Psychologie des Windrades


Bekanntlich sind es die emotional eingeschränkten Geister – von AfD bis Reichsbürer – die in den Windrädern ein arges Problem sehen, das es auszumerzen gilt. Die (vorgeschobenen) Gründe sind vielfältig, die emotionale Reife der Windradgegner scheint durchgehend gering – oftmals an der Grenze zur psychischen Krankheit. Doch warum arbeiten sich diese Leute an etwas so Profanem wie dem Windrad ab?

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Mal heißt es, die Windräder würden unsere Landschaft verschandeln. Tatsächlich aber retten sie diese Landschaft durch die emissionsfreie Erzeugung von Energie. Dann heißt es, Windräder seien laut. Sicherlich ist selbst das Windrad nicht vollkommen geräuscharm (∅ < 45dB), wer aber wegen der Lautstärke von Windrädern auf die Barrikaden geht, der hat wohl vergessen, dass er in einer Welt der Flugzeuge und Autobahnen lebt. Dann wird doch tatsächlich noch behauptet, die Windräder würden gar kein Strom produzieren und sie würden abgeschaltet, wenn keiner hinsieht. Wenn keiner hinsieht? Wie soll das denn bitte funktionieren? Und überhaupt: Warum? Am besten illustriert folgende Aussage aus dem Internet diesen totalen Argumentations-Irrsinn:

„Windräder laufen gar nicht, wenn keiner hinschaut. Das ist Betrug! Ich hab’s selbst gesehen!“

Das Windrad ist zuerst einmal sehr groß und kaum zu übersehen. Wegschauen funktioniert nicht, es dreht und dreht sich in der Höhe eines fünfstöckigen Hochhauses. Diese rein optische Dominanz kann natürlich penetrant wirken, darüber gibt es keine zwei Meinungen. In meinem Fall wirkt sie penetrant angenehm, was mich einst auf die Idee brachte, einmal auf der Wiese vor einem Windpark zu meditieren. Und durch die folgende intensive Beobachtung und Analyse der psychologischen Wirkung des Windrades, kam ich auf den nun folgenden Gedanken.

Windrad und Gehirnwellen

Die Gehirnwellen werden schematisch in mehrere Bereiche unterteilt (Delta, Theta, Alpha, Beta, Gamma), wobei die Alphawellen einen Entspannungszustand darstellen, deren „übernächster Schritt“ mit den Thetawellen in einer tiefen Meditation oder hypnotischen Trance liegt. Die Richtung Delta>Gamma ist also grob gesagt die Richtung Stress>Ruhe. Es ist hinlänglich bekannt, dass der Blick auf eine stetige, vorhersehbare Bewegung das Gehirn vom normalen Wachmodus (Beta-Wellen) zur Entspannung (Alpha-Wellen) tendieren lässt. Mit der Tendenz, sich dem Stress abzuwenden und der Entspannung zuzuwenden, führt die Fokussierung des Bewusstseins ganz automatisch von der (alarm- und handlungsbereiten) Beobachtung der Umwelt hin zur Innenschau. Ein Effekt, der übrigens auch für akustische (Uhrenticken, Metronom), haptische (Kraueln, Streicheln) und imaginative (Schäfchen zählen) Reize gilt und in Hypnose, Mentalem Training, Meditation usw. reichhaltig genutzt wird. Das bekannteste Beispiel dafür ist die Konzentration auf das stetige Auf und Ab der eigenen Atmung.

Eine elementare Eigenschaft des Windrades ist genau so eine stetige, vorhersehbare Wiederholung einer sanften Bewegung (Drehbewegung), wobei neben dem direkten Blick auf das sich drehende Rad auch der Schattenwurf zu beachten ist. Kurz gesagt: Der Blick auf ein sich drehendes Windrad löst einen Prozess der Entspannung aus und fördert damit deutlich die Selbstwahrnehmung. Bei der Größe eines Windrades ist es tatsächlich schwer, sich diesem Sog zu entziehen, hat man erstmal für ein paar Augenblicke hingesehen. Stell Dir ein windradgroßes Pendel vor, das in der Landschaft stetig schwingt, und wir haben einen vergleichbaren Effekt.

Entspannung ist gut, Selbstwahrnehmung ist besser – wo ist das Problem?

Die Angst ist ein Teil der menschlichen Psyche. In einer gesunden Psyche erfüllt sie eine wichtige Funktion, indem sie uns vor Gefahren halt machen lässt, durch Adrenalin den Körper für Kampf oder Flucht aktiviert, und so weiter. Nun gibt es aber Menschen, die man umgangssprachlich als „angstgesteuert“ bezeichnet. Hier hat die Angst die Kontrolle übernommen und stürzt sich auf alles, was zu finden ist. Um nun etwas zu oberflächlich einen feingliedrigen Aspekt über einen groben Kamm zu scheren: Diese Dauerangst hat eine wichtige Funktion, indem sie von inneren (also im Zustand der Entspannung fühlbaren) Problemen ablenkt.  Übrigens ist dieser Kamm so grob, dass auch Personen in diese Kategorie fallen, die mitnichten angstgesteuert sind, trotzdem aber die Innenschau scheuen wie der Teufel das Weihwasser: Narzissmus, Borderline und so manch weitere Störung der Selbstwahrnehmung seien hier genannt. Eine gestörte Selbstwahrnehmung führt übrigens ganz automatisch zu einem gestörten Selbst – denn was ich nicht richtig wahrnehme, das kann ich auch nicht richtig bearbeiten.

Und genau hier liegt das Problem. Windräder sind keine Entspannungs-Videos auf Youtube, die man einfach wegklicken kann. Windräder sind überall und kilometerweit zu sehen. Für die Wirkung auf Gehirn und Psyche ist es dabei irrelevant, ob Windräder oder oben erwähnte windradgroße Pendel in der Landschaft stehen. Beides drängt die Psyche in einen Zustand der Selbstwahrnehmung. Doch ist das Selbst schwer beschädigt, dann gehört es paradoxerweise zum Selbstschutz, sich selbst eben nicht wahrzunehmen – das oftmals hysterische Verhalten der Windradgegner zeigt den deutlichen Versuch, sich von sich selbst möglichst dauerhaft abzulenken. Die ablehnende und teils aggressive Haltung innerlich kaputter Menschen zu den Windrädern, lässt sich also sehr schön mit einem verwursteten Zitat der Band „Ton , Steine, Scherben“ beschreiben:

„Macht kaputt, was euch entspannt!“

PS: Dies soll kein Aufruf gegen die Windräder und dadurch für den Schutz solch selbstwahrnehmungsgestörter Personen sein. Ganz im Gegenteil: Die Lösung liegt nicht im Schutz des Gestörten – sondern in dessen Heilung. Und ganz am Rande sei gesagt: Subjektiv ist die Selbstwahrnehmung schon in ihrer Grundstruktur. Bei jedem Menschen also latent gestört.

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