JAGIDA demonstriert gegen 2015! #jagida


„Niemand hat uns gefragt!“ schimpfen die Demonstranten der JAGIDA, einem Zusammenschluss besorgter Bürger gegen das Jahr 2015. „2014 war doch ein schönes Jahr, warum muss man das jetzt alles ändern?“

VerbotsschildFrüher war alles besser, sagt eine urdeutsche Lebensweisheit. Und auf der ersten JAGIDA-Demonstration ist dieser Spruch auf zahlreichen Plakaten zu lesen. Es herrscht Empörung, es herrscht Fassungslosigkeit, es herrscht aber auch Angst vor einer ungewissen Zukunft. Manches Argument scheint einleuchtend, manches Argument auf der Rednerbühne wirkt jedoch recht diffus. Worum es der JAGIDA wirklich geht erfahren wir im Interview mit Bruno Lachman, dem Initiator der Demonstration.

MfIS: Guten Tag Herr Lachman.

Bruno Lachman: Guten Tag, Herr Minister.

Die JAGIDA richtet sich gegen das Jahr 2015. Ist das richtig?

Sie sagen das etwas verpauschalisiert, Sie treffen damit weder den Kern unserer Aussage, noch die Gründe für die zahlreich erschienenen Demonstranten hier in der Innenstadt. Ihre Verpauschalisierung ist das – entschuldigen Sie – typische Pressesprech.

Was genau ist denn der Kern Ihrer Aussage?

Sehen Sie, 2014 war doch ein wunderschönes Jahr. Deutschland wurde Weltmeister im Herrenfußball, die Brasilianer wurden gar mit 7:1 vom Rasen geklopft. Anfang des Jahres fanden in Mühlheim an der Ruhr die German Open 2014 statt, die Internationalen Badmintonmeisterschaften von Deutschland. Im August konnten wir die Schwimmeuropameisterschaften in Berlin verfolgen. Bis auf ein Unwetter an Pfingsten, bei dem leider mehrere Menschen ihr Leben verloren, gab es in unserem Land keine größeren Unglücksfälle. Wir sind weiterhin unter den Top 3 der Exportländer der Welt, sowohl im zivilen, wie auch im militärischen Bereich. Sogar die Weihnachtsfeiertage fielen auf einen Donnerstag und einen Freitag. 2014 war ein schönes, ein erfolgreiches Jahr – und das sollen wir jetzt für irgend ein Jahr hergeben, von dem wir nicht wissen, was es bringt? Nicht mit uns!

Sie wollen also, dass 2014 bestehen bleibt?

Ja, genau das wollen wir – und noch mehr! Es ist eine krankhafte Neigung der Gesellschaft, nicht zuletzt der Politik, ständig auf Änderungen zu pochen. Jeden Tag ein neues Datum, alle sieben Tage eine neue Woche, alle vier Wochen ein neuer Monat… wo soll das alles hinführen?

Der Kalender sieht zwölf Monate vor – Januar bis Dezember – danach geht es mit einer neuen Jahreszahl von vorne los. Dieses System ist uralt und hat sich bewährt. Wie wollen Sie es ändern?

Hat sich bewährt? Früher war alles besser, das sehen Sie doch, wenn Sie die Augen auf machen. Jahr für Jahr wird die Wirtschaft schwächer, die Lebenskosten steigen und die Löhne schrumpfen. Wir hätten schon im Jahre 1980 aufhören sollen, alle zwölf Monate den Kalender zu wechseln. Hätten wir heute 1980 würde es vielen Menschen besser gehen.

Das mag sein, Herr Lachman, aber wie soll das funktionieren?

Eine Möglichkeit wäre der sogenannte Geschlossene Rückwärtslauf.

Der Geschlossene Rückwärtslauf? Können Sie uns das etwas genauer erklären?

Ja, sehr gerne. Wenn man am 31. Dezember angekommen ist, zählt man im Kalender einfach wieder rückwärts. 30. Dezember, 29. Dezember, 28. Dezember und so weiter, bis man wieder beim 1. Januar ist.

Und dann? Wieder vor zum 31. Dezember und dann wieder zurück? Ein ewiger Kreislauf, in einer Jahreszahl verharrend?

Das war die erste Idee dahinter, der Geschlossene Kreislauf 2014. Doch der Geschlossene Rückwärtslauf kann mehr. Anstatt in eine ungewisse Zukunft zu hetzen, gehen wir Schritt für Schritt zurück in die gute alte Vergangenheit.

jagidaDas heißt?

Auf den 1. Januar 2014 folgt der 31. Dezember 2013. Und eines Tages – wir beide werden ihn noch erleben! – ist es wieder 1980. Die Wirtschaft ist stark und die Arbeitslosigkeit gering, Politiker haben noch Anstand –  ich sage nur Schmidt, Strauß, Genscher! – und ein Jahr später, also 1979, gibt es auch die Partei Die Grünen nicht mehr. Sie sehen, uns geht es weniger um ein konkretes Jahr, als um den absoluten Rückschritt.

Dann müssten aber auch die guten Seiten eines Jahres – zum Beispiel der Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 – nach dem 1. Januar 2014 wieder aberkannt werden. 2013 war Deutschland nicht Weltmeister. Wie gehen Sie damit um?

Sie haben Recht! Tatsächlich müsste der Titel schon am 12. Juli 2014 aberkannt werden. Der Endsieg der Nationalmannscha… also das Endspiel fand ja am 13. Juli statt. Das wäre natürlich schade, doch früher war alles besser – und der Weg dorthin geht vor. Wir dulden keine Weinerlichkeiten, wir wollen uns nicht an die Erfolge oder Mißerfolge eines bestimmten Jahres klammern. Wir wollen ganz weg aus dieser modernen Zeit, die uns die Luft zum Atmen raubt!

Mit welchen Mitteln möchten Sie die Bundesregierung dazu auffordern, 2015 zurück zu nehmen und wieder zu 2014 zurück zu kehren?

So schwer ist das ja nicht, ein Rotstift in den Händen von Frau Merkel sollte reichen. Doch nicht zuletzt sehen wir unser Unternehmen weltweit. Wenn Amerika noch nicht entdeckt ist, wird uns der amerikanische Kapitalismus nicht mehr dominieren.

Und von da aus immer weiter richtung Urknall?

Bis dahin ist es noch eine lange Zeit. Selbst den Zweiten Weltkrieg werden wir nicht mehr erleben dürfen. Die Uhr soll nicht schneller laufen, sie soll rückwärts laufen.

Haben Sie abschließend noch etwas zu sagen?

Der Mensch sollte in der Vergangenheit leben, nur dort kennt er sich aus!

Vielen Dank Herr Lachman, vielleicht sehen wir uns 1980 wieder.

So Gott will, Herr Minister!

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