Der Sinn menschlicher Aggression


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Dass Aggression – sei sie physischer oder psychischer Natur – eines der größten Probleme der Menschheit ist, darüber lässt sich kaum streiten. Und doch ist es falsch, so zu tun, als wäre der moderne, aufgeklärte Mensch dazu in der Lage, seine Aggressionen gänzlich zu überwinden. Auch wenn der von Konrad Lorenz postulierte Aggressionstrieb als singulärer Trieb nahezu ausgeschlossen werden kann, so sind es doch viele verschiedene Einflüsse, die uns zu aggressivem Verhalten treiben können. Und sie tun es – seit es Leben auf der Erde gibt. Doch was ist es, das uns zu solch aggressiven Wesen macht?

Der Hauptaspekt aggressiven Verhaltens liegt im Selbstschutz. Im Strafrecht spricht man z.B. von Selbstverteidigung, doch auch die nach der Ausbeutung fremder Ressourcen strebenden Angriffskriege sind von der Sorge motiviert, weniger mächtig zu sein, im Endeffekt: weniger schutzlos. Hier begegnet uns nun das Sprichwort „Angriff ist die beste Verteidigung“. Eine Mutter würde ihr Kind mit allen verfügbaren Waffen verteidigen, was jedem gesunden Menschen sinnvoll erscheinen wird. Selbst der Löwe, der eine Gazelle reißt, beschützt sich dadurch vor dem Hungertod. Selbstschutz ist schließlich ein elementarer Bestandteil der Selbsterhaltung.

Auf der Stufe des Individuums ist Aggression also meist durch den Selbsterhaltungstrieb getriggert, auf Stufe der Gruppe ist es die Erhaltung der Gruppe. Der Familie, der sozialen und/oder ideologischen Gruppe (Nation, Religion, Fußballverein, etc.), nicht zuletzt der eigenen Art. Wir kennen die auf Ideologien basierenden Gewaltexzesse der Geschichte: Kreuzzüge, Genozid, sogenannte Befreiungskriege. Wenn sich Gruppenaggressionen verselbstständigen, so passiert dies stets auf der Basis einer Ideologie. Der sogenannte „Heilige Krieg“ ist dabei ein Paradebeispiel.

Der elementarste Kern des Überlebens liegt in der Sexualität. Wer würde nicht für seine Kinder sterben, wenn es die Situation erfordert? Wer würde nicht für seine Kinder töten? Es ist der Aggressionsforschung bekannt, dass gerade sexuelle Frustration zu starken aggressiven Ausbrüchen führt. Diese reichen sehr weit, Gewalt gegen einen Nebenbuhler kann ebenso eine Folge sexueller Frustration sein, wie auch häusliche Gewalt und Vergewaltigung – was so nahe liegend wie erschreckend ist. Und selbst hier sehen wir Aspekte des Selbstschutzes am wirken: Der Schutz des eigenen Erbgutes vor drohender Ausrottung (durch einenen frustrierenden Mangel an Sexualpartnern, wobei man ja auch sagen könnte: „Selber schuld!“)

Können wir unser Aggressionspotential überwinden? Die Antwort ist einfach: Nein. Doch wir können es in den Griff bekommen. Jedes Lebewesen auf unserem Planeten – vom Einzeller bis zum Säugetier – zeigt aggressive Verhaltensweisen. Es wäre vermessen zu behaupten, wir könnten unsere Aggressionen gänzlich ablegen. Seien sie nach außen oder nach innen gerichtet (Aggression, Autoaggression), Aggressionen sind ein Teil unserer Natur.

Die Existenz aggressiven Verhaltens bei sich selbst zu akzeptieren ist der erste Schritt, sie zu beherrschen. Aggressionen entspringen oft einem Impuls, der schneller ist als das Nachdenken. Auch hier hilft uns eine Redewendung, dies besser einzuordnen: „Ihm ist die Hand ausgerutscht“. Somit liegt ein weiterer Schritt auf dem Weg zu positivem Verhalten in schwierigen Situationen in der sogenannten Impulskontrolle. Wir kennen es von Kleinkindern (und manch Erwachsenem), sie lassen ihre Gefühle stark impulsiv heraus. Manchmal auch aggressiv: Schreien, Beißen, Kratzen, Treten, Zappeln. Erst mit der Zeit lernen Kinder, ihre Impulse zu kontrollieren. Zu kanalysieren – womit wir ein weiteres Werkzeug gegen den Ausbruch von Aggressionen gefunden haben: das Ventil. Wen stört es, wenn eine Person auf einen Boxsack einschlägt? Im Gegensatz zur Gewalt gegen einen Menschen mag die Gewalt gegen Dinge im gewissen Rahmen sehr dazu geeignet sein, aggressive Potentiale zu entladen. Auch Sport ist ein solches Ventil, ebenso wie die Kreativität. Der Vorteil der Kreativität: Sie hinterlässt ein Werk, an dem sich die Ursachen der Aggression ablesen lassen. Und der Königsweg bei der Lösung jeglicher Probleme ist natürlich, ihre Ursache zu beheben.

Nun kann dieser Artikel nicht mehr sein, als ein leichtes Kratzen an der Oberfläche. Und deshalb möchte ich ihn hiermit (und unvollendet) abschließen. Nehme Sie die Fäden auf, die Ihnen sinnvoll erscheinen, und spinnen Sie selbst weiter. Es würde mich sehr freuen, Ihnen den ein oder anderen Impuls mit auf Ihren Weg gegeben zu haben, der auch bei Ihnen zur Entspannung aggressiver Elemente führt.

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