Ein Aufruf: Mit der Stimme den Planeten retten!


„Deine Stimme zählt!“ & „Wir müssen laut sein!“ sind zwei von vielen Slogans und Mutmachern, die in der Klimaszene oft und deutlich zu hören sind. Und dann – wenn nicht gerade eine Pandemie durchs Lande fegt – sind wir auch zu hören: Auf der Straße, in einem Chor, da sind wir viele. Doch an anderer Stelle dünnt es sich aus.

Vorneweg sei gesagt, dass jede Demo und jeder griffige Slogan eine gute Sache ist. Gut weil wirkungsvoll – und da es uns engagierten Leuten nicht ums eigene Ego geht, sondern um diesen fragilen Planeten, ist jede Wirkung wünschenswert. Auch sind wir alle Individuen mit den unterschiedlichsten Stärken und Schwächen – die Eine steht gern auf der Bühne (kann aber Sacharbeit nicht leiden), der Andere mag lieber im stillen Kämmerlein die Datensätze visualisieren (würde aber nicht mal auf die Demo gehen). All das ist gut, bunt und wünschenswert.

Und doch – ohne Kommunikation ist alles nichts.

Als sich Greta Thunberg 2018 mit ihrem berühmten Schild Skolstrejk för klimatet vor den schwedischen Reichstag setzte und damit eine weltweite Bewegung auslöste, da tat sie im Grunde eine sehr einfache Sache: Sie kommunizierte. Via Schild. An einem gut gewählten Ort. Hartnäckig an jedem Freitag. Hätte Greta stattdessen die gesammelten Datensätze der Klimafolgenforschung im Briefkasten der schwedischen Regierung abgelegt, dann wäre FFF noch immer die Abkürzung für das (empfehlenswerte!) http://www.fantasyfilmfest.com/, die weltweite Klimabewegung namens Fridays For Future wäre jedoch ausgefallen. Da waren also drei einfache Worte wirkungsvoller als tausend Seiten Datensatz.

Nun hat sich seither viel getan. Die Politik steht unter Druck, unter dem Label https://de.scientists4future.org/ vernetzen sich WissenschaftlerInnen weltweit, die Wirtschaft kommt mit Greenwashing kaum noch hinterher… und die Aktivisten sind immer öfter mit Politik und Wirtschaft im direkten Austausch. Das Thema und seine Dringlichkeit dringt täglich tiefer in Talkshows, Vorstandsetagen und Hinterzimmer – also dort, wo Kandidaten gehyped oder gebrochen und Entscheidungen getroffen werden. Und das ist gut, denn unsere Wirkung wandelt sich vom Gießkannenprinzip der Straßendemo zum zielgenauen Einfluss direkt an der Quelle.

Es ist spannend und motivierend, in der Öffentlichkeit zu stehen. Es ist warm und angenehm, anderen Menschen mit Rat und Tat eine Stütze zu sein. Und es ist geradezu sportlich reizvoll, harte Verhandlungen im Hinterzimmer zu führen. Und doch ist all das schwer. Verantwortung ist eine Bürde, populistischer Gegenwind in den Asozialen Netzwerken eine reale Bedrohung, die Ängste der anderen belasten auch das eigene Gemüt. Greta Thunberg (18), Volker Quaschning (52), Luisa Neubauer (25), Adenike Oladosu (26), Carola Rackete (33)… es sind dann doch nur wenige (und meist recht junge) Schultern, die diese Last zu tragen haben. Den Druck dieser vordersten Frontlinie – mit all seinen Impacts tief in das Private hinein – muss man erlebt haben, um ihn zu verstehen.

Geteilte Last ist halbe Last.

Geschliffene Rhetorik, Bühnensicherheit, Gruppendynamik, Vortragsdramaturgie, Kommunikationspsychologie, Selbstbewusstsein, Impulskontrolle, Leadership… sind die Kompetenzen derer, die als Einzelpersonen so laut und wirkungsvoll auftreten, wie es an anderer Stelle eine ganze Demo schafft – diese Menschen, die wir als Vorreiter und Vorbilder bezeichnen. Doch all ihre eindrucksvollen Kompetenzen sind kein Hexenwerk und auch nicht in die Wiege gelegt. So unterschiedlich Menschen sind, so unüberwindbar sich Ängste und Lampenfieber auch anfühlen mögen: Vom Überwinden des inneren Schweinehundes bis hin zur selbstbewussten, kompetenten Kommunikation reden wir von einem erlernbaren Handwerk. Denn wie hat schon Thomas Alva Edison gesagt: „Ein Prozent Inspiration – neunundneunzig Prozent Transpiration.“ Ja, Handwerk ist Arbeit.

Auch dieser Text besteht aus einem Prozent Inspiration – der Rest war Arbeit. Ich hoffe natürlich, dass die Arbeit erfolgreich war und dabei ein flammender Appell an Dich entstanden ist! Ja, an Dich! Lerne das Handwerk der selbstbewussten Kommunikation, überlasse die Menschen an der vordersten Front nicht sich selbst. Je mehr AktivistInnen den Schritt über den Rand unserer gemütlichen Blase wagen – hinein ins Land der Skeptiker, Leugner, Gegner und Verirrten – desto breiter ist die Front und desto fairer ist die Last verteilt. Und letztlich… wenn wir so willig, wütend und vehement Aug‘ in Aug‘ mit unseren PolitikerInnen diskutieren, in den Talkshows und auf den Podien debattieren, wie wir es im Schutz der Masse auf der Straße sowieso schon tun, dann werden unsre Kinder und Enkelkinder mit Freuden an eine Generation zurück denken, die es geschafft hat, diesen fragilen Planeten zu bewahren: An uns, an Dich – mit Stolz, mit Liebe und mit Dankbarkeit!

Veranstaltungstipp
Die Klimadebatte – Ob Kommunikation den Planeten retten kann?
16.07.2021 von 19:00-21:00
Sitzungssaal Neues Rathaus Leipzig
Anmeldung via: dominic.memmel@gmail.com
Weitere Infos: https://www.wissen-in-leipzig.de/programm-nach-einrichtungen/scientists-for-future/

Buchtipps
• Edelmann, Walter – Lernpsychologie
• Eibl-Eibesfeldt, Irenäus – Liebe und Hass – Zur Naturgeschichte elementarer Verhaltensweisen
• Fletcher, George P. – Loyalität – Über die Moral von Beziehungen
• Hofmeister, Roman – Handbuch der Redekunst
• Piattelli-Palmarini, Massimo – Die Illusion zu wissen: Was hinter unseren Irrtümern steckt
• Riemann, Fritz – Grundformen der Angst
• Roth, Gerhard – Bildung braucht Persönlichkeit
• Rüdiger, Adolf – Stimmbildung im Lied

Über dwm-coachings.de

http://dwm-coachings.de https://www.facebook.com/DWM-Coachings-209193643092462
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