Film(schau)kritik: „Der Pate1“ und „Der Pate 2“ an einem Stück und ohne Werbeunterbrechung


Es kann lange werden, deshalb hier ein kleines Musi zur blutigen Untermalung:

 

Ein finales Experiment steht noch bevor, und das ist es, den 434minütigen Mamutfilm Der Pate: Die Saga an einem Stück zu sehen. Ein halbes Kilo DVDs in chronologischer Reihenfolge, dazu ein Krug mit Wasser und einer mit Rotwein, garniert mit Hartwurst, Käse, Koks und Oliven frisch vom Baum. Holla, der Waldmeuchelmörder, das wird ein Fest!

Zumindest eine Feier war es, als auf einem Fernsehsender zu einer Uhrzeit Teil I dieses huldenswerten Epos lief. Was sollte ich tun, mich wehren? Lächerlich! Also genoss ich Luca Brasis austretende Augen, die leonisch-tänzerische Choreographie aus der Hölle, purzelnde Orangen, sizilianische Dorfmusik und Puzos verflucht gute Geschichte, dazu zumindest einen ausgezeichneten Chianti. Ein Film, nachdem man glaubt, Italien wäre schön und die Mafia eine ehrenwerte Sache, ja selbst die Drogenpolitik diene nur dazu, die Schulen davon frei zu halten und es anderweitig zu verkaufen. Whou, und ganz vergessen hatte ich, dass Chrissi Wulff im zweiten Teil einen Senator spielt und Kai Diek… äähhh, Michael Corleone in einer Geste den Krieg anbietet. Erklärt hat er ihn ja angeblich noch nie, den Krieg, aber angeboten wohl schon öfters, der feingeistige Brillenträger. Aber gut, das war zur Halbzeit, ganz zu Beginn der (neben Aliens – Die Rückkehr) wohl besten Fortsetzung der Filmgeschichte.

Den zweiten Teil hatte ich Jahre nicht gesehen und so war der erste Teil nur Vorbereitung, ähnlich dem ersten Mord: noch etwas zaghaft, mit der Muse eines neugierigen Schülers. Wie war das noch mal? Wer war gleich wieder? Wer? Lupara oder Bianca? Und was zur Mutter Gottes hatten diese Orangen zu bedeuten? Aah, genau! Das Erstaunliche ist, ich hatte es völlig vergessen, mit der Zeit wird aus dem zweiten Teil nebst einer Mafia-Saga das mörderische Psychogramm des Michael Corleone, der, mehr durch Zufall über den Sollozzo stoplert, eines Tages seinen Bruder tötet und sich selbst das Herz raus reißt. Insgesamt ergaben sich geschlagene, erdosselt- und erschossene sechs Stunden der Erzählkunst in geballter Perfektion. Oder, um’s mit dem fiesen Holm aus Alien zu nehmen: „Ich bewundere die konzeptionelle Reinheit.“

Heute aber muss das Hirn entspannen, freue ich mich über Gandhi vs. Replikanten-Cops oder Joseph Vilsmaiers krachlederne Literaturverfilmung Liebesgrüße aus der Alpenfestung. Nur nicht Der Pate III, denn der ist nur in Teilen gut und wäre grad zu viel des Epos.

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Nicht zu überkritisch, bitte, mit den Rechtscheibfehlern, den Text hab ich mir ganz schön aus dem Quark geleiert.

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2 Antworten zu Film(schau)kritik: „Der Pate1“ und „Der Pate 2“ an einem Stück und ohne Werbeunterbrechung

  1. nextkabinett schreibt:

    Hach! *begeistert*

  2. Pingback: Filmkritik – “Die Rache der Wanderhure” (2012) | mfis

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