Wirtschaftslibido – Den blanken Arsch am Konto reiben


Im weiten Spielfeld der Geschlechter ist die Libido ein elementarer Treibstoff, denn sie macht den besonderen Spaß am Liebesspiel aus. Libidinöse Empfindungen gehen jedoch weit über das intime Miteinander hinaus: Von Fotzenfritzens Privatjets bis zum Porsche-SUV, sind die libidinösen Fehltritte so hässlich wie lehrreich.

Unsere Gesellschaft hat ein fundamentales Problem. Schon seit der Paulusianisierung des Christentums („Es ist gut für den Mann, keine Frau zu berühren!“) ist das Liebesspiel etwas Anrüchiges, worüber man weder reden noch nachdenken sollte. Gerade die intensiven Gefühle wurden immer mehr mit der Sünde gleichgesetzt (die weibliche Lust mit dem Satan himself!), so dass selbst im aufgeklärten Jahre 2022 ein Hemd mit einer aufgedruckten Waffe weniger anrüchig erscheint, als selbiges Hemd mit einem Geschlechtsteil als Zierde. Doch wenn Triebe unterdrückt werden, dann kommen sie anderswo wieder zum Vorschein. Wie ein unterdrückter Furz, der schlimme Bauchschmerzen bereitet.

Nun unterdrückt unsere Gesellschaft die so sehr verbindende und Freude spendende Libido auf vielfältige Art und Weise – und genauso vielfältig beuten wir sie aus. Lustvoll ist das nicht, also muss sich die unschuldig Gefangene alternative Spielfelder suchen. Individuell mag das vom Teflonfetisch bis hin zum Ablecken des ledrigen Kassenbandes reichen, doch gesellschaftlich haben wir uns auf ein zentrales Objekt unserer Libido geeinigt: Das ewige, hochheilige und nicht zu hinterfragende Wirtschaftswachstum. Dumm nur, dass darunter der Planet zerbricht.

Im Jahre 2022 sieht das dann so aus: Während der Glatzen-Hitler und ehemalige Dresdner Taxifahrer Graf Vladimir P. seinen ganz persönlichen Wahnsinn in Waffen, kindisches Gehabe und Massenmord kanalisiert, diskutiert der Westen über die eigenen Sorgen: So droht ein Einbruch des Weltwirtschaftswachstums um bis zu 1,3%. Nochmal für die bekifften Gehirne: Nicht die Wirtschaft selbst soll schrumpfen, sondern nur ihre Wachstumsrate. Und da strahlt er hell am Firmament, der Satz, der jeden Wirtschaftsweisen schreckt: „Die Wirtschaft wächst langsamer!“

Die krawattengewürgten Lusttöter aus der Hochfinanz beschreiben das Ausmaß gerne etwas dramatischer: „Unser Wirtschaftswachstum schrumpft!“ Ein spannender Satz, leicht zu übersetzen in: „Meine Geld vermehrt sich langsamer!“ (Achte mal darauf, welche emotional aufgeladenen Fahnenwörter diese sonst mit kalter Analyse um die schmierige Ecke kriechenden Gesellen in solchen Fällen in den Boden rammen.) Man merkt es deutlich: Wenn das Wirtschaftswachstum sinkt, dann reagieren diese grauen Gesellen, als würde ihr hochpotentes Gemächt plötzlich erschlafft in sich zusammen sinken – mitten im allerschönsten Liebesspiel.

Die Angst, vom wirtschaftlich potenten Nachbarn ausgelacht zu werden, schwingt im Ringen um das größte Wachstum deutlich mit. Ein Rückgrat hingegen sucht man in der Welt der Schmierlappen vergeblich, besonders sinnlich sind diese roboterhaften Anzugständer sowieso nicht, vielmehr sind sie schwachmatige Angeber im Porsche-SUV. Wenn auch beim Individuum alles ganz anders sein kann, stellt sich auf der Ebene unserer Gesellschaft daher die Frage: Ist das harte Wirtschaftswachstum vielleicht das imaginäre Gemächt von (alten, weißen) Männern, deren lieblose Libido sich auf etwas konzentriert, das sie kontrollieren können, ohne es berühren zu müssen: Das Wirtschaftswachstum als Befriedigung libidinöser Verirrungen?

Möglich ist es, vielleicht sogar wahrscheinlich. Doch letztlich – wir wissen es nicht.

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