Die Geschichte vom König Schnauzer


DIE GESCHICHTE VOM KÖNIG SCHNAUZER

Es war einmal in einem Lande, lange vor unserer Zeit, durch das ein großer, schlammig-brauner Fluss sich schlängelte, wie eine Boa Konstriktor durch die Dschungel Afrikas. Mit seinem Kopf hing dieser Fluss ins Meer, mit seinem Schwanz da lag er friedlich in den Bergen. Ansonsten war das Land ein riesengroßer Wald, so dass ein Eichhörnchen aus dem Westen von Baum zu Baum bis nach dem Osten hätte reisen können, wäre nicht dieser große, schlammig-braune Fluss gewesen. Den zu überqueren wäre für ein Eichhörnchen keine so gute Idee gewesen, denn die Strömung war recht stark und die Piranhas in dem Fluss recht hungrig. Das arme Eichhörnchen, zu allem Überfluss auch noch ein Nichtschwimmer, hätte sich dann „Lebewohl, oh kleines Eichhörnchen!“ gesagt und wäre mit Blubber und Glucker ertrunken. Es sei denn die Piranhas hätten es entdeckt, dann wäre aus dem Blubber und Glucker schnell ein Schnipp-Schnapp-Pfötchen-Ab geworden. Dazu dann die Piranhas: „Mmmhh… das war lecker!“
Wir wollen unsere Geschichte nun im Jahre 14 der Herrschaft König-Schnauzers beginnen, der so hieß, weil es stimmte. Der König hatte einen Schnauzbart wie kein Zweiter hier im Lande; zum Beispiel Schenk-Ihm-Ein, der Wirt im Dorfe hatte keinen solchen Schnauzbart, auch der Hufschmied Trippeltrappel hatte keinen solchen Schnauzbart, nicht der alte Seebär Grummelkoje dort am Hafen wo die Schiffe landen hatte einen solchen Schnauzbart, noch der Waffenmeister Schlacht-Sie-Ab. Oder Schnappel-Di-Schnipp, Friseur des Königs und der seinen, oder der Gärtner Bleib-stehen-Blume, oder seine Frau, die einen Damenbart ihr eigen nannte. Alle zusammen hatten sie keinen solchen Schnauzer wie der König! Der hieß mit Namen König Gunther Siebenjahr von Vierzehntag Auf-Sand-gebaut, und obwohl er diesen Namen trug und mit ihm auch jede Petition, jeden Brief und jede Kriegserklärung unterschrieb hieß er doch beim Volk nur… wie?
Genau, König Schnauzer!
Nun kam es, dass Piraten in die Meere drangen, die zu seinem Königreich gehörten – die Meere, nicht die Piraten – und es entbrannten fürchterliche Schlachten. Schönheiten und Schätze wurden geraubt, Handelsschiffe überfallen, Galeere über Galeere in den Hinterhalt getrieben, und überhaupt war ordentlich was los und Angst ging um, so dass sich nach nur wenigen Monaten kaum ein Seefahrer noch in die Meere um des König Schnauzers Königreich mehr wagten. Die Piraten schlachteten und raubten und lachten sich kaputt… Ja, genau so haben sie gelacht und König Schnauzer konnte kaum noch schlafen, denn er hörte das Gelächter bis zu seinem Schlafgemach. Da wurde er zornig, so dass er mitten in der Nacht aus seinem Bette sprang, das alte Schwert seines Ururururururgroßvaters von der Wand nahm und nun höchst persönlich in die Schlacht zog. Seine Flotte war geschrumpft, doch war der König Schnauzer ein Mann mit eisernem Willen. Er trieb seine Soldaten in die Schlacht, und bald entbrannte schon ein fürchterlicher Kampf. Die See färbte sich rot vom Blut und des Königs Mannen fochten wie Meschugge. Die Piraten hatten zehn mal so viele Schiffe wie der König Schnauzer, zwanzig mal so viele Kanonen auf ihren Schiffen und auf jeden Soldaten des Königs kamen hundertfünfzig einäugige Halsabschneider. Doch fühlten sich die Halsabschneider deshalb überlegen und sie kämpften kaum beherzt. Piratenschiff für Piratenschiff zerschellte an den Klippen, Halsabschneider über Halsabschneider zerschellte an den Schwertern der Soldaten, so dass sich letzten Endes König Schnauzer und der Oberpirat auf einer Planke gegenüberstanden, beide mit gezücktem Schwert. Unter der Planke da tummelten sich die Haie. König Schnauzer und der Oberpirat fochten hin und her und schlugen links und rechts und links und rechts und Attacke und Parade und Repostel, bis die Schwerter glühten. Selbst die Sonne versteckte sich hinter dem Horizont, so fürchterlich hieben die beiden aufeinander ein. Dann, ganz plötzlich, schlug der König dem Pirat den Kopf ab, und der Pirat dem König seinen Schnauzer.

Seit diesem Tage herrschte wieder Frieden in des König Schnauzers Königreich, doch hatte der König als Preis dafür mit seinem Schnauzer bezahlen müssen. Der war nun weg, und weil es doch ein solch ein schöner Schnauzer gewesen ist, hatten ihn die holden Jungfern und die Mägde und die Königin so lieb gehabt. Jetzt war der Schnauzer fort, und auch die Jungfern und die Mägde gingen ihres Weges. Ja, selbst die Königin war nur noch halb so lieb zu ihrem König, denn der Schnauzer war es ja gewesen, der ihre Liebe jeden Tag aufs neue zu entfachen vermochte.

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3 Antworten zu Die Geschichte vom König Schnauzer

  1. Pingback: Was Könige zum König macht… | Blog des Germanys next Bundeskabinetts

  2. nextkabinett schreibt:

    Hallo Dominic, danke schön für’s Querverlinken. So soll es sein. LG, Renate

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