Musikkritik – Grombira „We feed the world“


Schon länger verfolge ich die fränkische Weltmusik-Combo Grombira aus Würzburg und Umfeld. Die Band um den musikalischen Tausendsassa sheyk rAleph weiß manchmal gar nicht wohin mit der ganzen Kreativität und den tausenden Instrumenten, wie ich aus gut geölter Quelle weiß. Und deshalb haben sie etwas von der Musik und dem Wahnsinn in ihren Hirnen für Euch auf einen neuen Silberling gepackt: „We feed the world!“

Große Worte auf dem Cover! Gefahr von Arroganz und damit einhergehendem Stil-Absturz sind bei den sympathischen Franken (!) aber nicht auszumachen und so ist es für die nun folgende Musikkritik nicht wirklich schlimm, dass ich die neue CD bisher weder gehört habe noch eine Ausgabe in meinem Briefkasten wartet. Das Schnäppchen (5€ + 2€ Porto, www.grombira.de) ist streng limitiert und ich möchte es Dir, geneigter Leser, natürlich nicht wegschnappen!

Auch auf „We feed the world“ wird wahrscheinlich wieder ihr typischer Sound zu hören sein, der sich irgendwo zwischen Stoner-Rock, Modern Jazz und Weltmusik ansiedelt. Doch sind Grombira keine Haare spaltenden Wissenschaaftler an ihren Instrumenten, sondern experimentierfreudige Punks vor dem Herrn, denen musikalische Fähigkeiten samt Anspruch usw. den Spaß am Sound nicht haben nehmen können. Sie spielen mit den Klängen, mal soft, mal hart, meist mystisch und immer wieder unnachgiebig in die Beine ziehend – so oder so ähnlich kann das Album sein.

Nun ist die Scheibe nicht im Hauptstudio von Virgin Music produziert, wo von technischen Sperenzchen bis hin zu verschiebbaren Hallwänden jeder Scheiß zu haben ist. Doch neben der unbändigen Geilheit auf analoge Instrumente versteckt sich hier und da auch ein typischer Elektronik-Frickler-Nerd in der Band, was der Soundgestaltung und dem Mastering hörbar gut tut, schätze ich. Und bei komplexen Klängen, wie Grombira ihn bisher immer geboten haben, ist dies ein absolutes Muss!

Zu jeder guten Musik passt die richtige Begleitung. Sei es eine profilneurotische Schönheit zum Swing, eine profilneurotische Hässlichkeit zu Pseudo-80er-Hip-Pop-Rotz, ein blutiges Grillsteak zu den Kassierern oder die alte Schrulle mit den dicken Klunkern zu Wagners Walkürenritt. Zu Grombira sei eine eher materielle denn menschliche Begleitung empfohlen: ein halbes Fläschchen guter Whisky oder – außerhalb Bavarias – ein Beutelchen mit gutem, introviertiertem Marihuana.

„We feed the world“ sei Dir, geneigter Leser, also ungehört ans Herz gelegt, was doch für die Jungs von Gombira ein nettes Kompliment ist. Einzig einen kleinen Wink in Richtung Band kann ich mir dann doch nicht verkiffen: Wie wäre es mit dem Titel „We weed the world“ gewesen?

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