Die blutgetränkte Wetterfee


Dass Werbung immer wieder fünfköpfige Blüten mit seltsamen Farben treibt, das ist ja allgemein bekannt und akzeptiert. Schließlich wär es nicht das erste mal, wenn uns die Werbung höllisch verstört oder gar schmerzhaft zum Lachen bringt, einfach weil es so peinlich und daneben ist… wie zum Beispiel bei N24.

N24 ist ein Nachrichtensender im Fernsehen, dieser flimmernden Maschine, über die schon Alfred Biolek sagte, dieser große Denker unserer Zeit: „Durch das Fernsehen wird kein Mensch, aber wahrscheinlich viel Geist getötet.“ Die Betonung lag hier wohl auf wahrscheinlich, so sicher war sich selbst der Biolek in seiner Sicht auf das Fernsehen wohl (oder wahrscheinlich) nicht, als er uns diese niederschmetternde Weisheit servierte.

Air Berlin wiederum ist ein Konzern, der in der zivilen Luftfahrt tätig ist. Und was läge da näher, als die Wetterfee von N24 mit roten Air-Berlin-Handschuhen auszustatten, als hätte sie gerade in einen Eimer voll frischem Rinderblut gelangt, um sie zu allem Überfluss mit der animierten Wetterkarte im Hintergrund von den tollen Angeboten einer Reise mit Air-Berlin faseln zu lassen? Natürlich nichts! (Außer vielleicht, das Wetter von einem Rumba tanzenden Grizzlybär mit phosphoreszierendem Fell auf Suaheli steppen zu lassen.)

Ist es nicht wunderschön, eine leicht verlebte Spartensender-Wetterfee im Stewardessen-Outfit einer Sparten-Fluggesellschaft Dümmlichkeiten plappern zu hören, wie zum Beispiel „Sie wollen es warm und trocken? Dann klicken Sie ratzfatz auf aiberlin-dot-com…“ oder „Heißt: Ab 29,99 fliegt Air-Berlin Sie nach Italien, Spanien und Griechenland – oder sogar nach Nordafrika?“ In ihrer spontanen und sympathischen Art erinnert Wetterfee Miriam Pede dabei arg an Schmetterfee Margot Honecker, gepaart mit einer ‚Tänzerin‘ vom Frankfurter Bahnhofsviertel. Wie die blonde Pede da anmutig ihren Beinahe-Astralkörper vor Deutschland hin und her bewegt, dabei begierig ihre Hände knetet, da zieht es dem 45-jährigen brandenburger Junggesellen glatt die Strickweste aus. Doch der absolute Star dieser Wettersendung ist nicht die Sonnen-und-Wolken-Domina, es bleiben unangefochten die seltsamen Handschuhe, deren Anblick sogar einen Stier in Rage bringen würde (wäre er nicht farbenblind.)

Und wie sagte Woody Allen einst so schön: „Am zuverlässigsten unterscheiden sich die einzelnen Fernsehprogramme noch immer durch den Wetterbericht.“

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2 Antworten zu Die blutgetränkte Wetterfee

  1. Lena schreibt:

    LOL … welch Überraschung! Da hat jemand Worte für das Phänomen „Air-Berlin-Wetterfee“ mit dem neckischen Halstuch und den roten Handschuhen gefunden. Die Handschuhe hab ich bislang für die Sparversion eines Laserpointers gehalten, keine Batterien notwendig.

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