Faschismus – ein Problem im Hirn?


Die Faschisten finden ihn gut, die Anti-Faschisten finden ihn schlecht, Hans-Georg Maaßen sieht ihn nicht: Der Faschismus. Aber wo auch immer er auftaucht, wird er ins Korsett der politischen Betrachtungsweise gepresst. Und somit wird der Faschismus hier zu etwas gemacht, was er gar nicht ist – zu einer politischen Ideologie.

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Die Frage danach, was etwas wirklich ist, kann natürlich nicht mit dem Symptom beantwortet werden. Wenn ein Hirntumor zu Kopfschmerzen führt, dann hat jemand letztlich keine Kopfschmerzen, sondern einen Hirntumor. Wäre nun der Faschismus im Kern etwas Politisches, dann würde uns die Suche nach seinen Ursachen ebenfalls zu etwas Politischem führen – doch das tut sie nicht.

Nun aber der Reihe nach. Der moderne Faschist bezeichnet seine inländischen Gegner als links-grün versiffte Hysteriker und schreibt diesen Gegnern gewisse Eigenschaften zu. Das ist zwar nicht nett, kann  man aber so machen. Aber wenn Faschisten wie Bernd „Hohlbrot“ Höcke ihre Gegner mit pauschalen Eigenschaften beschreiben, dann sollte das umgekehrt ebenso rechtens sein. Nehmen wir also den handelsüblichen Faschisten des 21. Jahrhunderts, welche Eigenschaften kommen da zustande? Hier eine kleine (unvollständige) Auflistung:

  • Schwarz-Weiß-Denken
  • Einteilung der Welt in gut (Verbündete) und schlecht (Feinde)
  • keine Freunde (Freundeskreis reduziert sich auf ideologisch Verbündete und Blutsbande, stimmen diese Faktoren nicht mehr, dann wird der „Freund“ zum Feind)
  • der Selbstwert ist nicht an sich selbst geknüpft, sondern an den Vergleich mit anderen („Besser als diese…“)
  • Weltbild stark negativ geprägt (Negatives wird erhöht, Positives wird übersehen)
  • Selbstreflexion findet (fast) nicht statt
  • Gewalt wird als legitimes Mittel zur Durchsetzung der eigenen Ziele verstanden
  • Menschen werden als „Mittel zum Zweck“ verstanden
  • Kritik von außen wird als „brutal“ und „unmoralisch“ zurückgewiesen

Ich habe mir den zweifelhaften Spaß gegönnt, diese Liste an Denkmustern und Verhaltensauffälligkeiten unkommentiert in ein Psychologie-Forum zu posten, mit der Bitte um eine mögliche Diagnose. (Ja, ich habe tatsächlich und sehenden Auges den Grundsatzfehler gemacht und Psychologen um eine Art „Ferndiagnose“ gebeten – der Boomerang kam so schnell zurück, wie es zu erwarten war.)

Interessant waren, abgesehen von der leidigen Ferndiagnosen-Debatte*, die psychologischen Einschätzungen. Da wurden interessante Stichworte verwendet, die ich hier mal etwas genauer betrachten möchte. Übrigens gab es keinen Kommentar, der hier auf „psychische Gesundheit“ plädiert hatte – dass ein solches Denken, Fühlen und Verhalten als krankhaft zu beschreiben ist, darin waren sich die Kommentatoren letztlich einig. Hier ein paar häufigere „Ferndiagnosen“:

Borderline

Der etwas verallgemeinernde Begriff des Borderline beschreibt eine ganze Fülle an Persönlichkeitsstörungen bzw. Varianten eines groben Musters. Dieses Muster ist u.A. gekennzeichnet von Geltungssucht, intensiven wie instabilen Beziehungen, Selbsthass (auch gerne auf äußere Bereiche wie Partner, Politik usw. projiziert), deutliche Stimmungsschwankungen, Schwarz-Weiß-Denken, eingeschränkte Empathie und einer ordentlichen Portion Paranoia. Etwas vereinfacht kann man durchaus sagen, dass bei Borderlinern die Fähigkeit zur Liebe (gebend wie nehmend) stark verkümmert ist – Liebe und Vertrauen werden durch Zwang und Kontrolle ersetzt. Na, wer da die Führungsriege unserer Lieblingsfaschisten von der AfD nicht wiedererkennt…

Narzissmus

Der Narzissmus ist eine interessante Form der Selbstbetrachtung. Unreflektiert, sich selbst erhöhend, unfähig zur Selbstkritik und alles ungewünschte Äußere wird entwertet. Auch hier sehen wir eine ganz klare Analogie zu faschistoidem Denken, denn genau da passiert es ja auch, dass die eigene Ideologie, das eigene Land, der eigene sog. Volkskörper ins heilige Walhalla gelobt wird, die ungeliebten Nachbarn aber entmenschlicht ordentlich durch den Dreck gezogen werden. Ein Schwarz-Weiß-Denken, wie wir es auch beim Borderliner antreffen. Beim modernen Faschisten vom Kaliber Höcke kommen wir da schnell zum Stichwort: „links-grün versifft“.

Schamerkrankung

Das fand ich besonders spannend, da es sich hierbei um keine moderne Klassifikation handelt. Und doch scheint mir dieser Begriff durchaus sinnvoll, um eben ein krankhaftes Schamgefühl zu beschreiben. Nun liegt einem solchen Schamgefühl oftmals ein sexueller Defekt oder eine „falsche“ Sexualität zugrunde. Vielleicht steht der Höcke ja auf griechische Jungens? Oder wurde der pubertierende Höcke von Mutti beim Wichsen erwischt? Man weiß es nicht… Scham lässt eigentlich nur zwei Wege zu, mit ihr umzugehen. Zum einen kann man sich ihr stellen und dadurch einen inneren Reifeprozess auslösen. Der faschistoide Weg – in unserem Zusammenhang – ist dann der gegenteilige: Sich von den Ursachen der Scham möglichst lautstark abzulenken.

Ist Dir, geneigter Leser, schon einmal aufgefallen, dass Faschisten ein besonders großes Kontrollbedürfnis in Sachen Sexualität entwickeln? Ich meine, wie will man die „Reinheit der Rasse“ erreichen, wenn nicht über ein Reglementieren der Sexualität? Der gesamte Holocaust samt Euthanasie und den Umsiedlungen blonder Kinder aus dem Osten (die dann an „arische“ Familien abgegeben wurden) waren ein gigantisches Programm zur Reglementierung der Fortpflanzung. Und was ist der Kern jeglicher Fortpflanzung? Natürlich die Sexualität! (Zitat Bernd Höcke: „Wir müssen unsere Männlichkeit wiederfinden!“ Ja, wo hat er seine denn verloren?)

Das Volk ersetzt dabei die Sippe, für die neuer Lebensraum geschaffen werden soll. Die Mechanismen sind nahezu identisch, nur spielt sich alles auf einer größeren Stufe ab – die Armee ersetzt die Horde, der Führer ersetzt das Familienoberhaupt. Was hier erstmal nach natürlicher Auslese und Evolution klingt, ist letztlich das genaue Gegenteil. Denn Evolution – gerade die des Menschen – beruht auf einer immensen Flexibilität des Hirns, der Fähigkeit zur Anpassung, zur objektiven Selbstbeobachtung und – Grundlage jeglicher genetischen Evolution! – eine möglichst große genetische Vielfalt. Faschismus in seiner häufigsten Form ist stark rassistisch. Und Rassismus führt, wenn man ihn zu Ende denkt, zu Inzest und Selbstbefruchtung. Also letztlich zum Aussterben der Art.

Todeswünsche

Man schafft sich bekanntlich seine äußere Welt nach den inneren (psychischen) Gegebenheiten. Von der Totenkopf-SS bis „Sterben für das Vaterland“ ist Faschismus stark durchsetzt mit Todesphantasien. Und überall da, wo der Faschismus weit gekommen ist, da hat er letztlich auch ganz physisch den Tod gebracht. Wie war das damals mit dem schnauzbärtigen Österreicher aus Braunau? Hat der nicht im Angesicht des Untergangs gesagt, dass das Deutsche Volk entweder siegen oder sterben soll? Ja, so ist er halt, der Faschist: Bipolar, sexuell verkrampft und todesdurstig.

Faschismus ist letztlich neben vielerlei anderen Aspekten ein durch sexuelle Degeneration und tiefsitzender lebensfeindlicher Probleme angetriebener Versuch, die Evolution voran zu bringen – indem man genau den entgegengesetzten Weg geht. Faschismus ist der Wunsch nach Untergang, und alle Welt mit hinab zu reißen. Schließlich will der Mensch auf seinem Weg ja nicht alleine sein, egal wie krank er in der Birne ist.

Somit ist dieser kleine Blogartikel ein Aufruf: Sieh, lieber Leser, Faschismus nicht als politischen Akteur, sieh ihn als das was er ist: Ein mögliches Symptom für die Gruppendynamik gewisser psychischer Erkrankungen.

*) Liebe Psychologen, eine Einschätzung ist keine Diagnose. Da die Welt gerade auf der psychologischen Ebene aus den Fugen gerät, sollte Euch und Eurem eisernen Schweigen eine Mahnung sein. Die Welt braucht mehr Wissen über die Psyche, sie braucht mehr Einschätzungen zu den Krankheitsbildern ihrer Führer, wenn sie diese vom Wahn und von Manien geprägten Zeiten überstehen will.

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