Wanderhure VII – Die Wiedergeburt


Lange, schwere Sommernächte haben wir uns gequält, wohl wissend dass Die Rache der Wanderhure eine Fortsetzung erfährt. Und endlich ist es soweit, die Blabla-Geschichte um die unfreiwillige Wanderhure geht weiter: Marie Adler (Alexandra Neldel; Die dreckige Zeugung der Wanderhure, Wanderhure II – Die Geburt, Wanderhure III – Endstation Babystrich, Teen-Wanderhure, Die Wanderhure, Die Rache der Wanderhure) hat schon wieder nichts gelernt und wird Opfer einer eiskalten und ultra-fiesen Intrige…

Die Gerüchteküche brodelte im Vorfeld ungemein, jetzt endlich haben wir Gewissheit: Regisseur Thomy Nennstiel hat ein Werk geschaffen! Nach Teil VI – Die Rache der Wanderhure hatte Marie Adler ihr zweites, lustgesteuertes Ich nun endlich unter Kontolle. Durch Kehlkopf- und Aftermeditation hält Sie sich im dimensionalen Gleichgewicht – nur eines kann sie nicht ablegen: die Lust am Reisen. Schon beginnt die sog. Story, ihr Weg führt Marie Adler über eine Burg und einen Fluss zu Bayer von Leverkusen, bei dessen Hausdienern sie sich jedoch durchfickt und deshalb  keinen Platz an den Lederbusen der Jungfrauen-Mannschaft ergattern kann. Ritter Lewandowski und Landrat von Hyppiä versagen unserer Heldin im entscheidenden Moment ihre Unterstützung, doch Marie Adler wird flügge und begattet alle Anwesenden zu Tode.

Nach einer derben Vagina-Transformations-Szene, die selbst Netto-Kunden in den Schatten stellt, ist Alexandra „Arnie“ Neldel nun Die Wiedergeburt der Wanderhure! Sie ist nicht mehr noch nein nur einfach nicht die Wanderhure aus den vorherigen Teilen, das nette Fickmädel für alle die bei Pestalarm nicht auf den Bäumen sind. Das Publikum ist erwachsen geworden, Fräulein Adler zollt dem Respekt und verwandelt sich zur Abstraktion, zu einer Unartigkeit sondergleichen, schlimmer als ein Stephanie-zu-Guttenberg-Bettina-Wulff-Blondie-Kristina-Schröder-Hybrid! Die Neldel „spielt“ ihre „Rolle“ alptraumhaft, 397 Minuten und 15 Stunden ohne anstrengende Unterbrechungen „… durch echtes Schauspiel, hahahah!“ so Neldel. Wenn sie nicht gerade Geld verdient. Oder gar die Fresse hält:

Gespannt sein darf man auf die soziologischen Effekte dieser nahezu gelungenen Filmkomödie*. Eine Lehrmeinung in Bezug auf Nachahmungseffekte von Identifikationsfiguren lautet nicht umsonst: „Was die Wanderhure darf, darf ich schon lange!“ Das ist beängstigend, Erinnerungen an den Werther-Effekt werden wach. Und was wird passieren, werden sich Teenager für viel Taschengeld unters Messer legen um sich den berühmten Neldel-Kinnfelsen sägen zu lassen? Wie wird die Menschheit auf eine solche Kinnvasion reagieren? Und werden Mittelaltermärkte in den Vorstädten grassieren? Falls Sie Anzeichen für solche Umtriebe entdecken, rufen Sie sofort „110!“ in die stromlose Nacht hinaus.

In der Buchvorlage ist die Blitzbrüstige da oben die zweibeinige Milchziege, wobei nicht ganz klar wird, warum zweibeinig. In der Verfilmung hört sie auf den Kanälen 978 bis 993 auf die Rufnamen Le Frisur bis Bürste: Julie Engelbrecht. Während die Neldel (Kinnfelsen, Alpina, Bayerischer Schäfer-Nackthund) durch zahlreiche Betten wanderhurt, was an ihrer jungfräulichen Reinheit nicht zu schütteln vermag, gibt die Engelbrecht die geile Gegnerin am Schaft, einen wabernden Kopf mit üppig Busen dran.
„Endlich durfte ich mal eine fiese Ratte spielen!“ freut sich Hulda von Hettenheim (Julie Engelbrecht) und wirft wie von Sinnen mit ihren Textblättern um sich, als ich sie am Set besuche. „Es ist alles so Mittelalter hier!“ geifert sie ungefragt. Hulda stinkt ein wenig, ist aber ansonsten ganz nett. Als Sie sich auszieht wird mir dann doch ein wenig anders:

Wie der Titel schon erahnen lässt, ist Wanderhure VII – Die Rückkehr auch ein Film für die gläubigen Gemütter. Endlich – möchte man meinen – zeigt ein Filmteam den Mut, die Mariensage konsequent bis an ihr unendliches Ende zu denken: Die ewige Wanderhure gebiert ein Kind, welches den Circle of Wanderbitchism in alle Ewigkeit weiter beschreitet, wieder und wieder und immer wieder. Man fühlt sich fast an die Geburt eines Luke Skywalker erinnert, eingebettet in digitales Plastik und mit Lichtschwert bewappnet. Eine ganze Generation erhofft sich nach diesem Film die Oktalogie Gayporn, den räudigen Skywalker-Sohn und viel Liebe und Geschnetzeltes in: Die Geburt der Wanderhuren-Geburt, Die Wanderhurengeburt schlägt zurück!, Wanderhurengeburt vs. Kinderarzt, Wanderhurengeburt und die Rückkehr der Wachstumsschmerzen, Wenn die Wanderhurengeburt zweimal klingelt, Wanderhurengeburt und die letzte Nabelschnur und das Finale Das Schweigen der Wanderhurengeburt.

Na dann mal Prostata, Sat.1!

(Ist SIE mit IHM verwandt?)

*) … sowie in Zusammenhang mit dem Ganzen hier.

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2 Antworten zu Wanderhure VII – Die Wiedergeburt

  1. Jasmin81 schreibt:

    Das Leben einer realen Wanderhure ist leider nicht so ereignisreich wie im Buch. Immer mehr Studentinnen entschließen zur Prostitution, damit sie ihr Studium finanzieren können, doch sind die Escort-Damen damit meist mit vielen Problemen konfrontiert, die es zu bewältigen gilt.

    Das Leben moderner Wanderhuren – Sat1

    • mfis schreibt:

      Da hast Du (leider) Recht, ein Problem, das sich in den nächsten Jahren wahrscheinlich noch ausweiten wird. Je größer die Schere zwischen Arm und Reich… naja, Du weißt schon.

      Die Sendung hat mir aber nach 2 Minuten furchtbar nach Betroffenheits- und Sensations-Journalismus ausgesehen. Sat.1 eben. Du erinnerst Dich vielleicht: http://www.youtube.com/watch?v=d85oQ-IL2Es

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