Sport, Sex & Kaugummi – eine Theorie


Wir kennen es von uns selbst, wir kennen es vom Profisport: Das Kauen eines Kaugummis ist gerade unter Stress sehr nützlich. Zwei Vorteile bringt der klebrige Gummi mit sich. Er beruhigt die Nerven. Er hält das nötige Spannungslevel.

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Was steht dahinter?

Ganz einfach gesagt, ist es die orale Befriedigung. Es gibt beim Menschen (wie übrigens bei jedem Lebewesen) zwei Säulen, auf die alles weitere aufbaut:

  • die Selbsterhaltung
  • die Arterhaltung

Der Mensch ist ein komplexes Lebewesen und hat mit der Kunst, der Muße, dem systematischen Erschaffen und (leider auch) Zerstören einen reichhaltigen Garten auf diese Säulen gepflanzt. Unsere Grundlagen sind weiterhin die Selbsterhaltung (Überleben) und die Arterhaltung (Fortpflanzung) – beide sind interessanter Weise eng mit der oralen Befriedigung gekoppelt. Die Selbsterhaltung durch Nahrung (neben anderen Dingen wie körperliche Unversehrtheit, Temperatur, Lebenssinn) geht den oralen Weg. Wer sich drei oder vier Tage lang nichts in den Mund einflößt, der stirbt. So einfach ist das.

In Sachen Arterhaltung können wir es uns leicht machen und auf das Küssen verweisen. Ich will es ein bisschen schwerer machen und das Küssen auch erklären.

Zärtlichkeiten unter Erwachsenen kennen nur Lebewesen, die Brutpflege betreiben, ihren Nachwuchs also nicht einfach abwerfen, sondern die Brut auch pflegen. Zärtlichkeit wiederum ist ein Kernelement von Flirt und Sexualität. Die Verbindung Küssen-Zärtlichkeit-Sexualität ist übrigens folgendermaßen entstanden (vgl. Eibl-Eibesfeldt „Liebe & Hass“): Die Mutter füttert ihr Junges mit erbeuteter (z.B. Vogel mit Wurm) oder vorgekauter Nahrung. Dieser Prozess des Mund-zu-Mund-Fütterns hat in seiner liebevollen Zärtlichkeit das Küssen entstehen lassen. Wir vergessen ja zu gerne, dass die Sexualität durch die Liebe der Eltern geprägt wird: Die Art und Weise, in der jemand als Kind elterliche Zärtlichkeit erfährt entspricht der Art und Weise, wie sie oder er als Erwachsener den großen Rahmen Sex mit Zärtlichkeiten füllt (nicht eins-zu-eins, es gibt ja neben den Eltern auch das erweiterte Umfeld, die genetischen Vorgaben und die individuelle Selbstregulation). So weit, so erschreckend.

Zurück zur oralen Komponente. Wir sehen nun, dass sowohl die Selbsterhaltung, als auch die Arterhaltung durch orale Reize (Kauen, Lutschen) positiv getriggert werden kann:

  • „Ja fein, ich habe Nahrung im Mund!“
  • „Ja herrlich, ich werde geküsst – und kann mich gleich noch fortpflanzen!“

Dass der bunte Garten des Seins, den uns die Evolution auf diesen beiden Säulen bereit gestellt hat, sehr feinsinnige Nuancierungen zulässt, das weiß jeder für sich und muss hier nicht extra erörtert werden. Wichtig bleibt für uns der Kaugummi – die orale Befriedigung.

Der Sportler

Jeder Sportler hat ein grundsätzliches Problem, dem manche eben recht erfolgreich mit dem Kaugummi begegnen: Das Spannungslevel. Zu wenig Spannung (mental und körperlich) senkt die Leistung deutlich ab. Zu viel Spannung senkt die Leistung zwar nicht im gleichen Sinne, lässt Körper und Geist jedoch „drüber“ gehen, was zu einer erhöhten Fehlerhaftigkeit führt (Krampf, Fahrigkeit). Nun muss sich ein Sportler also einerseits anspannen, andererseits aber auch entspannen, um sein ideales Spannungslevel zu erreichen. (Zudem ist dabei nicht zu vergessen, dass das ideale Spannungslevel zu Beginn eines Marathons ein ganz anderes ist, als auf den letzten Kilometern, was für uns jedoch nebensächlich ist.)

Auf etwas herum zu kauen gibt dem Gehirn die Botschaft: „Alles gut, die Nahrung ist da.“ Das ist gerade beim Kaugummi sehr praktisch, denn man muss in nicht schlucken, sondern kann nahezu ewig (z.B. eine Halbzeit lang) an ihm kauen. Und durch die Süße und Aromen wird auch den Geschmacksnerven permanent suggeriert: „Schön, da strömen Nährstoffe.“ Beim Essen geht der Fokus auf den Teller, wenn der Bissen herunter geschluckt ist. (Der Teller kann übrigens auch das frisch geschlachtete Mammut oder der Apfel am Baum sein.) Diese Ablenkung kann sich ein Sportler nicht leisten – der Kaugummi braucht diese Ablenkung nicht, denn er liegt ja dauerhaft im Mund bereit.

Nebenbei weiß jeder, der schon mal einen Kaugummi im Mund hatte, dass der eigentlich Kau- & Lutschgummi heißen müsste. Und wenn wir beim Lutschen sind, dann sind wir schnell wieder bei der oralen Befriedigung im sexuellen Sinne. Es ist eben sehr lustvoll, an etwas zu lutschen – seien es die äußeren Schamlippen der Partnerin, sei es der Strohhalm im Caipi, sei es ein Eiswürfel im Sommer. Oder eben ein Kaugummi. Gerade beim Lutschen sind sich die Befriedigung durch Nahrungszufuhr (Nippel beim Stillen) und die sexuelle Befriedigung (Nippel beim erotischen Spiel) sehr, sehr nahe. Und das ist eine Situation, für einen Sportler wie gemalt:

  • Auf der einen Seite das beruhigende Gefühl der sicheren Nahrungsquelle. Geist und Körper dürfen entspannen >> der Kaugummi beruhigt die Nerven.
  • Auf der anderen Seite der sexuelle Trigger. Der Körper ist im Lustmodus und seine Anspannung ist kraftvoll, nicht krampfig >> der Kaugummi hält das nötige Spannungslevel.

Abschluss

Sicherlich ist ein Kaugummi nur ein Kaugummi. Er ist weder ein fruchtiger Pfirsich, noch das pulsierende Genital des Sexualpartners. Und er ist sicher nicht das wichtigste Tool im Leben eines Sportlers. Und trotzdem: Eine genauere Betrachtung wert ist er allemal.

Und da meine heiße Knutschpartnerin gerade nicht bei mir ist, greife ich nun zum Ersatz: Dem Kaugummi…

 

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