Alleinerziehende Mütter for President!


Die Welt wird seit Anbeginn der Sesshaftigkeit von Männern regiert. Das muss nicht immer schlecht sein, denn letztlich geht es um Charakter und kognitive Eignung, nicht um das Geschlecht. Doch wenn man sich den ganzen Asphalt mal genauer ansieht, den Männer so gerne über Land und Landschaft legen…

Im Sport heißt es gerne: „Never change a winning team!“ Nun ist das Team „Patriarchat“ ein echtes Loosing Team, was im Umkehrschluss natürlich den Gedanken nahelegt, diesem Team nicht länger hinterher zu trotteln. Wir gottgleichen Männer haben es schließlich in (evolutionär gesprochen) allerkürzester Zeit geschafft, nicht nur die Mannschaft zu gefährden, indem wir dem Menschen die Lebensgrundlagen entziehen, wir haben ganz nebenbei schon das halbe Stadion abgefackelt. Und die Feuerwehr wird ausgelacht und mit Steinen beworfen, weil das ja so schön knallt und echt viel Spaß macht – na Bravo! So dumm kann doch eine Frau nicht sein? Doch, kann sie, aber eben nicht jede.

Ist eine Machtposition kein Selbstzweck – was sie auch niemals sein sollte – dann ist ihr Zweck ganz offensichtlich der, dass sie dem Wohl der Menschen dienen soll. Das trieft ja nur so von den Wahlplakaten, auch wenn es selten eingehalten wird. Und warum nicht? Weil ein privilegierter Mann auf seinem Weg durch die Funktionsräume der Republik fürs Leben nicht viel lernt, außer dass es immer Häppchen gibt. Wer aber ein ungeborenes Kind wachsen gespürt hat, wer diesem Kind die Lebensenergie durch den eigenen Körper gespendet hat, wer unter Schmerzen geboren und diese unendlich hilflose Zerbrechlichkeit eines neu geschlüpften Fleischwürstchens wiederum mit dem eigenen Körper genährt hat, der – Entschuldigung: die – mag eine Haltung zum Leben entwickeln, wie sie ein Christian Lindner kaum erahnen und ein Friedrich Merz… nun ja. Ich übrigens auch nicht – da darf ausnahmslos jeder Mann demütig den Schwanz einziehen.

Nun glaube ich kaum, dass es in diesem wunderbaren Universum ein Lebewesen gibt, das ein Kind und seine Zukunft vehementer schützen, erhalten und verteidigen möchte, wie eine Mutter. Kein Gebärroboter a la Ursel von der Leyen, sondern eine echte Mutter, die nicht nur wirft, sondern auch für ihr Kind da ist, wenn es schleimig in die Windel kackt – weil sie will und/oder muss. Und bei all der hippen Gleichheit der Geschlechter lässt sich doch eines mit Sicherheit sagen: Vor der Geburt steht der Mann nur blöde daneben und nach der Geburt verzieht er sich statistisch viel zu oft in sein leichtes Leben als Ernährer. Aber mit den Kollegen vom mittleren Management in der Sauna zu sitzen und zu prahlen, was für ein toller Vater man doch ist… da muss ich schon wieder an Friedrich Merz denken.

Warum nun wünsche ich mir die Lebenserfahrung und innere Haltung einer (liebesfähigen) alleinerziehenden Mutter for President, und nicht per se einer Mutter ganz allgemein?

Erstmal geht es dabei nicht um den faktischen Status, sondern um das Gefühl für Lebenswelten, wie es mir bei alleinerziehenden Müttern deutlich öfter begegnet, als bei jeder anderen sozialen Spezies des Homo sapiens. Auch ein Gandhi scheint eine solche Haltung innegehabt zu haben, auch ein Joe Biden scheint dem nicht völlig fremd zu sein – beiden sei ihre Position also gegönnt. Die Idee ist allerdings die, dass selbst im Jahre 2021 die meisten Familien die junge Mutter an den Herd und an die Nähmaschine stellen, während der Erzeuger für das Einkommen sorgt. Und eben auch die Sorge trägt, genug Geld für Windeln und Familien-Van nach Hause zu bringen und natürlich (nein, das ist eben nicht natürlich) die Finanzverwaltung innehat. Die Mutter ist entlastet, was ja nicht das Schlechteste ist, aber auch geistig unterfordert und von der Welt da draußen ziemlich losgelöst. The little bubble of Kita, Pilates und Babybrei.

Eine alleinerziehende Mutter trägt hingegen das gesamte Paket: Sie ist liebende Beschützerin, begleitende Lehrerin, Verwaltungsbeamte, Arbeitstier, Waschkraft, Familienoberhaupt, Therapeutin für den Erzeuger (damit er das Kind zumindest einmal in der Dekade auch am Wochenende nimmt), Spielgefährtin, Managerin, Frau mit Bedürfnissen ganz außerhalb der Mutterschaft… und vieles mehr. Ich selbst bin immer wieder erstaunt, welche charakterliche Stärke alleinerziehende Mütter mit sich bringen (wen sie nicht daran verrückt geworden sind). Sie denken zielgerichteter und handeln konsequenter als jeder VW-Vorstand der letzten 15.000 Jahre, sind zärtlicher zu Kind, Liebhaber und Ringelblume als jede junge Insta-Schönheit auch nur ansatzweise duckfacen kann, sie können physisch wie sozial fest zugreifen, sind durchsetzungsfähiger als jeder noch so hochbezahlte Trainer von HSV und S04 zusammen, und sie sind dabei mit einem Herzen gesegnet, das stärker schlägt als Mike Tysons Faust und trotzdem weicher ist als Tysons Hodensack nach einem frischen Peeling. Sie sind geduldig und zäh, ohne zu Dörrfleisch zu werden, sind aufmerksam und selbstbestimmt und würden vor allem eines niemals tun: Ihr eigenes Leben über das des Kindes stellen.

Das Kind ist die Zukunft, und die gehört geschützt – wenn das mal kein politischer Kernauftrag ist!

Ein Armin Laschet verhandelt währenddessen noch immer mit dem Zeitungsverkäufer an der Haustür, ein Wolfgang Kubicki starrt der jungen Kindergärtnerin noch immer auf den hübschen Hintern, ein Markus Söder boxt sich noch immer mit dem andren Typ am Autoscooter um den Platz im goldenen Gefährt und ein Bernd Höcke… nun ja, der sucht ja bekanntlich recht erfolglos seine Männlichkeit. Währenddessen hat die alleinerziehende Mutter mal eben ein Kind groß gezogen – nur in der Sauna prahlt sie damit nicht.

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PS: Weil gute Gedanken wertlos bleiben, wenn sie sich nicht in Taten kumulieren… diese Macht müsst Ihr Euch schon selber nehmen, liebe Mütter. Von uns Männern ist da nur wenig Hilfe zu erwarten. Denn es ist uns ja bekanntlich ein Graus, wenn Frauen stärke zeigen und uns die Kinder auf das Auge drücken, wenn gerade Wochenende ist. Weil Fußball und Bier und von der schweren Arbeit erholen und so…

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