Filme für Politiker!


Wer Menschen führt, führt auch immer ein Stück weit mit seiner Moral. Nun können wir uns alle an prägende Erfahrungen in unserem Leben erinnern, meist drastische Eindrücke, die unseren Charakter schulten. In der Kindheit waren nicht zuletzt Filme für diese Prägungen verantwortlich – je deutlicher ein Film sein Thema vermittelt, desto weniger kann sich aber auch ein Erwachsener dagegen wehren. Und deshalb möchte ich hier eine Liste von Filmen beginnen, die ein jeder Politiker gesehen haben sollte. Denn, wer Menschen führt…
(diese Liste darf in den Kommentaren gerne fortgesetzt werden)

Tree of Life
Schwer zu fassen und noch schwerer einzuordnen sind die Filme von Terrence Malick („Der schmale Grat“) sowieso. Doch sie vermitteln eine sanfte Poesie, ein so deutliches „Ja!“ zu den kleinen Momenten im Leben, dass der Arroganz vor Angst schier übel wird. „Tree of Life“ dreht sich zu großen Teilen um die Aufarbeitung von verdrängten Emotionen.

Die Hunde sind los
Diese Verfilmung eines Romans von Richard Adams („Unten am Fluss“) erzählt die traurige wie brutale Geschichte zweier Hunde, die nach elendiger Tortur aus einem Tierversuchslabor fliehen konnten – auf der hoffnungslosen Suche nach Ruhe und Glück. Regisseur Martin Rosen drehte übrigens auch „Watership Down – Unten am Fluss“, der Minister für Innere Schönheit verarbeitete seine jüngsten Erfahrungen in dieser Sache literarisch.

Trainspotting
Der kleine Mann hat einen unter sich: die Unterschicht. Und wenn es schon im Leben nicht geklappt hat, vielleicht schafft es dann Danny Boyles „Trainspotting“ ein Gefühl – und damit ein Verständnis – für die gesichtslosen Assis am Bahnhof zu vermitteln.

Der schmale Grat
Krieg und Politik gehören zusammen, wie Neurosen und Koks. Und Terrence Malick (siehe oben „Tree of Life“) schaffte mit „Der schmale Grat“ zwar keinen finanziellen Erfolg, da der Film von der Gut-Böse-Stunmpfheit des gleichzeitig in den Kinos gestarteten „Soldat James Ryan“ nahezu überollt wurde, dagegen ist er aber ein Film, der wirklich jedem die Lust auf den Krieg versaut. Und das nicht nur durch rohe Schlachthausszenen…

Margin Call
J. C. Chandors erster Film lässt tief blicken, was die Abgründe der Börsenspekulationen angeht. Tatsächlich ist hier niemand wirklicher Sympathieträger, ein herzloser Haufen geleckt gekleideter Roboter – würde man die Sätze der Darsteller ändern und die Anzüge mit Hakenkreuzbinden versehen, es würde trotzdem irgendwie passen. Margin Call seziert den heutigen Schreibtischtäter schonungslos.

Threads
Zuletzt kommt es richtig dicke! Dieses semi-dokumentarische Drama von Mick Jackson über einen Atomkrieg und seine Folgen lässt den ebenso sehenswerten „The Day After“ wie einen Kinderfilm daher kommen. „Threads“ ist wirklich heftig und schafft es trotzdem, dem ganzen menschlichen Grauen in der letzten Szene noch die Krone aufzusetzen. In der gesamten Filmgeschichte wurde einer letzten Hoffnung nur selten so hart und wirkungsvoll der Boden unter den Füßen weggezogen – und das einzig im Blick und im Schrei einer jungen Frau.

Man könnte diese Liste nun unendlich erweitern. Erwähnt seien hier z.B. „Wenn der Wind weht“, „Irreversibel“, „Apokalypse Now“, „The Woman“ …… doch dazu bitte ich Euch: sagt, welcher Film noch fehlt in der Liste Filme für Politiker.

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Eine Antwort zu Filme für Politiker!

  1. nextkabinett schreibt:

    Reblogged this on Rund um den Kabinettstisch und kommentierte:
    Ostern ist endlich mal wieder Zeit, Filme zu gucken … eine irre Auswahl … changiert zwischen Perlen vor die Säue geworfen und <Um Hiimmels willen. Welche Filme fehlen noch? Ich bin nicht so trashcineastisch gebildet wie Du, deshalb von mir ein paar Klassiker: Ernst Lubitsch Sein oder Nichtsein (1942) und dessen schlechtes Cover Sein oder Nichtsein (1983). Selbstverständlich Chaplins The Great Dictator (1940), Wem die Stunde schlägt von Sam Wood und Billy Wilders Eins, Zwei, Drei. Dann noch Die drei Tage des Condor von Sydney Pollack und Under Fire von Roger Spottiswoode. Selbstverständlich auch Deutschland im Herbst, <I wie Ikarus von Henri Verneuil. Fortsetzung folgt …

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