Armutsbericht ab 2014 in Esperanto


(blk.) Die Kritik am Armutsbericht der Bundesregierung reißt nicht ab. Schönfärberei, Überpinselung der Realität und Retusche mit Zaubertinte sind nur ein Teil der Vorwürfe gegen den wohl einseitigsten deutschen Regierungstext seit dem Ermächtigungsgesetz.

esperanto

Es leuchtet dem Bürger natürlich ein, dass bei solch einem Aufruhr eine gewisse Gegensteuerung stattfinden muss. Hierfür wurden einige diverse Stunden bei Lachs und Kaffee vom Steuerzahler finanziert, sowie Aufträge an vertrauenswürdige Firmen vergeben, deren Erfolg im Kampf gegen Schimpf und Verleumdung kein leergutgefüllter Einkaufswagen im Weg stehen sollte. Erfolg gibt Recht, die für tauglich befundene Verfahrensweise stammt allerdings aus einer überraschend unerwarteten Disziplin. Es handelt sich um die Änderung der Sprache, derer Ausführung die Ausarbeitung der Verfassung des Armutsberichts normalerweise unterliegt.

Das Prinzip ist recht einfach: Der Text wird in einer Sprache verfasst, derer nur wenige Menschen mächtig sind, somit ist die mögliche Kritik auf einzelne Fachvertreter beschränkt. Diese können aber thematisch oder persönlich verleumdet werden, die Störfeuer werden sich also auf einen zu vernachlässigenden extremistischen Bereich beschränken. Schwierig gestaltete sich nur die Suche nach der konkreten Sprache, in der unser Armutsbericht ab 2014 verschlüsselt werden soll. Mehrere Vorschläge wurden in den Gremien diskutiert:

Latein
Gegen diese tote Sprache entschied man sich wohl sehr schnell, obwohl sie zum Verfassen eines relatio de opulentiam vom Aufbau her gut geeignet ist. Latein ist der Gymnasien und Universitäten wegen noch viel zu gebräuchlich, um Kritik restriktiv zu unterbinden.

Altgriechisch
Das Altgriechische wird deutlich seltener als Latein gelehrt, ist jedoch mit dem Neugriechischen so eng verwandt, dass es den armen Neugriechen helfen könnte, letztlich den Spies herumzudrehen.

Schreibschrift
Deutsch in einer krakeligen Schreibschrift sollte für den Laien kaum lesbar sein. Problematisch ist es aber, die für einen gesunden Bürokratieapparat nötigen Unmengen an Unterlagen von Hand zu fertigen. Versuche an mehrhändigen Kindern (siehe Bild, die kleine Lakshmi) führten leider nicht zum gewünschten Erfolg.


(die kleine Lakshmi kann 8 Kugelschreiber führen)

Stenno
Diese Kurzschrift ist seit dem Zeitalter des Computers stark rückläufig. Laut einer externen Studie sind für die Einführung von Stenno als Geheimschrift allerdings noch über 15 Jahre Auswaschung der heutigen Sekretärinnen-Rentnerinnen aus dem Gesellschaftsgefüge vonnöten. Die Kurzschrift Stenno steht daher auf einer Warteliste.

Tanêksąyaa ade
Die seit 1930 ausgestorbene Sprache aus der Sioux-Sprachhorde konnte leider nicht mehr restauriert werden. Die eigentliche Erkenntnis darüber nützte wenig, führte in Nordamerika hingegen zu öffentlichen Trauerkundgebungen, was innenpolitisch als positives Signal gedeutet wurde.

Asiatische Sprachen
Das Asiatische ist dem deutschen Politiker gemeinhin fremd, ähnlich dem Arabischen und dem Ey-Alder-Du. Es scheidet daher völlig aus, von seinem Schriftbild wortwörtlich untermalt.

Enigma
Die Verschlüsselung der Enigma-Maschine ist heute leider bekannt und im Ausland einsehbar. Trotz eindeutiger Sympathien ist die Enigma daher nicht mehr zu gebrauchen.

Esperanto
Aufwändige Tests und flächendeckende Studien kristallisierten nun die langweilige Kunstsprache Esperanto als Ideal heraus. Nur wenige Menschen sprechen Esperanto überhaupt, daneben ist diese Sprache so arm und öde, dass jeder der sie einmal gelernt hat resigniert und jegliches Interesse an (politischer) Opposition verliert. Und im Endeffekt können wir für die Nichtexistenz einer vernünftigen Opposition dankbar sein, die mit ihren einleuchtenden Gegenargumenten unsre Hirne verwirren würde.

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Eine Antwort zu Armutsbericht ab 2014 in Esperanto

  1. nextkabinett schreibt:

    Reblogged this on Rund um den Kabinettstisch und kommentierte:
    Genial, verehrter Minister für Innere Schönheit. Einfach nur genial …

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