Interview With The Devil


Das Ende naht, der letzte Tag steht vor der Tür und putzt sich schon die Stiefel ab. Doch der menschliche Verstand (damit auch der Meinige) blickte schon immer gerne in die Zukunft, je ungewisser desto faszinierender. Und so lud ich den Teufel ein, um ihn zur Zukunft MEINER UNSTERBLICHEN SEELE zu befragen.

MfIS: Guten Tag, Herr Teufel.

Herr Teufel: Gute Nacht, Herr Minister.

Ich hoffe, Sie hatten eine gute Reise.

Ja, ja, geht so. Der Luftdruck ist bei uns da unten mit 1,666 Bar ungleich höher als bei dir hier oben, das drückt ein wenig auf den Kreislauf.

Möchten Sie ein Glas Wasser?

Nein, danke. Aber wenn du ein Glas Lava da hättest, wäre ich dir zu Dank verpflichtet.

Leider nein, Herr Teufel.

Das macht nichts, eine Dankespflicht hätte mich nach dem 21.12. auch nur in meiner Arbeit an dir behindert.

Sie sagen es! Und damit kommen wir auch schon zum Thema. Und mal ganz direkt gefragt: Was erwartet mich denn nach dem Weltuntergang? Himmel oder Hölle?

Weder noch.

Wie… weder noch? Das müssen Sie mir erklären.

Nun, es ist ganz einfach – oder sagen wir besser: einfach begründet. Du Trottel hast die Welt zeitlebens mit den abstrusesten Wortspielen beschmutzt. Als Beispiel möchte ich den Artikel Atomkrieg in Gaza nennen, eine ganz und gar widerliche Wortspiel-Kanone. Auch die Filmkritik – Die Rache der Wanderhure verursachte mehreren tausend Lesern ganz üble Kopf- und Gliederschmerzen. Im Endeffekt hast du dich in schwerstem Maße an der deutschen Sprache versündigt.

Aber Moment mal, Herr Teufel…

Nein! Nicht „Moment mal, Herr Teufel“! Eine langjährige und regelmäßig wiederholte Sünde an der allgemein gültigen Sprachordnung ist doch offensichtlich auch Des Säufers kleines Wörterbuch. Und wäre das nicht schon schlimm genug, versuchst du mit diesem Machwerk ein MIR gewidmetes Werk des großartigen Ambrose Bierce in die Vergessenheit zu drängen: Des TEUFELS kleines Wörterbuch. Und mich auch noch mit einem Säufer gleichzusetzen, pah!

Das soll doch wohl ein Witz sein!

Ich scherze nicht. Ich scherze sogar nie!

„…in Vergessenheit zu drängen“! So ein Schmarrn! Ganz im Gegenteil sogar, ich erinnere damit an Ambrose Bierce. Das nennt man Hommage und ist allgemein geübte Praxis!

Hommage?

Ja, Hommage!

Hab ich nie von gehört. Das heißt: Es interessiert mich nicht!

Also gut, Herr Teufel. Wenn ich nun weder in den Himmel, noch in die Hölle komme… wohin dann?

Du hast dich an den Worten versündigt, du kommst natürlich in die Wortspielhölle!

Aha. Und was passiert da? Scrabble bis in alle Ewigkeit?

Nein.

Büttenreden? Schwäbische Kreuzworträtsel? Der Turmbau zu Babel?

Wortspiele! Unendlich viele dumme, penetrante, sinnentleerte Wortspiele, har har har har! Jeden Augenblick, ohne Pause und selbst aus deinem Munde werden Wortspiele kommen, nichts als Wortspiele! [der Boden wackelt und heißer Dampf strömt aus allen Ecken, Anm.d.Red.]

Na, wenn es weiter nichts ist…

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