ACTA ist super!


Okay, ACTA ist zugegebener Maßen der falsche Schritt – aber in die richtige Richtung! Niemand möchte Überwachung am eigenen digitalen Leibe spüren, niemand (und da schließe ich mich ein) hat Freude an Zensur, außer vielleicht unserem Herrn Innenminister, der Innenminister ist, weil er in unser Privatleben hinein ministern möchte, wie einst ein Richard Burton in einem Film von 1984. Wurde wohl nicht gestillt, das arme Lockenschwein. Ins reale Leben übertragen: Niemand möchte auf der Straße eine Brille tragen, die den Obdachlosen und den Neo-Hippie ausblendet, die Werbung und den Staatspalast hingegen in extra kräftigen Farben darstellt und vor der Nase wandern lässt, wohin Du auch blickst. Nein, niemand möchte das.

Deshalb ringt es nun in mir, wie der Westen und der Nahe Osten in der Weltpolitik, nach einer Nacht ohne eine Mütze Schlaf, selbst ohne einen Ohrenwärmer Nickerchen, ja ohne auch nur einen Fetzen Haupthaar Augen-zu. Das Unterfangen schien am frühen Abend noch recht einfach: Suche, finde, installiere ein beliebiges Freeware-Tool zum Aufzeichen von Videos per Webcam. Mit Ton, wohlgemerkt; was nichts mit Überwachungswahn zu tun hatte, sondern mit dem unschuldigen Wunsch in eine Kamera zu sprechen. Doch damit ging das Übel los.
Nach gefühlten drei Billionen Jahren, gerade als die Sonne wieder aufgegangen war, hatte ich es dann geschafft: Das Video ist immer noch in einer erbarmenswürdigen Qualität am Bild und einer kleinen aber nicht zu geißelnden Schieflage in Sachen Tonsynchronität. Auch der Ton selbst ist mehr elend als arm, aber es funktioniert – immerhin! In der Zwischenzeit aber, in der ich hätte schlafen sollen, probierte ich in etwa 20 kleine Drecksprogramme, umklickte 99 Toolbar-Installationen, löschte 12 mal mehr als eine Straßenhure in ihrem feuchtigkeitserfüllten Leben Sperma schluckt die niedlichen Reste, die nach den etwa 19 Deinstallationen übrig geblieben waren, hasste meinen Laptop, der doch nur der Bote war im Stellungskrieg, wie diese Typen mit den Sonnenbrillen, die sie abnehmen und auf den Boden blicken, wenn eine Cola-Light aus Pappbechern schlürfende Unterschichts-Ami-Tussi die Tür öffnet, und sagen „Ma’am, Your son died as a hero!“ Ich hing ganz helmut-schmidtsch an Sargnagel um Sargnagel und konnte mich nur schwer beherrschen, jeden Zug nicht mit einem Hektoliter Methanol – ja, Methanol – herunter zu spülen, so dass ein körperlicher Schmerz den Intellektuellen für Sekunden überdecken würde. Furchtbar, entweder taten die Progrämmchen-Wichser den totalen Schwachsinn, einfach gar nichts, etwas anderes, oder spuckten mir ganz offen ins Gehirn.
„Möchten Sie die Datei wirklich speichern?“ „Ja!“ Macht er aber nicht, der digitale Grottenolm, der stinkende. Stattdessen holt’s den Knüppel raus und prügelt mir den CPU [si pi ju] halbtot.
Eines ist besonders schlau, prahlt mit „Videos aufzeichnen“, speichert diese angeblichen Videos aber als Einzelframes in Bildern ab, der Vollspack, und grinst dabei noch dämlich, als hätte es gerade die 99 Jungfrauen gewonnen. Es hätte ja mal sagen können, dass man sich bei ihm vorm Screen nur in Stop Motion geben darf und dann die vielen tausend Einzelbilder Stück für Stück zu einer unglaublich wertlosen Gülle auf Niveau der FDP im Fernsehen verquicken muss. Aber nein, der User und der Bürger, das Progrämmchen und der Friedrich, dieser untersetzte Lockenbruder! Zur Stop-Motion gezwungen, Ray Harryhausen drehte sich im Grabe um, und drehte sich, und drehte sich, und drehte sich, und …

Tick-tack-tick-tack-Tick-Trick-und-Track…

Nun hatte ich schon durchgemacht, da konnte ich auch gleich am Schreibtisch – nebst postromantischem Sonnenaufgang, sowie Blick auf Rhein und Dom und Taunus – via SpongoBook die häßliche Seite einer eigentlich ganz wunderbaren Veranstaltung befeuern, Werbung posten, ein paar Häckchen hier und ein paar Kreuzchen dort entfernen oder festbolzen, dass mir die Augen, die längst viereckig geworden waren, auch noch auf und wieder zuploppten wie dieses Ding da, dieses Fenster mit den Dialogen drin. Ihr wisst schon, was ich meine, doch den Fachbegriff dazu hab ich vorhin im Klo den Rhein runter geschossen.

Mal ganz abgesehen vom wüsten Plopp-, Gewinnchancen- und Werbedschungel der so ach-wie-ehrlich-bin-ich-und-ich-mag-dich,-lieber-Surfer-Seiten, die zu durchkämmen man genötigt ist, als wäre man gerade aus dem virtuellen Rettungshubschrauber gepurzelt, nur um den eigentlichen, mikroskopisch kleinen, kryptisch verschlüsselten, hinter Zieh- und Wirbel-Werbefenstern, gleich eines einsamen Rettungsbootes weit draußen im früh morgendlichen Atlantiknebel verschwindenden wahren Download-Link zu finden, zwischen falschen Download-Monsterwellen und mit quietschebunter Scheiße voll gesprühter Riesen-Jamba-Tanker! Mal auch abgesehen von den amtsstubengleichen Weiter-Weiter-Weiter-Verlinkungen, die zwar automatisch auf, nicht aber automatisch weiter gehen, sondern wieder fröhlich-blöde blinken, wischen und wandern, als hätten ihre Programmierer ihr ADHS mit LSD bekämpft. Mal gänzlichst abgesehen von den…

Ach, was soll ich sagen… schaltet’s ab, das Internet, zensiert die Ratte nicht, versucht ihr nicht die Füße an den Rücken zu pappen, wie es ACTA und der Innenwichser machen möchten, sondern hackt dem Vieh einfach den Kopf ab!

Vielleicht war ich nur zu dumm, zu alt, oder zu analog. Aber wie auch immer, liebe Freunde, zum klaren Denken, damit freien Reden, ist das Hirn nach jener Nacht die nächsten Jahre nicht mehr zu gebrauchen. Seht also, was diese Ursuppe der virtuellen Unmöglichkeiten aus mir gemacht hat, hört also, dass ACTA im Grunde eine tolle Sache ist – der erste Schritt zur Vernichtung der digitalen Dreckshundswelt! – und seid besonders auf der Hut, … sonst endet es mit Euch … schlicht … ebenso… (und Ihr glaubt mir sogar noch.)


Ed 209 – der Beweis für die Dummheit der Maschinen

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