschließend viel besser. Dass ich mich mit der Gang dann anderweitig überworfen habe, ist eine andere Geschichte…

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Der innere Kritiker ist zu zweit!


Wie er nervt! „Das schaffst Du nicht!“ sagt er. Und: „Du Wurst! Du wertloses Subjekt!“ Wie sehr er einen dabei aufhalten kann, das eigene Leben auszuschöpfen! Und wir glauben, wir kennen den Feind, der in allen Dingen nur das Schlechte sieht. Wir nennen ihn den inneren Kritiker. Und übersehen dabei einen wichtigen Faktor. Der innere Kritiker ist zu zweit!

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So unangenehm diese zwei Typen auch sein mögen, ihre Existenz hat durchaus Sinn. So halten sie uns von Dummheiten ab, die sehr schnell ins Auge gehen können. Willst Du die Eiger Nordwand in Flip-Flops besteigen, dann sagen sie: „Das schaffst du nicht!“ Und sie behalten recht – lebensrettend! Es ist ihre Funktion, uns vor Schaden zu bewahren. Doch in einer die Physis und Instinkte unterfordernden Welt, in der die höchste Hürde der morgendliche Wecker ist, da suden die Kritiker im eigenen Saft. Letztlich wollen sie ihren Zweck erfüllen und erzeugen Ängste, die nur wenig Sinn machen. Die Kritik wird zum Selbstzweck. Und sie kommt im Zwillingsmodell.

Der Betrachtungsweise von zwei statt einem inneren Kritiker liegt dessen Funktionsweise zugrunde. Es ist fachlich korrekt, von „dem inneren Kritiker“ zu reden, also von einer einzigen Figur. Und doch ist es für ein besseres Verständnis – und damit für einen besseren Umgang damit – sehr hilfreich, den inneren Kritiker in zwei Teile zu schneiden. Die Behauptung der „zwei inneren Kritiker“ ist also eine theoretische Sicht auf einen ganz realen Nervsack.

1.) Der bewusste Kritiker

Der bewusste Kritiker arbeitet im rationalen Denken. Übertreibt er es, ließe sich auch von pseudo-rationalem Denken reden. Er findet Argumente (oder Scheinargumente), um Dich von einer Gefahr (oder scheinbaren Gefahr) abzuhalten. Er spricht mit Dir, er tobt sich im Bewusstsein aus. Gerade die störenden Meldungen des Kritikers sind letztlich meist auf Sand gebaut, zum Beispiel der Gedanke: „Steig nicht in das Flugzeug! Wie unsicher es schon aussieht, es wird sicherlich abstürzen!“ Dieser Gedanke konzentriert sich nämlich gar nicht auf das Flugzeug, auch wenn er so tut. Er konzentriert sich auf das Abstürzen. Ist das Flugzeug nicht wirklich eine vermaledeite Klapperkiste (was nur selten vorkommt), so fällt das Argument des Kritikers damit, dass man sich das Flugzeug tatsächlich anschaut: Wo ist die lockere Schraube? Nirgends! An welcher Stelle ist der Flügel kaputt? An keiner! Fliegen ist besonders gefährlich? Natürlich nicht! Lerne also Argumente von Scheinargumenten zu unterscheiden.

Um eine Hemmung oder Angst wirklich in den Griff zu bekommen, sollten wir allerdings beide Kritiker bekämpfen. Das Flugzeug-Beispiel mag dafür sehr anschaulich sein: Argumente beruhigen zwar, aber sie lösen die Angst letztlich nicht auf. Auch eine Zange zieht deshalb den Zahn, weil sie von beiden Seiten greift – eine psychische Zange greift idealer Weise von der Ratio und vom Gefühl her. Deshalb heißt sie Zange.

2.) Der unbewusste Kritiker

Man könnte ihn auch den „instinktiven Kritiker“ nennen. Ich möchte nun die Hypnose als anschauliches Beispiel für die Trennung des bewussten vom unbewussten Kritiker hernehmen. Ein Zitat aus Wikipedia dient dabei als Steilvorlage: „Die Trance kann nach Belieben vertieft werden, wenn der Proband keine unbewussten Widerstände gegen eine Vertiefung […] leistet. Meistens analog dazu nimmt die Kritikfähigkeit des Bewusstseins ab.“ Das heißt: Je tiefer eine hypnotische Trance, desto geringer ist die bewusste/rationale Bewertung äußerer Eindrücke. Zum Beispiel die Suggestion „Du bist so schwer wie ein Stein, der in einem riesigen Federkissen versinkt“ würde vom bewussten Kritiker als falsch abgelehnt werden: „Ich bin kein Stein und hier liegt nirgends ein Federkissen.“ Das Unbewusste spricht aber eine andere Sprache, es fühlt hinter die Worte und findet darin das, was sie über ihren eigentlichen Fakt (Stein, Kissen) hinaus bedeuten können. (Eine Funktionsweise übrigens, ohne die wir keinen Kinofilm genießen würden.)¹ Wäre die Suggestion aber folgende: „Ich werde dich nun unsittlich berühren,“ dann würde der unbewusste Kritiker mit einem starken Gefühl der Ablehnung reagieren. In der Hypnose heißt das: Die Trance wäre gebrochen, der Hypnotisand plötzlich wach und zur Selbstverteidigung bereit – ohne jemals rational darüber nachgedacht zu haben. In diesem Fall eine gesunde Reaktion. In ungesunder Weise äußert sich der unbewusste Kritiker oftmals in Form von Hemmungen – wer mit Hypnose erfahren ist, kennt es sehr gut. (Eine der weit verbreitesten Hemmungen ist die Scheu davor, in sich selbst zu blicken.)² Doch auch hier liegt die Lösung im Problem: Die eigenen Gefühle zu verstehen und die eigene Charakterstruktur zu erkennen sind zwei wichtige Grundlagen, um die guten, sinnvollen Gefühle auszuleben und die unguten, unsinnigen Gefühle stetig und erfolgreich aufzulösen. Auch jene, die der unbewusste Kritiker bringt.

Für beide Kritiker gilt übrigens: Sind sie gesund, verhindern sie Gefahr, sind sie zu wenig ausgelastet, so machen sie unschöne Sperenzchen. Ganz ähnlich dem Kapitalismus: Hat er keine Kunden mehr, so schafft er eine künstliche Nachfrage. Auf Teufel komm raus! Wer nun wirklich heraus kommt – das liegt ganz in Deiner Hirnfunktion.

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¹) Unser bewusster Kritiker weiß ganz genau, dass Schauspieler und künstliche Filmsets am Werke sind. Der Kampf, die Liebe sind nicht echt. Und trotzdem berühren sie uns. Wir schalten im Kino den bewussten Kritiker aus. Der unbewusste Kritiker ist dabei – der Hypnose ganz ähnlich – besonders wach: Jede (gespielte) Emotion erreicht uns direkt und sehr intensiv. Man möchte gar soweit gehen und behaupten, dass ein künstlicher Obdachloser im Film, mit dramatischer Musik unterlegt, unserem Herzen näher ist, als der echte Bettler draußen auf der Straße.

²) Einige Hypnotiseure geben dann dem Klienten die Schuld: „Wenn er nicht will, dann kann ich auch nichts machen!“ Doch kann man wirklich von einem Klienten, der freiwillig Geld bezahlt hat, behaupten, dass er nicht will? Ganz im Gegenteil: Er will, er weiß nur nicht wie. Und da – sei es Hyponse, Coaching, Therapie – liegt es in der Verantwortung des Coaches oder Therapeuten, dem Klienten den Weg zu zeigen, die unbewussten (!) Hemmungen zu überwinden. Dies ist ein elementarer Bestandteil des sog. Rapports.

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Die Lehre der Leere


Oft hört und liest man, meist auf den einschlägigen Seiten in dieser lustigen Welt namens „Internet“, vom göttlichen Zustand absoluter Leere. Wie jede Betrachtungsweise auf drei Seiten, muss auch die nun folgende mit einfachen Strickmustern vorlieb nehmen. Nimm es also als Denkanstoß, nicht als die detaillierte Darstellung meiner Meinung zum Thema Innerer… ja was nun eigentlich?

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„Befreie Dich von Dir selbst und du wirst im Nichts aufgehen, in der göttlichen Leere.“ So und so ähnlich habe ich es oft gelesen, meist mit hochtrabenden Querverweisen zur asiatischen Religionskultur garniert. Aber ist es wirklich die Innere Leere, von welcher uns der alte, ungefragt zitierte Zen-Buddhist erzählen will? Überhaupt, auch der Übersetzungsfehler – ob mit Absicht oder aus Versehen – begegnet uns hier wie überall. Ein Beispiel für einen Übersetzungs… ähh… Interpretationsfehler findet sich im Tantra. Tantra bedeutet „Fünf“ und wird in der westlichen Auslegung gerne als Synonym für „hypnotischen Sex“ gebraucht. Zugegeben, die ursprüngliche Lehre des Tantra ist beileibe nicht so lustfeindlich wie z.B. das katholische Christentum. Trotzdem ist die westliche Vorstellung Tantra=Sexvariante ziemlich daneben.

Neben solcherlei Fallgruben sollte nicht vergessen werden, dass die Grundhaltung des alten asiatischen Philosophen mit der Grundhaltung des Westens kaum zu vereinbaren ist. Um es mit Teitaro Suzuki zu sagen: „Demnach ist der westliche Geist analytisch, unterscheidend, differenzierend, induktiv, individualistisch, intellektuell, objektiv, wissenschaftlich, verallgemeinernd, begrifflich, schematisch, am Recht hängend […], anderen seinen Willen aufzwingend, usw. Die Wesenszüge des Ostens können dagegen folgendermaßen charakterisiert werden: synthetisch, zusammenfassend, integrierend, nicht unterscheidend, deduktiv, unsystematisch, dogmatisch, intuitiv […] und sozial kollektivistisch.“ Sehr deutlich macht er es an einem Beispiel, in dem er zwei Dichter vergleicht, die eine Blüte finden: Matsuo Bashō (1644-1694) betrachtet die Blüte in seinem Haiku aus der (für die Blüte!) sicheren Entfernung. Er nimmt sie wahr, lässt sie aber sein, was sie sein möchte. Kein Drang zum Bewerten und Analysieren will sich hier einschleichen. Ganz anders der westliche Dichter Baron Tennyson (1809-1892). Er reißt die Blume „mitsamt den Wurzeln“ aus der Mauerritze und sucht in ihr eine Antwort, die sich egoistisch um seinen eigenen Wissensdurst dreht. Einen tief verwurzelten Wissensdurst nämlich – die Frage nach dem „göttlichen Alles“:

"Blume in der geborstenen Mauer,
Ich pflücke dich aus den Mauerritzen,
Mitsamt den Wurzeln halte ich dich in der Hand,
Kleine Blume - doch wenn ich verstehen könnte,
Was Du mitsamt den Wurzeln und alles in allem bist,
Wüßte ich, was Gott und Mensch ist."

Tja, wie es der Blume damit geht, scheint Tennyson egal. Sie ist für ihn ein Werkzeug, das benutzt und dann beiseite gelegt wird. Mutmaßlich zu Boden geworfen. Vielleicht auch an die Wand gepinnt, direkt zwischen Löwenkopf und Elefantenzahn. Anders klingt die Situation bei Bashō, als er die Blüte einer Nazuna entdeckt:

"Wenn ich aufmerksam schaue,
Seh ich die Nazuna
an der Hecke blühen!"

In seinem Aufsatz über Ost und West aus dem Jahre 1957 (veröffentlicht von Erich Fromm) geht Teitaro Suzuki weiter darauf ein und vertieft seine Analyse. Da wir jedoch von unserem Thema zu weit abkommen würden, lasse ich diese eklatanten Unterschiede zwischen östlichem und westlichem Denken, Wahrnehmen und Empfinden so stehen. Einzig die dreiste Frage sei erlaubt: Ist es wirklich glaubhaft, dass manch geistloser Neo-Schamane aus Bielefeld die Jahrtausende alten Unterschiede im Geist zweier Himmelsrichtungen in ihrer wahren Dimension und Wirklichkeit auch nur ansatzweise zu verstehen vermag? Ich denke, ich selbst kratze nicht mehr als an der Oberfläche.

Zurück zur Leere des Geistes. Meine bisherigen Studien und Erfahrungen führen mich zu einem sehr einfach zu beschreibenden Mißverständnis. Lege ich alles ab, was mich ausmacht, erreiche also die im Westen oftmals als östliche Weisheit postulierte Innere Leere, dann bleibt nichts mehr von mir übrig. Kein Gefühl, kein Charakter, keine Ideen – kein Leben. Ich bin leer, die Hülle eines Menschen. Und ist das nicht der Zustand, den wir als „ausgebrannt“ bezeichnen? Diese sogenannte „göttliche Leere“ scheint ein gar teuflischer Zustand zu sein: Ein Burnout, eine tiefe Depression, das Gefühl der absoluten Sinnlosigkeit des Seins. Und dies eben mit umgekehrtem Vorzeichen idealisiert. So, wie es übrigens viele leere Geister (oder Seelen) tun, die sich in der emotionalen Sackgasse befinden. Sie erklären diese Sackgasse zum Märchenschloss – als Paradebeispiel im öffentlichen Raum scheint mir eine gewisse Alice Weidel genau auf dieser dunklen Welle zu reiten. So weit, so klar.

Nun will ich mit Frank Herbert einen absoluten Kenner östlicher Denkweisen sprechen lassen. Er beschreibt eine Krisis, die zu eben jenem Zustand führt, den man sicherlich auch mit der „göttlichen Leere“ beschreiben könnte. Und diese Beschreibung wäre dann so einleuchtend wie fehlerhaft:

"Ich darf mich nicht fürchten.
Die Furcht tötet das Bewußtsein.
Die Furcht führt zu völliger Zerstörung.
Ich werde ihr ins Gesicht sehen.
Sie soll mich völlig durchdringen.
Und wenn sie von mir gegangen ist, wird nichts zurückbleiben.
Nichts außer mir."
(Frank Herbert, Litanei gegen die Furcht)

Wo ist nun der gravierende Unterschied zwischen Herberts Litanei und der Lehre der Leere finden? Sehr einfach, in den letzten drei Worten. Denn hier bleibt sehr viel übrig. Du selbst, gelöst von äußeren (!) Belastungen und Ablenkungen: „Nichts außer mir.“ Herbert erreicht also einen Zustand gesündester Fülle, von Innerer Leere ist hier keine Spur zu sehen. Was sein Protagonist aber auf jeden Fall erreicht – was sich auch auf seinem Weg dorthin mit der Initiations-Krisis des Weisen (Schamane, Prophet, Anführer, etc.) deckt – ist die Innere Ruhe. Hier bleibt sehr viel übrig, nämlich die nackte, reine Seele, in der es sich in absoluter Ruhe versenken lässt. Worin soll ich mich auch beim Blick nach Innen versenken, wenn nicht in mir selbst? In einer absoluten Leere ist es sich schlecht zu versenken, da ist es nur einsam und kalt. Und da selbst ein blindes Huhn gelegentlich ein nützliches Körnchen findet, will ich an dieser Stelle ein Spruch aus dem Christentum zitieren: „Gott ist in Dir.“ Man kann es umgekehrt also beschreiben als: Ist nichts in Dir, dann ist da auch keine Göttlichkeit. Denn Göttlichkeit, auch im übertragenen Sinne, ist an Dinge, Gedanken, Wesen und Ideen geheftet. Zum Beispiel an die Blüte einer Nazuna.

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Herberts Protagonist stellt sich seinem Problem, der Furcht; „Ich werde ihr ins Gesicht sehen. Sie soll mich völlig durchdringen.“ Und das macht Sinn, denn sie ist ein Teil des Menschen, der nicht fortgeschoben werden soll. Die Furcht wird transformiert, zurück bleibt ein gestärkter Charakter. Aus Furcht wurde Kraft, wie aus der Raupe ein Schmetterling. Die Lehren Innerer Leere scheinen mir dagegen viel zu oft Techniken zu verwenden, die das Problem nicht lösen, sondern es ganz im Gegenteil unsichtbar machen. Zudeckende Techniken. Gibt es nichts mehr, gibt es auch kein Problem. Wozu meine Großmutter gesagt hat: „Unter den Teppich kehren.“ Da dieser Faktor aber einen weiteren Aufsatz wert wäre, will ich ihn nun als lose Reisnudel vom Rand der hölzernen Schüssel hängen lassen. Du darfst Dich gerne bedienen, der Nudel an sich und – frei nach Kant – Deinem eigenen Verstand.

Suchst Du die Innere Leere, so wirst Du Dich selbst auf Deinem Weg verlieren. Das Ziel Deiner Reise sollst Du selbst sein. Dort findest Du die wahre Göttlichkeit: die Innere Ruhe. Oder, um es mit Bashō zu sagen: „Tritt nicht in die Fußstapfen der alten Meister, sondern suche, was sie suchten.“ Das Nichts aber war schon immer böse…

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Humor, Probleme und Hypnose


Oftmals werden Hypnosen, Coachings, Selbstfindungs-Seminare und Konsorten mit einem heiligen Ernst verkauft. Man solle die Psyche, die Seele und das Universum so ernst nehmen, wie es nur eben geht. Immerhin ist der Grund der Teilnahme an solcherlei Maßnahmen meist ein „Problem“. Überhaupt sollte ja jeder Mensch ernst genommen werden. Ob so viel Ernsthaftigkeit dem ernst genommenen Klienten nun gut tut, sei dahingestellt. Und überhaupt – schließt der heilige Ernst nicht einen elementaren Aspekt des Menschseins aus?

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„Lachen ist gesund!“ Das wusste schon unsere Großmutter – sofern sie denn gesund war. (Ich möchte hier nicht über körperliche Gesundheit reden, sondern über emotionale Gesundheit – dies vorneweg.) Was genau beinhaltet nun dieser lockere Spruch im Detail?

  • Lachen entspannt das Gehirn. Ist das Gehirn mit Informationen überflutet, dann sucht es nach einer Möglichkeit, zu verarbeiten. Der Input soll sich „setzen“, das heißt: Die Informationen werden je nach Relevanz in verschiedene Bereiche des Erinnerungsvermögens verschoben. Was präsent bleiben soll, bleibt sehr am oder gar im Bewusstsein. Unwichtige Informationen werden fallen gelassen. Informationen, die später wichtig werden können, verschieben sich ins Langzeitgedächntis. Für eine solche Sortierung nach ca. 20 Minuten Input benötigt das Gehirn knapp 5 Minuten Ruhe. Was nun sehr erstaunlich ist, ist die Tatsache, dass einmal herzlich lachen den selben Effekt hervorruft, wie 5 Minuten gezielte Entspannung. Kurz gesagt: Lachen ist Doping für ein ausgelasteten Gehirns. Der einzigen Nebeneffekte dabei sind die damit einher gehende gute Laune und Entspannung.
  • Humor ist der gegenteilige Blickwinkel. Habe ich ein Problem, so betrachte ich das Problem instinktiv aus einer negativen Position heraus. Schaden, Stress und Folgeschäden liegen in meinem Fokus. Schaue ich wieder und wieder und wieder auf diese Aspekte, so ist die Gefahr groß, dass ich mir dadurch eine Art negative Echobox baue. Eine Negativität entsteht, die auf Bereiche meines Lebens abstrahlen kann, die an sich mit meinem ursächlichen Problem nichts zu tun haben. Über das eigene Problem nun zu lachen, bedeutet keineswegs, es zu verharmlosen. Humor ist hier vielmehr als eine Art Advocatus Diaboli zu verstehen – also eine Umkehr der Sichtweise um 180 Grad. Es ist bekannt, dass wir armen, leidgeprüften Bewohner eines der wohlhabendsten Länder der Welt gerne aus der Mücke einen Elefanten machen. Und zwar nur aus der negativen Mücke. Humor gibt uns die Möglichkeit, die Sicht wieder umzukehren. Und je vielfältiger die Blickwinkel auf ein Problem sind, desto klarer ist der Gesamteindruck. Dass ein möglichst klarer Gesamteindruck bei der Problemlösung sehr förderlich ist, versteht sich ja von selbst.
  • Humor untergräbt Denkverbote. Viele emotionale Probleme entstehen dadurch, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Wer es sich verbietet, moralisch fragwürdige Gedanken zu hegen, der verschiebt diese Gedanken ins Unbewusste. Dort, in der Welt der Gefühle, gedeihen sie nun ungesehen und treiben die wildesten Blüten. Was zu Anfang vielleicht noch lösbar gewesen wäre, entläd sich mit der Zeit auf gnadenlose Art und Weise. Humor gibt uns die Möglichkeit, Gedanken (und Gefühle) auszuleben, die z.B. dem gesellschaftlichen Kodex widersprechen. Ob gerechtfertigt oder nicht, der Hass auf eine Person sucht nach Entladung. Sich diese Entladung aus moralischen Gründen durch eine Negierung der Hassgedanken zu verwehren, kann zu sehr viel Schlimmeren führen. Eine Möglichkeit der schadlosen Entladung ist die Kreativität. Kreativprozesse werden von der psychologischen Forschung vornehmlich als Verarbeitungsprozesse angesehen – unabhängig davon, ob ein negatives oder ein positives Erlebnis verarbeitet werden möchte. Ebenso wirkt aber auch Humor als ein entladender Prozess zur Verarbeitung inneren Drucks. Und gerade bei Leidensdruck (zu dem auch unausgelebte Hassgefühle gehören) ist Humor sehr effektiv. Und der ideale Nebeneffekt ist der, dass Humor zwar eine ebenso scharfe Klinge wie ein Küchenmesser haben kann: Der Schaden hält sich im Gegensatz zur Entladung durch das Küchenmesser doch deutlich in Grenzen.
  • Schräger Humor fördert assoziatives Denken. Eine einfachere Beschreibung für das assoziative Denken ist die Kombinationsgabe. Eine Besonderheit, die wir uns auf der Welt nur mit ein paar Primaten, den Krähen, Oktopoden und wenigen anderen Lebewesen teilen. Ohne diese Gabe wäre der Mensch evolutionär auf der Strecke geblieben. Denn diese Gabe lässt uns aus Tierfell Kleidung machen, aus Steinen Werkzeug, aus Höhlen eine Behausung und so weiter. Selbst heute sind wir ohne eine gesunde Fähigkeit zur Assoziation nahezu Nichts. Schon der Gedanke, mit einem Schraubenzieher eine Farbdose zu öffnen, ist komplett assoziativ: Es werden zwei voneinander unabhängige Dinge zu einem passenden Gesamtbild verbunden. Gerade der schräge oder absurde Humor fördert diese Gabe intensiv. So ziemlich jeder gute Witz von Monty Python beinhaltet einen assoziativen Faktor. Es ist also keineswegs nur seichte Unterhaltung, wenn wir zwischen Monty Python und der Nackten Kanone hin und her schalten. Es ist in manchen Szenen reinstes Training für das Gehirn.

 

Natürlichn sind dies nicht alle positiven Aspekte des Humors. Trotzdem möchte ich nun zum Thema „Humor und Hypnose“ übergehen.

Wie wir schon gesehen haben, dient Humor der Entspannung. Kann ich über das Problem lachen, das mich mit akuter Anspannung beschenkt, so werde ich durchs „drüber lachen“ diese Anspannung für kurze Zeit los. Das Problem tritt in den Hintergrund, ich kann mich auf mich selbst und das Jetzt konzentrieren. Und genau damit arbeitet die Hypnose-Induktion: Mit der Konzentration auf das Jetzt und auf sich selbst in diesem Jetzt. Nun dient das befreite Lachen sowohl einer emotionalen, wie auch einer physischen Entspannung. Und da die Hypnose-Induktion genau das darstellt, eine emotionale wie physische Entspannung, kann ein gewisser Humor zu Beginn einer Hypnose-Sitzung sehr förderlich sein. Allerdings ist die körperliche Entspannung eine Folge des Lachens – es ist also nicht möglich, sich in eine Hypnose hinein zu lachen. Die Hypnose sollte also nicht während, sondern nach einem entspannenden Gelächter eingeleitet werden. Und wie mit allen Dingen im Leben: Das Maß macht die Musik!

Humor fördert das assoziative Denken. Dies nicht nur langfristig, auch auf momentane Sicht ist dieser Effekt bemerkbar. Erlauben wir es uns, über einen absurden oder hintersinnigen Witz zu lachen, so erlauben wir es uns ebenfalls, „unlogische“ Suggestionen aufzunehmen. Hält also das Vorgespräch einer Hypnose hier und da eine kleine Albernheit parat, so lässt sich der Hypnotisand bei der Induktion der Hypnose auch gerne solcherlei Beschreibungen unterjubeln: „Sie schwimmen immer weiter aufs Meer hinaus, werden dabei immer schwerer und schwimmen bergab.“ So absurd der Gedanke auf der rationalen Ebene auch sein mag, so wirkungsvoll ist er auf der emotionalen Ebene. (Hier sei daran erinnert, dass die Rationalität und das damit eng verbundene Bewusstsein einer Nussschale auf dem Ozean des Unbewussten gleicht.)

Es sich zu erlauben, herzlich und ungebremst zu lachen, hängt sehr eng mit der Fähigkeit „sich fallen zu lassen“ zusammen. Beim schamlosen Gelächter spricht man auch gerne davon, „sich gehen lassen“. Ein Ausdruck, der fast eins zu eins durch „sich fallen lassen“ ersetzt werden kann. Ganz unabhängig vom Lachen ist die Fähigkeit, sich fallen zu lassen, für einen mittleren bis tiefen hypnotischen Zustand unabdingbar: Der Hypnotisand lässt die Logik fahren und „fällt“ in sich selbst. Auch hier ist Humor natürlich nicht zwingend nötig – im Vorfeld förderlich ist er allemal. Je absurder der Humor, desto instiktiver verstehen wir ihn. Wie auch bei der Wirkungsweise einer Hypnose-Induktion tritt bei einer wirkungsvollen Albernheit die rationale Logik in den Hintergund. Sowohl bei einem guten Witz, als auch bei einer Blitz-Induktion der Hypnose wird die Ratio überrumpelt. Ein Aspekt, bei dem es sich wohl lohnen mag, genauer hinzusehen (wenngleich hier der Raum dafür fehlt).

An dieser Stelle nun soll der Artikel lose enden. Mit einer einfachen Fragestellung: Willst Du bei einer solch tief in Deine Seele führenden Sache wie der Hypnose nicht als der Mensch wahrgenommen werden, der Du wirklich bist? Und ist Dein Humor denn kein Teil von Dir? Wieviel mehr hinter einem einfachen Scherzchen stecken kann, beschreibt dieser kleine aber feine Film sehr anschaulich:

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Hypnose & HTML-Code


Hypnose ist ein Feld voller Individualität. Wie schon jeder Hypnotisand seine persönliche psychosomatische Konstitution mitbringt, seine Bildsprache und so weiter, wendet auch jeder Hypnotiseur seine eigene Technik an. Dies ist absolut zu begrüßen, denn bekanntlich handelt es sich beim Menschen und seinem seelischen Empfinden nicht um ein Fließbandprodukt.

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Nun werden allerdings viele individuelle Hernaghenesweisen großspurig als besonderer „Code“, „Script“ oder „Protocol“ oder mit ähnlichen Bezeichnungen verkündet. Im Subtext: „Es ist die Lösung für alle Hypnotiseure.“ Und schon geht der Weg in die Irre: Es entsteht der Eindruck, eine komplexe Codierung nach mathematisch genauen Mustern ist die ideale Variante für jeden Hypnotiseur. Wer den „Code“, das „Script“ oder das „Protocol“ beherrscht, kann kaum noch Fehler machen – leicht erlernbar und doch das, worauf die Menschheit gewartet hat.* Fühlst Du Dich jetzt schon an den Da-Vinci-Code erinnert?

Als kleines Beispiel, wie wichtig man daherkommen kann, ohne viel mehr als eine persönlich sinnvolle Herangehensweise gefunden zu haben, möchte ich Euch nun an meinem eigenen Beispiel vorstellen:

das

HTML-Protocol

HTML ist die Programmiersprache des Internets. Neben Erweiterungen wie XHTML, Javascript und einigen mehr, ist HTML seit den Anfängen des WorldWideWeb die Grundlage aller Webseitenprogrammierung. Und HTML beruht auf einer einfachen Logik, die auch in der Hypnose zum Einsatz kommt: Wenn Du einen Befehl geöffnet hast, so schließe ihn auch wieder.

In HTML: Dieses eine Wort ist <b>fett</b>. Die anderen nicht.

In der Darstellung im Netz: Dieses eine Wort ist fett. Die anderen nicht.

Der öffnende Befehl ist <b> (für „bold“, engl. „fett“). Ab diesem sogenannten Tag (engl. „Markierung“) sind alle folgenden Zeichen in fett geschrieben. Bis ich den Tag wieder schließe: </b>. Da ich mich nun auf eine Programmiersprache berufe, ist der Begriff „Protocol“ zumindest angebracht. Den Anfängerfehler, das ganze System „HTML-Script“ zu nennen, habe ich natürlich nicht gemacht. Warum? Recherchiere selbst…

Nun wollen wir das HTML-Protocol auf die Hypnose anwenden.

Eine einfache Übung und gerne gemachte Präsentation der Wirkung von Hypnose ist die Levitation. Dieses schöne Fremdwort (von lat. „levitas“ = Leichtigkeit) beschreibt einen eindrucksvollen Effekt: Durch gezielte Suggestion wird z.B. der Arm des Hypnotisanden so leicht gemacht, dass er wie von alleine zu schweben scheint. In sehr deutlichen Fällen ist es einer dritten Person nur mit großem Kraftaufwand möglich, den Arm des Hypnotisanden herunter zu drücken. Der Ablauf nun wie oben dargestellt:

Suggestion: Dein Arm wird ganz <leicht>.

Hiermit ist der Tag nun geöffnet, der Arm des Hypnotisanden wird mit jeder Wiederholung der Suggestion leichter und leichter – gefühlt ganz außerhalb der Kontrolle des Hypnotisanden. Das Problem an der Sache ist die posthypnotische Wirkung: Auch nach der Hypnose wird der Arm leicht bleiben, was für den Hypnotisanden ganz schön problematisch sein kann. (Stellen wir uns nur vor, es sei der rechte Arm, den der arme Hypnotisand ungewollt nach oben gestreckt die Innenstadt trägt… da freut sich höchstens ein „Bernd“ Höcke.)

Rücknahme: Dein Arm ist nun wieder <so schwer wie zu Beginn>.

Daher ist es wichtig, dass der Hypnotiseur die Suggestion wieder zurücknimmt, so wie der Programmierer den Tag an der richtigen Stelle schließt. Natürlich muss nicht jeder Tag geschlossen und nicht jede Suggestion zurück genommen werden („Du fühlst Dich gut und ausgeglichen,“ kann auch nach der Hypnose bestehen bleiben). Doch gerne werden „nebensächliche“ Suggestionen vergessen – die Folgen können immens sein. Mit dem großartigen HTML-Protocol passiert das nicht mehr, denn es schärft das Bewusstsein für komplexe und verschachtelte Folgeeffekte. Ein großartiges Tool, lerne es in nur einem Kurs (2 Tage, 480,- €)**.

Im Grunde handelt es sich durch die regelmäßige Beschäftigung mit HTML (oder einer beliebigen anderen Programmiersprache) um nicht mehr und nicht weniger als ein rudimentäres Training zum Verstehen und Anwenden von logischen Wenn-Dann-Ketten. Es kann also in der Welt der Hypnose nicht nur das HTML-Protocol teuer verkauft  und als Rettung aller hilflosen Hypnotiseure vermarktet werden (in Form von Kursen), sondern mit dem selben Gedanken und dem gleichen Effekt:

  • der Turbo-Pascal-Code
  • das CNC-Protocol
  • das BASIC-System
  • das Java-Script

Großes Kino, nicht wahr?

*) Eine solche Methode kann sehr gut und wirkungsvoll sein. Es ist nur eben keine Lösung für alle, sondern eine individuelle Herangehensweise. Diese kann gerne geschult werden – doch bitte als das, was sie ist: Eine von vielen Möglichkeiten. Meine Kritik richtet sich hier gegen diese oft zu sehende Elfenbeinturm-Mentalität. Die Technik an sich kann sehr gut sein und ist von der Kritik ausdrücklich ausgespart.

**) Das war ein Witz.

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bewusst / unterbewusst / unbewusst (Bewusstsein 4 Beginners)


Es ist wirklich sehr traurig, wie wenig Wissen – oder besser: Grundwissen – im Schulalltag vermittelt wird. Durch eine Schule muss nun mal ein jeder gehen, da gehörten solche Themen hin. Ich wäre dankbar, wäre dieser Blogartikel unnötig. Doch er ist es nicht. Denn die meisten Menschen (selbst viele Therapeuten) unterscheiden zwischen bewusst und unterbewusst. Doch, um ein Lieblingszitat zu verwenden: „So einfach ist es nicht!“

kroete

Unsere Bewusstseinsstufen sind nicht in zwei, sondern in drei Ebenen zu gliedern. Aber eines nach dem anderen, beginnen wir mit dem:

I. Bewusstsein

Das Bewusstsein umfasst vornehmlich konkrete Inhalte, die sich im Jetzt befinden, oder zumindest dem Jetzt relativ nahe sind: Sinneserfahrungen (wovon die meisten jedoch unterbewusst bleiben), die durch unsere Konzentration darauf (z.B. auf den Geschmack eines Essens oder das Gefühl eines Kusses) oder die ungewöhnliche Plötzlichkeit (z.B. ein lauter Knall) die Schranke des Unter- oder Vorbewusstseins passieren. Im Grunde sind auch die plötzlich eintretenden Dinge wie der laute Knall etwas, worauf sich unser neurologisches System konzentriert und es in unser Bewusstsein vordringen lässt. Bewusstsein geht also immer mit einer gewissen Form der Konzentration einher. Wobei mit Konzentration eine Art Auslese gemeint ist: Irrelevante Sinnesreize (wie z.B. die stetig gleich bleibende Temperatur in einem geschlossenen Raum) werden aus dem Bewusstsein ausgeschlossen – sie landen im Unterbewusstsein. Relevante Reize, wie eben besagter Knall oder der intensive Kuss mit all seinen schönen Reizen, dringen zu uns durch. Zum größten Teil geschieht dies automatisch, zum kleineren Teil steuern wir die Prozesse des Bewusstwerdens.

Auch Erinnerungen und Fähigkeiten können in unser Bewusstsein dringen. „Wo hab ich gleich wieder die Urlaubsbilder abgespeichert?“ Im Unterbewusstsein verschwunden, können solche Informationen mit der richtigen Technik leicht hervor geholt werden. Meist macht man sich darüber keine Gedanken – der Besuch sitzt am Kaffeetisch, die Bilder werden einfach am Tablet aufgerufen. Ohne vorher darüber nachzudenken, in welchem Ordner man sie abgespeichert hatte. Ebenso ist es mit Fähigkeiten, wobei es gerade in diesem Bereich sehr viele Anteile gibt, die weder bewusst noch unterbewusst ablaufen, sondern unbewusst. Und damit niemals (oder nur mit der allergrößten Mühe) ins Bewusstsein treten können. Oder sind Sie sich all jener durch Ihre Motorik gesteuerten physikalischen Dinge bewusst, die z.B. beim Fahrradfahren passieren?

 

II. Unterbewusstsein / Vorbewusstsein

Wie sieht eigentlich eine Schildkröte von unten aus? … Und schon haben Sie etwas aus Ihrem Unterbewusstsein in Ihr Bewusstsein hervor geholt. Sie wussten schon vorher, wie eine Schildkröte von unten aussieht, doch es war nicht wichtig. Sie hatten bis eben mit dieser Thematik nichts zu tun, ebenso hat Sie Ihnen niemand aufgedrängt. Dieses Aufdrängen habe ich nun nachgeholt. Und was konnten Sie dagegen tun? Genau: Nichts! Sie hatten keine Chance, die Schildkröte ist nun da und wird erst in ein paar Minuten wieder ins Meer des Unterbewussten absinken. (Beim Unterbewussten spricht man in der Forschung auch vom Vorbewussten – beide Bezeichnungen haben eine gute, wenngleich etwas verschiedene Aussagekraft.)

Aber halt – schlechte Metapher! Wollen wir die Metapher etwas besser machen: Das Bewusstsein ist ein Boot auf dem pazifischen Ozean. Alles, was sich auf diesem Boot befindet, ist Ihnen bewusst. Die Schildkröte (und ihre Unterseite) befindet sich zum Beispiel dort. Was noch? Das wissen nur Sie selbst, denn meine Verantwortung für die Fracht auf Ihrem Boot hat sich mit der Schildkröte erschöpft. Na gut, packen wir noch ein Kamel mit drei Höckern dazu – damit ist aber auch gut. Das Unterbewusstsein ist in dieser Metapher eine sehr flache Schicht dieses Ozeans, auf dem Ihr Bewusstseins-Boot schwimmt. Es ist die oberste Schicht, sie beinhaltet all dies, was Sie vom Boot aus angeln können (gezieltes Bewusstmachen) und all jenes, was aus Versehen auf Ihr Boot springen kann (unerwartetes Bewusstwerden). Allerdings reicht so eine Angelschnur nicht allzu weit in die Tiefe. Ebenso springen Meerestiere nur dann aus dem Wasser, wenn sie sich sowieso schon recht nahe an der Oberfläche befinden. Doch der Ozean ist bekanntlich sehr viel tiefer…

 

III. Unbewusstes Material

Das Unbewusstsein ist als Begriff nicht gebräuchlich. Etwas verkompliziert wird hier vom unbewussten Material gesprochen. Dieses Material lässt sich, im Gegensatz zum unterbewussten Material, nicht so einfach ins Bewusstsein holen – teilweise ist es gänzlich unmöglich. Fast alle Körperfunktionen werden über unser Gehirn gesteuert. Nehmen wir das Haar- und Nagelwachstum einmal heraus, bleibt nicht mehr viel übrig, was gänzlich autonom und vom Gehirn unabhängig in unserem Körper geschieht. Gewisse Anteile der Atmung sind dem Unterbewusstsein zuzuordnen, denn sie können sehr einfach ins Bewusstsein geholt und von ihm kontrolliert werden. Dazu eine kleine Aufgabe: Atmen sie vier mal schnell und flach und anschließend vier mal langsam und tief. Sie sehen, die Atmung zu steuern ist in gewissen Grenzen kein Problem. Unbewusst sind z.B. die Nierenfunktionen. Auch dazu eine kleine Aufgabe: Erhöhen Sie nun bitte den Cortisonausschuss Ihrer Nebenniere. … Ganz klar, mit der Atemkontrolle haben Sie keine Probleme. Doch wie zur Hölle wollen Sie Ihre Nebenniere kontrollieren – bewusst kontrollieren? Hier haben wir also ein gutes Beispiel für unbewusste Prozesse.

Neben dem allergößten Teil körperlicher Prozesse sind auch die meisten psychischen Prozesse dem Angler auf dem Boot Ihres Bewusstseins verwehrt. Verdrängte Traumata, die Erinnerung an so manch prägende Kindheitserfahrung, die Ursachen triebgesteuerten Verhaltens, um nur einen Bruchteil zu nennen. Und hier möchte ich wieder zu dem Bild mit dem Boot auf dem Ozean zurück kommen – genauer gesagt, die Dimensionen dieser Metapher gerade richten: Unser Bewusstsein ist eine Feder, die auf dem Ozean schwimmt, unser Unterbewusstsein ist ein ganzer Eimer Wasser dieses Ozeans – und der Ozean selbst, das ist das unbewusste Material. Für immer verborgen..? Mitnichten!

Interessiert an einer Möglichkeit, in den Ozean des Unbewussten abzutauchen? Dies hier ist der Königsweg: dwm-coachings.de/hypnose

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Sei achtsam… aber nicht zu sehr!


Achtsamkeit ist eines dieser Worte, an denen sich die Geister scheiden. Gerne und höchst humorfrei wird es im Personal-Coaching verwendet, frei von unnötigen Anglizismen also in der Persönlichkeits-Förderung. „Sei achtsam!“ heißt es da schnell. Und gemeint ist vor allem: „Sei achtsam Dir selbst gegenüber!“ Und sicherlich, in einer Wettbewerbs-Gesellschaft kommt die Selbst-Achtsamkeit viel zu kurz. Burnout- und Depressionszahlen zeigen es in alarmierender Deutlichkeit. Also können wir die Sache doch abkürzen: Sei achtsam! Und wer das nicht verstanden hat, belege bitte schleunigst ein Achtsamkeits-Seminar? Nein, ganz so einfach ist es nicht.

achtsam

I. Achtsamkeit wird gerne mit stetiger Ruhe und Gelassenheit gleichgesetzt.

Und schon haben wir den ersten kapitalen Fehler begangen. Sicherlich sollten wir die meiste Zeit ruhig und gelassen sein. Auch ist es wünschenswert, diese Ruhe und Gelassenheit beizubehalten, wenn wir in eine stressigere Situation geraten. Ein immer wieder gern gewähltes Beispiel ist der Stau: Der eine Fahrer dreht im wahrsten Sinne am Rad, der andere schaltet das Radio an und entspannt. Unser Menschsein ist tatsächlich darauf ausgelegt, den Großteil der Zeit in Ruhe zu verbringen. Das heißt aber auch, dass ein gelegentlicher, wohldosierter Adrenalinausstoß ist wichtig. Es ist medizinisch bekannt, dass ein stetiges Level an Adrenalin extrem schädlich ist, gelegentliche Spitzen allerdings sehr gesund sind. Einer permanenten Ruhe fehlen solche Spitzen, die für unsere Physis ein wichtiges Training darstellen. Es wird die Motorik trainiert, die körperliche Spannkraft, die Reaktionsfähigkeit und vieles mehr. Nicht zuletzt braucht auch die Resilienz immer mal wieder einen Stress-Trigger, um möglichst gut funktionieren zu können. Es ist ähnlich wie mit dem Immunsystem: Je weniger Training unter Stressbedingungen, desto schwächer. Gar kein Stress und Dauerstress sind hingegen höchst problematisch. Achtsamkeit heißt also auch, darauf zu achten, dass eben jene gelegentlichen Stresmomente ihren Raum bekommen. Sie sind Teil des Lebens – und auf das Leben ist der lebendige Organismus samt seiner Psyche ausgelegt.

 

II. Achtsamkeit wird gerne als „zudeckende Methode“ verwendet.

Was heißt das nun für uns? Es gibt „zudeckende“ und „aufdeckende“ Methoden im Umgang mit Allerlei. Nehmen wir als Beispiel die herunter gefallene Pizza: Einen Teppich über die Pizza zu legen ist eine zudeckende Methode – das Problem wird unsichtbar gemacht. Was meistens wenig sinnvoll ist, denn dadurch vergrößert sich ein Problem im Regelfall. Zumindest aber verschiebt es sich, aus Stress wird Konzentrationsschwäche, aus Konzentrationsschwäche wird Kopfschmerz, und so weiter. Wenn es nun nach mehreren Wochen in der Küche furchtbar stinkt, dann wäre eine weitere zudeckende Methode der leidige Raumlufterfrischer. Er überdeckt den Gestank. Eine aufdeckende Methode wäre es, den Teppich weg zu nehmen, um nachzusehen, was da so stinkt. Der Nachteil der aufdeckenden Methoden liegt auf der Hand: Man muss der Ursache in die Augen sehen – um die Ursache zu entfernen, sich oftmals die Hände schmutzig machen.

Nun ist gerade die oben erwähnte permanente Ruhe und (pseudo-)Entspannung eine stark zudeckende Methode: „Ich sehe kein Problem! Da ist kein Problem! Alles ist gut!“ Nun zeigen Sie mir den Menschen, bei dem wirklich alles gut ist. Sie werden ihn nicht finden, es gibt ihn nicht. Bin ich aber wirklich achtsam mir selbst gegenüber, dann ist es so, wie auf die Küche zu achten: Der Teppich wird beiseite genommen, das Problem erkannt und bestenfalls gelöst. Ja, richtig, es ist der schwierige Weg. Doch genau dafür gibt es Handschuhe.

 

III. Achtsamkeit als Ideologie

Das Wesen der Achtsamkeit ist mit dem Wesen der Ideologie nicht wirklich zu vereinen. Achtsamkeit ist in höchstem Maße individuell: Was für den einen gut ist, ist für den anderen schlecht. Achtsamkeit heißt, auf sich selbst zu hören. Auf das Bauchgefühl, auf Instinkt und Intuition. Vielleicht ist es in genau diesem Moment richtig, etwas nicht zu tun, doch nur fünf Minuten später ist es richtig, es doch zu tun. Achtsamkeit benötigt zu ihrer vollen Entfaltung also ein Höchstmaß an Flexibilität. Genau das Gegenteil von Individualität und Flexibilität verkörpert aber die Ideologie. Sie ist für eine möglichst gleich geschaltete Masse gemacht, da hat die Achtsamkeit wenig Platz.

Trotzdem – und hier kommen wir wieder zum zudeckenden Mechanismus – wird Achtsamkeit oftmals ideologisch propagiert. Die verwendeten Methoden sind dann meist die Suche nach der oben schon erwähnten permanenten Ruhe. Es geht hier nicht um Achtsamkeit, sondern um das schnelle Geld. Und für schnelles Geld sind die zudeckenden Methoden natürlich erste Wahl: Sie tun nicht weh und wirken sofort. Nur eben nicht lange – man denke dabei an den Teppich über der Pizza oder einen Großteil der Produkte der Pharma-Industrie. Die aber wirklich entspannten Menschen, haben sich ihren Problemen gestellt. Und – genau da liegt ein großes Missverständnis – auch diese haben manchmal Stress. Sie wissen um das, was wir „Leben“ nennen.

 

IV. Sei achtsam… aber nicht zu sehr

Achtsamkeit ist gesund. Es ist die Grundhaltung, in sich hinein zu fühlen. Auf sich selbst acht zu geben. Innere Prozesse, psychische, somatische und psychosomatische Prozesse zu erkennen, zu verstehen und sich ihren Ursachen zu stellen. Doch wie eine Mutter ihr Kind überbehüten kann (eine Kindheit ohne aufgeschürfte Knie ist eben keine Kindheit), so kann man es auch bei sich selbst mit der Achtsamkeit übertreiben. Es sollte nicht vergessen werden, dass die Achtsamkeit „nur“ ein Mittel zum Zweck ist. Und der Zweck ist eben kein möglichst behütetes, sondern ein möglichst lebenswertes Leben.

Und wenn Sie trotz aller Achtsamkeit einmal nicht weiter wissen, haben Sie keine Scheu: dwm-coachings.de

 

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